
- Imre und Maria Mate - Monika Hermeling
Ein Zeitzeuge könne ein stiller Beobachter oder wie er, ein Mitgestalter sein, eröffnete Mate den Abend im Bildungszentrum Gorheim. Damit nahm er all jenen den Wind aus den Segeln die ihm vorwarfen, sich zu den politischen Ereignissen nur ungenügend geäußert zu haben.
Schweigen, um Freunde und Sympathisanten zu schützen
Um seine politischen Mitstreiter nicht zu gefährden, schwieg Mate lange. Dass dies richtig war bestätigten ihm Freunde, die wegen der Bekanntschaft mit ihm ins Gefängnis wanderten. Aber als nach der Wende die ersten Bücher über die Ereignisse 1956 geschrieben wurden und ihm sogar unterstellt wurde, er sei mit den Auslösern der Revolution konform gegangen, konnte er nicht mehr schweigen.
Die Ereignisse1956 aus Sicht von Imre Mate
Als Auslöser der Revolution sieht er Studenten der philosophischen Fakultät der Budapester Universität, die den Sozialismus reformieren wollten. Dem schlossen sich die Schriftsteller an. Es bildeten sich zwei Reformbewegungen. In der einen wirkten vorwiegend aus dem ländlichen Raum stammende Studenten. Die Anderen wurden Urbaner genannt. Diese beiden Gruppen hatten deutlich unterschiedliche Ziele und misstrauten sich. Die „Ländlichen“ wollten den Sozialismus abschaffen, die Urbaner ihn reformieren.
Am 6. Oktober 1956 wurde der in einem Schauprozess verurteilte und hingerichtete Laslo Rajk feierlich beerdigt. Bei der Totenfeier wurden zahlreiche Exemplare der Erstausgabe von „Kolchose“, der ersten unabhängigen Zeitschrift verbreitet. Mate ging in seinem Vortrag intensiv, wie man in seinen Büchern nachlesen kann, auf die damaligen Ereignisse und die Pressefreiheit in Ungarn ein. Zum Abschluss las er einige Gedichte aus seinen Prosabänden und zur Begeisterung der Zuhörer eine Erzählung.
Die Biografie des Schriftstellers Imre Mate
Imre Mate, 1934 im Komitat Sopron in Ungarn geboren, war später, als Student, Mitglied und Führer einer revolutionären Vereinigung. 1956 wurde er Chefredakteur der ersten Zeitung mit Reformforderungen. Er kämpfte in der Nationalgarde und floh über Österreich nach Deutschland. Er studierte in München und Göttingen. Seine Tätigkeit als Verleger fußte er auf seine Tätigkeit als Arbeiter und Unternehmer. Imre Mate gab auch im Exil nicht auf, die ungarische Literatur zu fördern. Mit seiner Frau, der Kunstmalerin Maria Darazs, unterstützt er die Annäherung der Donauvölker. Nach der Wende meldete er sich in Ungarn wieder als Schriftsteller und politischer Mitgestalter zu Wort.
Die Biografie der Kunstmalerin Maria Mate
Unbedingt mit dem Wirken des Schriftstellers ist seine Frau verbunden. Maria Darazs wurde 1934 in Szekszard, Ungarn, geboren. 1952 begann sie in Budapest an der Hochschule ihr Studium für bildende Künste. 1956 in Folge der politischen Ereignisse nach Deutschland gekommen, studierte sie in den Folgejahren 1957 und 1958 in München. Erst 1975 war es ihr möglich ein eigenes Atelier zu unterhalten. In den anschließenden Jahren stellte sie ihre Bilder in Deutschland, Frankreich, Österreich, in den Niederlanden und den USA erfolgreich aus. Sie malt in Öl, aber auch Aquarelle oder in Tusche und Rötel. Stark heben sich aus den übrigen Arbeiten ihre Fresken hervor. Maria Mate liebt es, in der Natur zu malen. „Den mit sicherem Blick gewählten Bildausschnitten liegen ruhige Kompositionsmuster zu Grunde. Der Bildaufbau wird auch von der Oberfläche des Wassers, dem Laub der Bäume bestimmt. In den Wolkenballungen flirrt es von hingetupften Lichtreflexen“, urteilt die Kunstkritikerin Dr. Sabine Bongartz. Der gemeinsame Auftritt des Ehepaares war erfolgreich. Es gelang ihnen, wie man bei den Gesprächen in der Pause feststellen konnte, Interesse für Ungarn und seiner Beziehung zu Schwaben, auch in der Gegenwartskunst, zu erwecken.
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