Salbenrezepte

Rezepte für die Herstellung eigener Salben mit Indikationen

Salbe und Blüten - Schuhrk
Salbe und Blüten - Schuhrk
Salbe für die Hausapotheke - einfach Selbstgemacht! Hier Rezepte und Hinweise zu den Anwendungsmöglichkeiten, Erkrankungen und Beschwerden

WELCHE SALBE FÜR WELCHE VERWENDUNG?

Salben eignen sich insbesondere für die Behandlung von Gelenk-, Muskel- und Venenerkrankungen, stumpfen Verletzungen, Hautkrankheiten oder Verbrennungen. Außerdem sind sie bei Atemwegserkrankungen hervorragend als Zusatz für Inhalationen zu verwenden.

  • Auf der Grundlage von Schweineschmalz oder geklärter Butter eignen sich als wundheilende Salbe Ringelblumen- und Kamillenblüten in gleichen Anteilen.
  • Bei Wunden, Verstauchungen, Knochenbrüche sind in gleichen Anteilen Beinwell - und zwar die Blätter und Wurzeln - Ringelblumen, Kamille und Johanniskraut zu empfehlen. Bei Krampfadern, Hämorrhoiden Steinklee, Gartenrauke, Schafgarbe, Mariendistel und Blutwurz.
  • Bei offenen Beinen nutze man Beinwell, Weisskohlblätter, zerkleinerte Mariendistelsamen, Bockshornkleesamen und Nelkenwurzel.
  • Bei schlecht heilenden Geschwüren nehme man Goldrute, Kamille, Beinwell oder Ringelblume.
  • Bei Hautleiden unterschiedlicher Herkunft, auch bei Pilzen sind Walnussblätter, Roter Ackergauchheil, Erdrauch, Ackersteifmütterchen, Seifenkraut oder Kamille zu empfehlen.
  • Bei Warzen greife man zu Schöllkraut, Fetthenne und Ringelblume.

VERSCHIEDENE REZEPTE

Pappelsalbe wurde schon im Altertum von dem berühmten Arzt Galen empfohlen. Sie hilft gegen Probleme der Haut, wie beispielsweise Entzündungen und leichte Verbrennungen und lindert Beschwerden des Bewegungsapparates, wie Gelenkschmerzen, Verrenkungen und Verzerrungen. Auch gegen Hämorrhoiden kann sie hilfreich sein.

Für die Pappelsalbe werden die balsamisch duftenden Pappelknospen verwendet, die man im Frühjahr sammeln kann, bevor sich die Pappelblätter entfalten. Traditionell wurde Pappelsalbe mit Schmalz hergestellt. Einfach in 50 bis 60 Gramm Schmalz erhitzen, ziehen lassen und abfiltern.

Pappelsalbe selbstgemacht

Zur Herstellung einer Salbe auf der Basis von getrocknetem Leinkraut benötigt man 125 Gramm Vaseline und fünfzehn Gramm getrocknetes Leinkraut.

Beide Zutaten werden zwei Stunden lang im Wasserbad bei achtzig Grad erhitzt. Dann wird die heiße Masse in ein Seihtuch gegeben und ausgedrückt. Die noch warme und flüssige Mischung, die man dabei erhält, wird in kleine Glasbehälter gefüllt.

Die Salbe hilft bei Wunden aller Art und bei Schuppenflechte sowie Entzündungen.

Salbe aus Ringelblumenblüten

Für die Ringelblumensalbe anderer Machart wird Melkfett so erhitzt, als ob man ein Schnitzel braten wollte. In dieses heiße Fett gibt man die kleingeschnittenen Blüten (eventuell auch Blätter, wenn man nicht genug Blüten hat). Man lässt das Fett aufschäumen (deshalb einen hohen Topf verwenden!) und zieht es vom Herd. Zugedeckt lässt man alles einen Tag stehen. Am nächsten Tag erwärmt man das Fett leicht und filtert es durch ein Leinentuch in vorbereitete saubere Cremetiegel.

Johanniskraut als Salbenzubereitung

Johanniskrautsalbe hat gegenüber dem Johanniskrautöl den Vorteil, dass sie leichter aufgetragen werden kann und auch besser in die Haut einzieht. Dies ist besonders im Bereich der Gesichtspflege von Vorteil. Zur Herstellung benötigt man 40 Milliliter Johanniskrautöl, vier Gramm Bienenwachs (das entspricht etwa einem halben Teelöffel) und eventuell einige Tropfen Bergamotteöl.

Die Mischung kommt in ein Becherglas und wird etwa zehn Minuten im Wasserbad bei 70 Grad erwärmt. Wenn das Bienenwachs vollkommen aufgeschmolzen ist, das Ganze abkühlen lassen. In der Abkühlphase kann das Bergamotteöl dazugegeben werden. Das verleiht der Creme einen angenehm balsamisch-frischen Duft. Nach rund zehn Minuten Abkühlung in Cremetiegel abfüllen.

Verschiedene Salben und ihre Indikation

  • Kamillensalbe ist wie die Ringelblumensalbe eine Creme, die sich sehr gut für raue, spröde und rissige Haut eignet. Auch für schnellere Wundheilung ist sie hilfreich. Sie lässt sich genauso herstellen wie die Ringelblumensalbe, die wir zuerst beschrieben.
  • Odermennigsalbe empfiehlt sich besonders bei Gliederschmerzen, Prellungen und Blutergüssen als Umschlag. Zur Salbenbereitung werden die frischen oder getrockneten Blätter verrieben und mit Schweineschmalz, das leicht aufgeschmolzen wird, verrührt.
  • Die Beinwell-Salbe hilft bei Geschwüren und Wunden. Bei Schmerzen des Bewegungsapparates lindert sie diesen. Die Salbe fördert die Wundheilung und die Regeneration des Gewebes. Benötigt werden hierfür 45 Milliliter Beinwell-Öl und drei Gramm Bienenwachs.

Anmerkungen

Vorsicht: Gemäß der Kommission-E-Monographien und diverser Studien sollte die Beinwell-Salbe nur über sechs Wochen genutzt werden, zudem ist eine empfohlene Ration an Wurzeln oder des Krautes zu beachten. Beinwell enthält sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, die sich negativ auf die Leber auswirken und zudem erbgutschädigend sind. Ein hohes Maß somit sei nicht empfohlen, dennoch sei darauf hingewiesen, dass man stetig die Relation betrachten sollte: Jede apothekenpflichtige Arznei hat Nebenwirkungen. Kräuter hingegen eher geringere - und da man Salben zumeist nicht über Monate hinweg nutzt, sollte man hier zwar Vorsicht walten lassen, aber nicht erschrecken.

Hinweis: Der Artikel ersetzt keinerlei medizinische Behandlung oder den Arztbesuch. Bei ernsthaften Krankheitssymptomen konsultieren Sie bitte einen Arzt oder Heilpraktiker. Weder Autor noch Suite 101 übernehmen für Anwendungsfolgen oder Folgen fehlerhafter Einnahme von Heilpflanzen Verantwortung.

Barbara Schuhrk - Alruna Heilpflanzenschule, Copyright Schuhrk

Barbara Schuhrk - Barbara Henrike Schuhrk sammelte als Redakteurin langjährige Erfahrungen in der glitzernden Medienwelt. Die Rückbesinnung zur ...

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