
- Staatssekretär Gerd Hoofe - www.bmfsfj.de
Auf einer internationalen Tagung von Regierungsvertretern und Sozialexperten ist das Programm „Perspektive Wiedereinstieg“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von zahlreichen Experten gelobt worden. Das teilte das Ministerium am 18. November in Berlin mit.
So sei unter anderem aus Dänemark, den Niederlanden, Italien, Zypern, Malta, Polen und Luxemburg das Prädikat „vorbildlich“ zu vernehmen gewesen. Als Gründe nannten die Fachleute unter anderem die Einbeziehung des Ehepartners in die Verantwortung der Kinderbetreuung. Zudem sei eine Förderung berufstätiger Mütter immer auch eine wesentliche Maßnahme zur Vermeidung von Armut. Immer mehr Familien seien demnach heutzutage darauf angewiesen, dass Männer und Frauen gleichsam zum gemeinsamen Unterhalt beitrügen.
Ausweitung auf EU-Raum im Gespräch
Als Reaktion auf die lobenden Worte sollen die Kernpunkte des Programms in den folgenden Monaten dem europäischen Rat der Arbeits- und Sozialminister vorgestellt werden. Damit ist laut Aussage der Experten unter Umständen eine Alternative zu den geplanten EU-Richtlinien zur Verlängerung von Mutterschutzzeiten auf den Tisch gekommen. Gerd Hoofe, Staatssekretär im Familienministerium, erklärte das Interesse an der deutschen Initiative über die Grenzen des Landes: "Der berufliche Wiedereinstieg ist für europäische Mütter ein Schlüsselthema. Überall in Europa ist die Erwerbsquote gerade bei Müttern über 40 sehr gering, obwohl viele von ihnen arbeiten wollen.“ Diese Zahlen veranlassten den Staatssekretär, Handlungsbedarf anzumahnen: „Wir müssen europaweit dafür sorgen, dass Frauen Rückenwind für den beruflichen Wiedereinstieg bekommen und ihnen flexible, familienfreundliche Angebote machen. Mit dem Elterngeld und den Partnermonaten haben wir eine Entwicklung eingeleitet, dass die Geburt von Kindern in der Wirtschaft nicht mehr als Nachteil für die Mütter gilt. Kinderbetreuung wird zunehmend auf mehrere Schultern verteilt und familienfreundliche Strukturen setzen sich im Arbeitsleben durch. Davon profitieren vor allem auch Wiedereinsteigerinnen."
Wiedereinstieg in den Beruf als Chance
Das Programm „Perspektive Wiedereinstieg“ wurde im März diesen Jahres vom Bundesfamilienministerium gestartet. Damit sollen Frauen unterstützt werden, die nach der Geburt und Betreuung eines Kindes wieder in den Beruf zurückkehren wollen. Neben Maßnahmen, die diesen Prozess erleichtern sollen, will das Programm vor allen Dingen auch das Bewusstsein bei Entscheidungsträgern wie zum Beispiel Arbeitgebern positiv verändern. Familienministerin von der Leyen begründete die Notwendigkeit damals: „Wiedereinsteigerinnen sind in der Regel hoch motiviert, zuverlässig und reich an Lebenserfahrung und Kompetenz. Diese Erkenntnis muss in Zeiten eines nahenden Fachkräftemangels jeden pfiffigen Personaler aufhorchen lassen.“
Zusätzlich sollen aber auch die Väter bewusst motiviert werden, die Entscheidung ihrer Partnerin, wieder arbeiten zu gehen, zu tragen und zu unterstützen. Für die Erfüllung dieser Ziele arbeitet das Ministerium mit individuellen Bausteinen und einem Internetportal, auf dem sich Frauen vor der Rückkehr ins Arbeitsleben über ihre Möglichkeiten und Rechte informieren können.
