
- Edinburgh Military Tattoo 2008 - Katrin Jahn
Das 1950 zum ersten Mal zelebrierte Military Tattoo feiert in diesem Jahr sein diamantenes Jubiläum. Seit sechzig Jahren findet das Festival, das Anfang des Jahres den Titel "Royal" von Queen Elizabeth I. verliehen bekam, alljährlich im Zuge des Edinburgh Festivals statt. Die Bezeichnung „tattoo“ entstammt dem im Militärjargon verwandten Ausdruck für „Zapfenstreich“, der sich, da meist von einer Trompetenfanfare eingeleitet, auf die Darbietung militärischer Musik ausweitete. Drei Wochen kann man insgesamt dem bunten Treiben auf der Esplanade, dem Platz vor dem Edinburgh Castle, beiwohnen. Etwa 8600 Zuschauer fasst das extra erbaute Stadion, doch ist Eile geboten: die Karten sind meist bereits Monate im Voraus vergriffen.
Dudelsacklastige Militärmusik in Schottlands Hauptstadt
Open-air, bei jedem Wetter, wartet man auf das Hereinbrechen der Dunkelheit. Überwiegend hat man dudelsacklastige Militärmusik zu erwarten, bekommt aber auch Gesang und Tanz dargeboten. Die etwa anderthalb-stündige Show wird größtenteils von britischen Militärs getragen, doch fanden sich im Laufe der letzten Jahre auch Abgesandte aus insgesamt über vierzig Ländern ein, um am Tattoo teilzunehmen. Unter ihnen europäische Nachbarn wie Frankreich oder die Niederlande ebenso wie Weitgereiste aus Afrika, Fiji, Nepal oder den USA. Besonderen Anklang findet alljährlich das große Finale, bei dem sich die etwa eintausend mitwirkenden Akteure versammeln, um, mit tatkräftiger Unterstützung des Publikums, God Save the Queen und An Auld Land Sayne zum Besten zu geben. Kurzzeitig tritt ein einzelner Dudelsackspieler aus der Masse heraus. Auf den Mauern des altehrwürdigen Edinburgh Castle spielt er im Spotlight der Scheinwerfer sein Solo, bevor dann zum Abmarsch in Gemeinschaftsdarbietung das allseits bekannte Scotland the Brave ertönt.
Das Edinburgh Military Tattoo findet Anklang
Von den jährlich etwa 217.000 Zuschauern stammen laut Aussage der Veranstalter etwa 70% nicht aus Schottland selbst. Im Laufe der Jahre hat sich das Military Tattoo zu einem regelrechten Touristenmagneten etabliert. Doch auch für die, die nicht live dabei sein können, ist gesorgt. In etwa 30 Ländern wird das Spektakel im Fernsehen übertragen und erreicht ca. 100 Millionen Zuschauer weltweit. Des Weiteren kann man den Mitschnitt auf DVD erwerben.
Unter der Schirmherrschaft ihrer Königlichen Hoheit Princess Anne hat es das Military Tattoo im Laufe der vergangenen Jahre geschafft, etwa £ 5 Millionen Britische Pfund wohltätigen Zwecken zukommen zu lassen. Und auch dieses Jahr werden wohl wieder alle Besucherrekorde gebrochen werden, wenn es vom 6. bis zum 28. August erneut seine Tore öffnet. Als Gäste werden unter anderem erwartet: das South African Irish Regiment, die South Australian Pipes and Drums, die Military Band of the Coldstream Guards, die amerikanische Citadel Band aus Charlston sowie das Imps Motorcycle Display Team, das den Zuschauern mit seiner Motorradshow den Atem zu nehmen verspricht. Und so kündigt sich schon jetzt an, dass das Tattoo auch 2010 allen Erwartungen gerecht werden wird.
