Bevor Apotheken und Pharmaindustrie Pillen, Pulver und Salben mixten, war es für die Menschen eine Selbstverständlichkeit, ihre Heilmittel selbst herzustellen. Dieses Wissen geriet durch die bequemeren Fertigpräparate leider zunehmend in Vergessenheit. Und das, obwohl gerade die Zubereitung von Salbe kinderleicht ist.

Die Grundlagen der Salbenherstellung

Dennoch gibt es auch hierbei einige Dinge zu beachten. So lautet das erste Gebot, möglichst sauber zu arbeiten. Die Arbeitsfläche möge gereinigt, alle Geräte möglichst heiß abgewaschen sein, da jedwede Reste anderer Substanzen die Salbe schimmeln lassen könnten.

Auch nutze man Werkzeug aus den entsprechenden Materialien. Metall reagiert chemisch mit wertvollen Feinsubstanzen und beeinträchtigt die Wirkung. So sei dem Salbenzubereiter Holz, Porzellan, Emaille oder feuerfestes Glas ans Herz gelegt.

Material

Zunächst benötigt man ein Holzbrettchen zum Schneiden der Kräuter, die der Salbe zugefügt werden sollen. Ein Messer für eben diesen Zweck, einen Holzlöffel zum Rühren und einen Mörser zum Zerkleinern der Pflanzen. Zudem eine Pfanne zum Schmelzen des Fettes, einen Topf zum erneuten Erhitzen der Mischung, ein Leinentuch zum abseihen und zwei bis drei saubere, verschließbare Gläser. Auch ein Messlöffel oder -becher, eine Waage und ein Thermometer können von Vorteil sein, wenngleich sie nicht unbedingt erforderlich sind.

Die Salbenbasis

Grundsätzlich gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten, Salben selbst herzustellen. Als Grundlage wird Vaseline, Bienenwachs, Schweineschmalz, Kokosnuss-Öl oder das in Apotheken erhältliche geruchsneutrale Eucerin verwendet.

Dieses Fett wird in der Pfanne erhitzt, bis es geschmolzen ist, um dann zur Herstellung der Salbe frische oder getrocknete Kräuter in das lauwarme, gerade flüssig gewordene Fett einzurühren. Dabei sollte man die Pfanne vom Feuer nehmen. Dieses Gemenge lässt man ziehen und erkalten, wodurch die fettlöslichen Inhaltsstoffe extrahiert werden. Anschließend wird die Mischung erneut langsam verflüssigt, filtriert, in saubere, verschließbare Gefäße gefüllt und kühl gelagert.

Ein einfaches Rezept

Wenden wir uns der Zubereitung einer Ringelblumensalbe zu.

Dieses alte Hausmittel zur Heilung von allerlei Hautkrankheiten, Verletzungen, Ausschlägen, Flechten, Fußpilz, offenen Händen, Krampfadern, Geschwüren und auch Warzen können wir leicht selbst herstellen.

Die Ringelblume oder Calendula officinalis finden wir bei uns in Gärten, in wärmeren Gegenden, aber auch wildwachsend in der Natur: Der aufrechte Stengel (etwa 40 Zentimeter hoch werdend) ist stark verzweigt und wird von den länglichen Blättern umfasst. Die Blüte hat einen Durchmesser von drei bis sieben Zentimeter, ist orange, hell- oder dunkelgelb.

Für unsere Salbe reicht eine Handvoll Blüten, die wir klein schneiden und gegebenenfalls im Mörser weiter zerkleinern. Zeitgleich können bereits 100 bis 200 Milliliter Olivenöl erhitzt werden. Es ist durchaus möglich, diesem auch noch 20 bis 40 Gramm gereinigten Bienenwachs beizugeben. Ist beides geschmolzen und gut vermengt, fügen wir die Blüten hinzu. Diese Mischung lassen wir einige Minuten auf kleiner Flamme auskochen. Dabei darf das Olivenöl nicht zu heiss werden, damit die Blüten nicht verbrennen oder gar zu rauchen beginnen. Im Anschluss filtern wir das Öl ab, rühren die noch flüssige Masse gut durch, füllen sie in geeignete verschließbare Gefässe ab und lagern sie vorteilhaft kühl. Ist das Gemenge erkaltet, ist die Salbe fertig und einsatzbereit.

