Salt – Spannender Agententhriller mit Angelina Jolie

Salt Filmplakat - Sony Pictures Releasing
Salt Filmplakat - Sony Pictures Releasing
CIA Agentin Salt wird beschuldigt eine russische Spionin zu sein und flieht. Kann sie ihre Unschuld beweisen oder ist sie tatsächlich ein Schläfer?

Originell es sie nicht, die Geschichte, die in „Salt“ erzählt wird. Evelyn Salt, eine verdiente CIA-Agentin, wird von einem Überläufer beschuldigt, als Schläferin für die Russen zu arbeiten und ein Präsidentenattentat zu planen. Salt flieht und wird fortan von CIA-Kollegen (Liev Schreiber, Chiwetel Ejiofor) und dem Secret Service gejagt. Was „Salt“ zur gelungenen Unterhaltung macht, ist nicht das, was er erzählt, sondern wie er es erzählt.

Angelina Jolie als weiblicher Actionstar

Ursprünglich wurde die Hauptrolle für einen Mann konzipiert und Tom Cruise angeboten. Der sagte ab und die Rolle wurde für Angelina Jolie umgeschrieben. Ein Glücksfall für den Film, denn Tom Cruise wäre ein Zitat seiner selbst geworden, ein weiterer Superheld à la „Mission Impossible“. Mit Angelina Jolie, die unter anderem in „Lara Croft“ schlagkräftige Heroinen verkörpert hat, bekommt die Figur das Quäntchen Verletzlichkeit, das sie menschlich macht. Jolie wirkt überzeugend als Actionheldin, selbst bei den unglaublichsten Stunts, wenn sie z. B. auf ein fahrendes Motorrad springt oder einen Fahrstuhl im Schacht verfolgt! Und sie macht immer eine gute Figur, egal ob sie im eleganten Kostüm steckt oder im blutverschmierten Unterhemd.

„Salt“: Spannung statt Logik

Logik gibt das Drehbuch zugunsten von Spannung auf. „Salt“ bemüht sich um Doppeldeutigkeit, was in der ersten Hälfte gut funktioniert. Ist Salt unschuldig oder wirklich eine Schläferin? Nach der Enthüllung folgen ständig weitere Wendungen, die allerdings nicht mehr wirklich überraschen und dazu dienen, weitere Verfolgungsjagden auszulösen. Die sind rasant von Regisseur Noyce inszeniert und von Kameramann Robert Elswit verfilmt. Die treibende Filmmusik von James Newton Howard trägt ebenfalls dazu bei, den Adrenalinpegel des Zuschauers zu erhöhen. Jolies Nahkampfszenen im Krav-Maga-Stil sind effizient und flüssig choreographiert. Sie steckt genauso hart ein, wie sie austeilt. Als weiblicher Mac Gyver verwandelt sie Alltagsgegenstände zu Waffen und kommt aus den auswegslosesten Situationen heraus – ohne nennenswerte körperliche Schäden.

„Salt“ spielt mit altbekannten Versatzstücken des Agentenfilms

Das Script von Kurt Wimmer bedient sich bei den Agentenfilm-Reihen wie „Mission Impossible“ und „Bourne“ und mischt einen Schuss Bond dazu. Das alte Feindbild Russland wird wieder belebt, auch Nordkorea spielt in der Eröffnungssequenz seine Schurkenrolle. Es gibt die genreüblichen Zutaten: Präsidentenattentat, nukleare Sprengköpfe, Kalter Krieg, Weltfrieden. Und, wie alle Hollywood-Filme diesen Kalibers, geht es nicht ohne eine gehörige Portion Patriotismus und Lob auf den Helden, der die USA und damit die ganze Welt im Alleingang rettet. Ironischerweise ist das Klischee des Schläfers erst vor kurzem von der Realität eingeholt worden, als in den USA ein russischer Spionagering aufflog.

„Salt“ ist perfektes Popcorn-Kino – nicht mehr und nicht weniger

Regisseur Phillip Noyce, Drehbuchschreiber Kurt Wimmer und Hauptdarstellerin Angelina Jolie machen „Salt“ zum perfekten Popcorn-Kino. Mit 100 Minuten Laufzeit ist der Film gerade lang genug, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. An den amerikanischen Kinokassen hat „Salt“ nach knapp drei Wochen fast seine Produktionskosten von 110 Millionen Dollar eingespielt. Das Filmende hat schon vorsorglich die Möglichkeit einer Fortsetzung angelegt.

Salt. USA 2010. Regie: Phillip Noyce. Sony Pictures Releasing. 100 Min. Deutscher Filmstart: 19.August 2010

Brigitte Grahl, Brigitte Grahl

Brigitte Grahl - Nach meinem Studium der Germanistik und Publizistik an der FU habe ich als freie Journalistin bei Print- und Online-Medien ...

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