
- Flugzeug der Fluggesellschaft Air Berlin - Heike / pixelio.de
Die Fluglotsen der deutschen Flughäfen hatten bereits zweimal angekündigt ihre Arbeit niederzulegen, doch beide Male konnte das Chaos an den Flughäfen rechtzeitig verhindert werden. Der erste Streik wurde vom Arbeitsgericht untersagt und der zweite Streik, der für Dienstag, den 9. August 2011, zwischen 6 und 12 Uhr festgelegt worden war, wurde abgesagt, weil die Deutsche Flugsicherung (DFS) ein Schlichtungsverfahren anrief.
Keine Streiks während des Schlichtungsverfahrens
Während des Schlichtungsverfahrens, das die DFS in der Nacht zum Dienstag angerufen hatte, darf für mindestens vier Wochen nicht gestreikt werden. Somit sind die Urlaubsflüge während der deutschen Schulferien erst einmal gesichert. Was aber im September sein wird, weiß noch niemand. Dieser Monat ist neben dem Oktober einer der verkehrsreichsten des ganzen Jahres. Um weitere Streiks zu verhindern hat die Deutsche Flugsicherung bereits einen Schlichter eingesetzt: Der Münchner Juraprofessor Volker Rieble soll den Streit der beiden Parteien beilegen. Er hat jetzt eine Woche Zeit um insgesamt vier Schlichtungstermine festzusetzen.
Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) fordert nicht nur Geld
Die GdF fordert für ihre Fluglotsen insgesamt 6,5 Prozent mehr Geld. Diese Gehaltserhöhung soll sich über 12 Monate erstrecken. Ab 1. August gäbe es eine Erhöhung um 3,2 Prozent und eine sofortige Einmalzahlung von 0,8 Prozent des Bruttojahresgehaltes. Ab 1. November 2012 sollen die Gehälter der Fluglotsen um mindestens weitere 2 Prozent steigen. Dennoch geht es den Fluglotsen nicht nur ums Geld. Sie wollen auch auf ihre Arbeitsbedingungen hinweisen. Die Fluglotsen müssten zu viele Überstunden machen, was letztendlich auch auf Kosten der Flugsicherheit geht. Genauso wird aber auch über Arbeitszeiten, freie Tage, Pausen und Personalpläne gestritten.
RTL sammelte am Flughafen Frankfurt Spenden für Fluglotsen
Der Privatsender RTL sammelte am Abend des 8. August 2011 am Flughafen Frankfurt Spenden für die Fluglotsen. Diese verdienen durchschnittlich mehr als 100.000 Euro im Jahr. Das Einstiegsgehalt liegt bei 90.000 Euro. Damit die Fluglotsen nicht streiken müssen, aber dennoch zu ihrem Geld kommen, bat ein RTL-Reporter Reisende am Frankfurter Flughafen um eine kleine Spende. Insgesamt kamen 8,35 Euro, ein Schweizer Franken und eine Zigarette zusammen. Diese wollten die Fluglotsen jedoch nicht annehmen und schickten den Reporter vom Gelände. Am selben Abend versuchte der Reporter ein Interview mit einem Fluglotsen zu bekommen und zu erfahren, warum diese mehr Geld fordern. Aus dem Parkhaus der Fluglotsen am Frankfurter Flughafen fuhren aber nur Mercedes-, BMW- und Porschefahrer heraus, die zu keiner Stellungsnahme bereit waren. Lediglich ein junger Fluglotse gab dem Reporter Auskunft. Er hält sein Gehalt für angemessen – fährt aber auch nur einen Opel.
Quellen:
- RTL – Explosiv, Sendung vom 9. August 2011
- Focus.de
- Reuters Deutschland
- N-TV