Andere Möglichkeiten der Salbenzubereitung

Salben können auch mit Tinkturen oder ätherischen Ölen hergestellt werden, indem man diese in das auf etwa 40 Grad abgekühlte Fett einrührt. Zudem gibt es noch weitere volksmedizinische Methoden:

Vier gehäufte Hände frischer Kräuter sind klein zu schneiden. Dann werden 550 Gramm Schweineschmalz so erhitzt, als würde man Fleisch anbraten wollen.

Die Kräuter sind in das heisse Fett zu geben, kurz aufzuheizen und umzurühren. Man nehme die Pfanne von der Flamme, decke sie ab und stelle sie über Nacht kalt. Am nächsten Tag ist das Fett erneut leicht zu erwärmen und durch ein Leinentuch zu filtern.

Die noch warme Salbe kann nun in Gläser oder Salbentiegel gefüllt werden und ist bis zu drei Monaten haltbar.

Fette, Öle und Wachs

Schweinefett ist dem der menschlichen Haut sehr ähnlich und dringt daher sehr weit in sie ein. Nachteilig allerdings ist, dass sich im Schweinefett Schadstoffe speichern. Die medikamentöse Behandlung der heutigen Tiere in Massentierhaltungen wirkt somit auch in der Zubereitung einer Salbe nach. So möge man in diesem Fall Schmalz von biologisch gehaltenen Tieren verwenden.

Möglich ist ebenso, einen halben Anteil geklärter Butter (Butter erhitzen, Schaum abschöpfen), einen Viertel Anteil Sonnenblumenöl und einen Viertel Anteil Bienenwachs gemeinsam unter Rühren zu erwärmen, kleingeschnittene Kräuter einzufügen, ziehen zu lassen, über Nacht auszukühlen und am nächsten Tag wieder zu erwärmen und durchzuseihen.

Möchte man eine Salbe mit Bienenwachs und Kräuteröl herstellen, nimmt man die entsprechenden frischen Kräuter, übergießt sie mit gutem, schweren Öl (beispielsweise Olivenöl) bis sie gut bedeckt sind und lässt das Ganze drei Wochen an einem warmen Ort stehen. Danach filtert man sorgfältig ab. Dazu eignet sich erneut ein Leinentuch, alternativ kann man auch einen Kaffeefilter nutzen.

Das gefilterte Öl möge man nun auf etwa 40 Grad erwärmen und mit geschmolzenem Bienenwachs so mischen, dass bei etwa 100 Milliliter Öl zirka fünfzehn Gramm Bienenwachs genommen werden. (Zwei Gramm des perlenartigen Bienenwachses entsprechen rund einem Messlöffel.) Danach verfahre man so, wie bei den bereits genannten Zubereitungsarten.

Ätherische Öle als Grundlage

Für eine Salbe mit ätherischen Ölen, Lanolin und Bienenwachs nimmt man zwei Esslöffel Öl von jenem Kraut, aus welchem man eine Salbe herzustellen wünscht. Dies kann man gegebenenfalls käuflich erwerben oder wird es selbst hergestellt haben. Zum Öl kommen 35 Gramm Lanolin und zwei Gramm Walrat aus der Apotheke; zwei Gramm Bienenwachs, 30 Tropfen des ätherischen Öles der freien Wahl.

Das Lanolin wird nun im Wasserbad geschmolzen, wofür wir ein feuerfestes Gefäß benötigen. Dann möge man das Kräuteröl hinzugeben. Walrat ist gesondert zu schmelzen und unterzumischen. Das gleiche gilt für Bienenwachs. Dabei sollte man stetig rühren, die Öle sacht hinzufügen und weiter rühren, bis die Salbe fast erkaltet ist und in Töpfchen gefüllt, verschlossen werden kann.

Fazit

Möge der Aufwand auf den ersten Blick auch verschreckend sein: Mit einfachem Fett und der Vielzahl von Kräutern und Blumen unserer Gärten und Umgebungen bietet die Natur uns phantastische Alternativen, die durchaus in Konkurrenz mit den Produkten grosser Firmen treten können, welche in Supermarkt und Drogerie feilgeboten werden.