Rudi Assauer spricht bei "Volle Kanne" über Alzheimer

Rudi Assauer bei
Rudi Assauer bei "Volle Kanne" - ZDF/
Es ist der erste TV-Auftritt von Rudi Assauer seit seinem Alzheimer-Outing: In "Volle Kanne" (ZDF) spricht er am 3. Februar 2012 über seine Krankheit.

ZDF-Moderator Ingo Nommsen empfängt am 3. Februar 2012 um 9.05 Uhr einen ganz besonderen Frühstücks-Gast: Rudi Assauer (67). Der ehemalige Fußballmanager mit super Macho-Image zeigt sich damit zum ersten Mal seit seinem Alzheimer-Outing Ende Januar 90 Minuten im Fernsehen. Das ZDF veröffentlichte vorab Eindrücke von der Aufzeichnung der Sendung "Volle Kanne".

Körperlich geht es Rudi Assauer gut

Erleichtert, dass es nach zwei Jahren Heimlichtuerei um seine Alzheimer-Krankheit nun öffentlich ist, sagte Rudi Assauer: "Im Grunde genommen hat sich nichts verändert. Ich kann laufen, ich kann gehen, ich kann alles machen - und das ist es dann." Er hat Angst vor der Demenz, er leidet weil er alte Freunde nicht mehr erkennt, aber körperlich geht es ihm gut.

Rudi Assauer: Seinem Freund fiel er weinend in die Arme

Ein besonders emotionaler Augengblick in der ZDF-Sendung "Volle Kanne": Der ehemalige Sportkommentator Werner Hansch und langjähriger guter Freund von Rudi Assauer schilderte den Moment des ganz persönlichen Outings zwischen den beiden: "Wir fuhren gemeinsam nach Hause und ich habe mir während der Fahrt vorgenommen: Ich muss mich heute öffnen. Und ich hab das dann getan, wir standen vor seiner Haustür und ich habe gesagt: Rudi, heute wprde ich gerne noch mal zwei Minuten mit dir reden. Und dann hab ich es ihm gesagt: "Ich habe den Eindruck, mit deinem Kopf stimmt irgendetwas nicht mehr. Und dann muss ich sagen, war es ein sehr bewegender Moment. Er bekam fast einen krampfartigen Weinanfall. Er ist mir um den Hals gefallen und sagte: "Ich weiß es. Ich weiß es doch."

Als Gäste außerdem dabei: Tochter und Arzt

Begleitet wurde Rudi Assauer außerdem von seiner Tochter Bettina (Betty) Michel (46). Bei ihr, in der Nähe von Gelsenkirchen, lebt Assauer inzwischen. Und noch eine wichtige Bezugsperson kam mit ins ZDF-Studio: Professor Dr. Hans Georg Nehen vom Geriatrie-Zentrum des Elisabeth-Krankenhauses in Essen. Dort, in der Memory-Klinik, wird Rudi Assauer behandelt.

37 Grad: Der andere Rudi Assauer

In einem Porträt zeigt das ZDF am 7. Februar 2012 noch mehr von Rudi Assauers Leben mit der Krankheit. Traurig aber ehrlich und kämpferisch. Die ZDF-Autorin Stephanie Schmidt durfte den ehemaligen Fußballmanager fast ein Jahr mit der Kamera begleiten. Entstanden ist eine eindrucksvolle 30-minütige Dokumentation über den Weg ins Vergessen: "Rudi Assauer - Ich will mich nicht vergessen! Ein Promi im Kampf gegen Alzheimer." (Sendezeit: 23.15 Uhr). Rudi Assauer wollte diesen sehr persönlichen Film: "Ich habe eine enorme Wut im Bauch, dass ich nicht mehr mithalten kann. Aber ich möchte wenigstens den Zeitpunkt, wann und wie die Öffentlichkeit davon erfährt, mitbestimmen."

Elisabeth Hilde, Hilde

Elisabeth Hilde - Freie Autorin für Zeitschriften und Sachbuch-Verlage Schwerpunkt-Themen: Gesunde Ernährung, Diäten, Psychologie, ...

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