
- S-Bahnhof Frankfurter Allee - Norman Oelker
Der S-Bahnhof Frankfurter Allee auf der Ringbahn ist als Umsteigebahnhof an die U-Bahn Linie 5 angebunden. Eine direkte Verbindung der beiden Bahnhöfe ist durch bauliche Problematiken und die damit verbundene Finanzierung nicht mehr realisierbar. Die Fahrgäste müssen beim Umsteigen über Treppen und Aufzüge pendeln sowie ein Teilstück im Freien zu Fuß bewältigen. Letzteres weist sogar ein leichtes Gefälle Richtung S-Bahn auf.
Geschichte
Der S-Bahnhof Frankfurter Allee, wie man ihn heute kennt, wurde 1890/91 eröffnet. Die Station hat einen Mittelbahnsteig und ist mit einem Empfangsgebäude im Backsteinstil versehen, welches heute als Baudenkmal geführt wird. Über den Bahnhof laufen die S-Bahnlinien 41 und 42, also die Ringbahn, sowie die Linien 8 und 85 der S-Bahn Berlin. Zu Zeiten der DDR wurde neben dem Stadtring an dieser Stelle auch der erste Containerbahnhof in Betrieb genommen. Dieser wurde aber zum Jahr 2000 geschlossen.
Beschwerlicher Zugang
Von der U-Bahn her ist der Zugang zur S-Bahn nur über einen ca. 5 Meter breiten Weg mit leichtem Gefälle zu erreichen, welcher am Ausgang des U-Bahnhofs zudem von einem Fahrradweg gekreuzt wird. Zwar hat der U-Bahnhof Aufzüge und auch der S-Bahnhof bekommt einen Aufzug, durch das Gefälle auf dem Zugangsweg kann man aber nicht unbedingt von Barrierefreiheit sprechen. Die eine Seite des Weges ist von drei Imbissgastronomien, einem Reisebüro, einem Floristikgeschäft, einem Strümpfe- und Accessoireladen, einem Getränkeshop bzw. Spätkauf sowie einem zurzeit leer stehenden Ladenraum flankiert. Die Bausubstanz ist nicht mehr die neueste und bietet eine entsprechende Optik. Die andere Seite ist auf gesamter Länge durch eine Außenwand des Ringcenters begrenzt. Wer zum S-Bahnhof will oder von dort kommt, ist hier nicht nur Wind und Wetter ausgesetzt, sondern auch gerade zu verkehrsreichen Zeiten einem heillosen Gedränge. Dieses wird im Sommer noch durch die außen aufgestellten Sitzgelegenheiten der Gastronomie verstärkt.
Sauberkeit fehlt
Der Bahnhof ist nur ein halbes Dutzend U-Bahn-Stationen vom Zentrum der Hauptstadt entfernt. Touristen oder Besuchern kann man ihn allerdings bestenfalls als abschreckendes Beispiel präsentieren. Ist tagsüber aufgrund der Menschenmassen der vorhandene Dreck noch zu übersehen, wird man hier speziell in den Abendstunden Schmutz und Unrat aller Art ausgesetzt. In nicht seltenen Fällen kann man aufgrund diverser Glasscherbenfelder auch schon einmal für festes Schuhwerk dankbar sein. Glück gehört dazu, um diesen Bahnhof in Sauberkeit zu erleben. Auch das Publikum in der Bahnhofsumgebung ist nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter. Bettler, Zigarettenhändler und Ansammlungen von Punks zählen da sogar noch zu den berechenbaren Mitmenschen. In den Nachtstunden färbt die Umgebung des S-Bahnhofs dann auch schon einmal auf den U-Bahnhof ab. Auch hier finden sich dann Abfälle aller Art, Urinpfützen, Erbrochenes sowie auch schon einmal grölende und randalierende Mitmenschen zur Untermalung des Ganzen.
Keine Abhilfe
Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier. Im Umkehrschluss bedeutet das, was man ihm nicht abgewöhnt, macht er weiter, auch Negatives. Am S-Bahnhof Frankfurter Allee sind erstaunlich wenig Autoritäten anzutreffen, die irgendjemand etwas Negatives abgewöhnen. Bahnpersonal und Ordnungshüter sind Mangelware. Zum Glück scheint es, dass die zahlenden Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel auf diese angewiesen sind und jeden Tag aufs Neue diverse Unannehmlichkeiten auf sich nehmen.
