Der 1982 in Köln geborene Roy Peter Link könnte sich aufgrund seines telegenen Aussehens und seines durchaus charmanten Auftritts zu einem neuen Liebling nicht nur aller Schwiegermütter entwickeln. Männer wie der 26-jährige Nachwuchsdarsteller werden immer wieder gerne in Filmen wie beispielsweise der "Rosamunde-Pilcher"-Reihe des ZDF oder damit vergleichbaren Movies der ARD und SAT.1 besetzt, weil sie die Herzen der nach Liebe und Romantik schmachtenden Zuschauerinnen erreichen.

Roy Peter Link: Bisherige Karriereschritte des Schauspielers

2000 und 2001 absolvierte Link seine ersten Gehversuche als Schauspieler in zwei Kurzfilmen ("Glasshaus“/"Schulhof“). In den Jahren 2003 und 2004 erreichte er mit Rollen bei "Bravo TV“ (ZDF) und im "Marienhof“ (ARD) bereits ein größeres Publikum. Stationen bei "Unter uns“ (RTL) und der Soap "Rote Rosen“ (ARD) in den Jahren 2005 beziehungsweise 2006 bis 2008 brachten Link dem Publikum näher. So ist die Entscheidung von SAT.1, dem Jungschauspieler die Hauptrolle des "Jonas Broda“ in "Anna und die Liebe“ anzuvertrauen, durchaus nachvollziehbar. Zumal seine schauspielerische Performance von Folge zu Folge besser wird und Link offenbar in seine Rolle hineinwächst.

Telenovela "Anna und die Liebe" mit Jeanette Biedermann in der Titelrolle

Die Schauspielerin und Sängerin Jeanette Biedermann spielt in der neuen Serie eine junge Frau, die auf ihrem Lebensweg von ihrer ausgeprägten Schüchternheit und der Unfähigkeit, sich in für sie wichtigen Situationen oder gegenüber Fremden auszudrücken, beeinträchtigt wird. Annas Traum ist eine Anstellung in der Werbeagentur "Broda & Broda“, die im Kranzler-Eck am Kurfürstendamm in Berlin angesiedelt ist. Dort verliebt sich Anna in den Juniorchef, Jonas Broda.

Diese Telenovela ist die neue, große Serienhoffnung von SAT.1, die die Zeit voller aneinandergereihter Misserfolge vergessen lassen soll. Zahlreiche Serien der Hauptsendezeit nach 20 Uhr 15 erreichten in der jüngeren Vergangenheit Quoten, die unter dem Senderschnitt lagen. Die beiden Telenovelas "Schmetterlinge im Bauch“ und "Verliebt in Berlin 2“ schafften es nicht, an den Erfolg von "Verliebt in Berlin 1“ mit Alexandra Neldel, Mathis Künzler und Manuel Cortez anzuknüpfen. Nun soll es "Anna und die Liebe“ richten; täglich zu sehen ab 19 Uhr.

Kein Start nach Maß bei schwerer Konkurrenz

"Anna und die Liebe“ muss sich jedoch gegen die Telenovela "Alles was zählt“ (kurz: AWZ) durchsetzen, die nahezu zur selben Zeit läuft, bereits 500 Folgen Vorsprung hat und für RTL regelmäßig Quotenrekorde von über 20 Prozent Marktanteil einfährt. Mit 11,7 Prozent Marktanteil in der für die Werbeindustrie relevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer hatte die erste Folge von "Anna und die Liebe“ keine Chance gegen AWZ; die zweite Folge lag mit 11,4 Prozent ähnlich, aber Folge drei mit 10,2 Prozent Marktanteil markiert einen deutlichen Abwärtstrend: Fast ein Viertel der Zuschauer der ersten Folge schalteten Folge drei nicht mehr ein (Quelle: Quotenmeter.de). Woran es liegt? Eher an der unverständlichen Platzierung gegen "Alles was zählt“ als an Jeanette Biedermann und Roy Peter Link.

Roy Peter Link gesteht "Notlügen" im Lebenslauf

In der Bild Zeitung war es am Premierentag zu lesen: Roy Peter Link gestand, 2005 mit einer zum Lebenslauf hinzugemogelten Schauspielausbildung und einem dazuerfundenen Kurzfilm zu seiner ersten großen Rolle in "Unter Uns“ gekommen zu sein. Er sieht zwar ein, dass dies nicht okay war, aber wird mit der Aussage zitiert, dass "Notlügen manchmal Seitensprünge der Wahrheit sind und bei der Erfüllung eines Traumes einen Schritt weiterhelfen können“. Malerisch klingende Worte, die jedoch nicht davon ablenken können, dass Link eine handfeste Täuschung gestanden hat, die im Berufsleben durchaus auch rechtlich geahndet werden kann. So warnt der Düsseldorfer Rechtsanwalt Martin Kock in einem Interview vom 28. Februar 2007 unter fazjob.net ausdrücklich vor dem Aufpolieren eines Lebenslaufes und verweist auch auf strafrechtliche Konsequenzen und die sich aus diesem Vergehen ergebende Schadenersatzpflicht.

Angesichts der Tatsache, dass sich SAT.1 und Roy Peter Link mittels "Anna und die Liebe“ an ein eher junges Publikum wenden, stellt sich die Frage, ob es sich in diesem Fall tatsächlich nur um einen Kavaliersdelikt handelt. Auch, wenn Roy Peter Link diesen Jahre später selbst gesteht. Hoffentlich verbaut er sich damit nicht ganz andere Chancen, die sich im später auftun werden. Denn dass er beim Publikum erfolgreich ist, wird dadurch belegt, dass nach ihm mehr Fans googeln, als nach allen seinen Kollegen in der Serie. Ist diesem Umstand auch die Quotenverbesserung zuzurechnen, die im Februar 2009 auf "Anna und die Liebe" aufmerksam macht?