Alte Stahlwerke, ehemalige Hüttenwerke, Bergbaugeräte oder Uhren sind Beispiele für die Dinge, mit denen sich Industriekultur auseinandersetzt. Die „Europäische Route der Industriekultur“ (ERIH) ist ein Zusammenschluss von Einrichtungen, die besondere historische Zeugnisse aus Bergbau, Industrie, Ingenieurbau und Verkehr der Nachwelt erhalten. Die Ankerpunkte an dieser Route sind immer eine Reise wert.
Die Idee
Die Europäische Route der Industriekultur (ERIH) wurde nach dem Vorbild der „Route der Industriekultur im Ruhrgebiet“ und dem Museumsverbund „Ironbridge Gorge“ in Großbritannien gestaltet. Insgesamt elf Partner haben sich zu diesem Projekt zusammengeschlossen.
Die Route
Das Projekt „Europäische Route der Industriekultur“ will ein virtuelles Netzwerk über Europa legen, dass die ausgewählten „Ankerpunkte der Industriekultur“ untereinander verbindet und die Verbindung zu weiteren Industriedenkmälern um diese Ankerpunkte herum herstellt.
Das Projekt ist seit 2005 in der Öffentlichkeit präsent. Rund 60 Ankerpunkte der Industriekultur sind derzeit Mitglied. Diese finden sich in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg. Regionale Routen oder europäische Themenrouten erschließen besondere Aspekte.
Industriekultur ist viele Reisen wert
Der letzte Siemens-Martin-Ofen in Westeuropa, ein Hüttenwerk an der Saar, ein Erzbergwerk im Harz, Porzellanmuseen in Oberfranken, ein Uhrenmuseum im Schwarzwald sind ausgewählte Beispiel für die Bandbreite der Angebote der deutschen Ankerpunkte der Industriekultur. Diese Museen, die sich hinter den Ankerpunkten verbergen, wollen die Geschichte von Industrie und Technik spannend und erlebnisreich darbieten. Viele Einrichtungen sind eher Erlebnisparks als Museen, die zu einem Tagesausflug mit der ganzen Familie geradezu herausfordern.
Die Internetseite des Verbundes gibt umfassend und aktuell über die Europäische Route der Industriekultur Auskunft. Ein Veranstaltungskalender führt zu interessanten Programmpunkten. Jedermann kann sich mit diesen Informationen eine individuelle Reiseroute erstellen. Und an allen Ankerpunkten wird auch Auskunft über andere Angebote dieses Verbundes gegeben.
Ein zentraler Punkt in Deutschland ist das CentrO Oberhausen. Dort befindet sich im Gasometer die Dauerpräsentation der Europäischen Route der Industriekultur.
In Deutschland gib es derzeit 25 Leuchttürme der Industriekultur:
Baden-Württemberg
- Deutsches Uhrenmuseum in Furtwangen und die Deutsche Uhrenstraße
Bayern
- DB Museum in Nürnberg
- Porzellanikon und Europäisches Industriemuseum für Porzellan in Selb
Brandenburg
- Industriemuseum im ehemaligen Siemens-Martin-Stahlwerk in Brandenburg an der Havel
- Ziegelpark Mildenberg in Zehdenick
- Brikettfabrik Louise im Ortsteil Domsdorf von Uebigau-Wahrenbrück
- Besucherbergwerk F 60 in Lichterfeld bei Finsterwalde
Hamburg
- Museum der Arbeit und Speicherstadt in Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
- Historisch-Technisches Informationszentrum Peenemünde auf der Insel Usedom
Niedersachsen
- Nordwolle in Delmenhorst
- Weltkulturerbe und Besucherbergwerk in Goslar am Harz
- Meyer-Werft in Papenburg
Nordrhein-Westfalen
- Industriemuseum Zeche Zollern II/IV in Dortmund
- Landschaftspark Duisburg-Nord
- Weltkulturerbe Zeche und Kokerei Zollverein in Essen
- Rheinisches Industriemuseum Schauplatz Euskirchen, Tuchfabrik Müller in Euskirchen
- Industriemuseum Ziegelei Lage in Lage
- Gasometer Oberhausen im CentrO Oberhausen
- Rheinisches Industriemuseum, Schauplatz Solingen, Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen
Saarland
- Weltkulturerbe Völklinger Hütte in Völklingen/Saar
Sachsen
- August Horch Museum in Zwickau
- Industriemuseum Chemnitz
- Energiefabrik Knappenrode in Hoyerswerda
Sachsen-Anhalt
- Ferropolis - Stadt aus Eisen in Gräfenhainichen
Thüringen
- Erlebnisbergwerk Merkers in Merkers im Wartburgkreis
