
- Brunntaltunnel - Adele Sansone
Dem Zauber der Ehnbachklamm kann sich keiner entziehen, deshalb gibt es auch mehrere Varianten sie zu besuchen. Hier folgt eine etwas ausgiebigere Wandertour in die Klamm.
Zirler Kalvarienberg – Ehnbachklamm – Zirl
Wer eine längere Tour machen möchte, Gehzeit etwa drei Stunden, startet vom Roten Kreuz Parkplatz in Zirl und folgt den Wegweisern zum Kalvarienberg 1a. Felsige Treppen führen hoch zum Kriegerdenkmal mit herrlicher Aussicht und weiter hinauf zur Kalvarienkapelle. Von der Kapelle aus liegt steil unter dem Wanderer die Ehnbachschlucht. Auch die "Schwarze Riepe" ist von hier deutlich zu sehen. Blickt man himmelwärts, kann man mit ein bisschen Glück junge Falken bei ihrem Spiel mit dem Wind beobachten.
Bei Station VII des Kreuzweges zweigt nun der Weg in Richtung Hochzirl, Brunntal, Markierung 3 ab. Man wandert nun auf einer wenig befahrenen Straße hoch. Dabei kann man auch hier Blicke auf geologische Besonderheiten werfen, wie gerippter versteinerter Meeresboden oder Tonschiefer im Wechsel mit Wettersteindolomit. Man wandert die Straße einige Kehren hoch, bis zu einer Aussichtsbank, wiederum der Markierung 3 folgend, unterhalb der Bahntrasse geht es dann fast eben auf einem Forstweg weiter. Es gibt als Variante auch einen Steig durch den Erika-Kiefernwald, dieser ist allerdings steil.
Kurz darauf ist eine Kreuzung mit vielen Wegweisern Richtung Brunntal, man geht aber nicht geradeaus, sondern folgt dem rechts Richtung Bahntunnel hinunter führenden Weg weiter in Richtung Ehnbachklamm. Hier ist der Einstieg in den Waldsteig wieder gut beschriftet, dieser Weg ist schmal und steil. Nun verlässt man beim Absteigen den Kiefernwald und je näher man dem Klammboden gelangt, desto mehr dominiert ein Laubmischwald.
Am Klammboden angelangt lädt der hier sanft wirkende Ehnbach zu einer kleinen Zwischenrast ein. Nun geht man weiter klammauswärts durch den von Buchenblättern bedeckten Steig, an mächtigen Karstblöcken vorbei. Diese Stelle kurz vor dem großen Staubecken ist landschaftlich besonders schön. Die mächtigen Buchenbäume, die hier stehen, die Karsthöhlen, die hoch oben in den Blöcken wie tote Augen auf den Wanderer herabschauen, das rauschende Wasser, all dies ist sehenswert.
Das große Staubecken in der Ehnbachklamm, eine Spielwiese für groß und klein
Plötzlich öffnet sich die Klamm zu einem großen freien Becken. Hier ist das Paradies der Kletterer, ein beliebter, meist sonnendurchfluteter Klettergarten. Hier tummeln sich auch viele Familien mit Kindern, denn der tief ausgebaggerte Beckenboden mit seinen kleinen und großen Steinen lädt zum Verweilen, zum Spielen, zum Grillen ein.
Da das Becken vor einigen Jahren ziemlich tief ausgebaggert wurde um die Vermurungsgefahr für Zirl zu vermindern, muss man nun Richtung Staumauer hochklettern. Von der Staumauer geht es eine steile Eisentreppe hinunter in den unteren Teil der Klamm.
Der Weg aus der Klamm in Richtung Zirl
Der Weg aus der Klamm ist mit Seilen gesichert, aber stellenweise sehr schmal. Mit kleinen Kindern also mit Umsicht zu begehen. Vor der mit Netzen gesicherten Brücke lösen sich Tonschiefer mit Raibler- und mit Dolomitschichten ab. Beim engen Betonband mit Seilhalterung liegt genau gegenüber die Schwarze Riepe. Wer sich für geologische Feinheiten nicht so begeistern kann, ist aber sicher von dem mächtigen Efeubewuchs neben der schwarzen Riepe beeindruckt. Nur mehr kurz windet sich der Weg immer schmal die Klamm entlang, dann erreicht man wieder den Ausgangspunkt. Für die gesamte Runde kann man etwa 3 bis 3 1/2 Stunden berechnen.
Wer sein Herz an die alpinen Blumen verloren hat, wird bei den Alpenblumen fündig.
Artikel: Wandern zu den ersten Alpenblumen
