
- Salzberge bei Es Trenc /Mallorca - Cornerstone / pixelio.de
Ein deutsches Sprichwort lautet „Ohne Gold kann man leben. Ohne Salz nicht.“ Im Mittelalter war Salz rar und deshalb so kostbar, dass es in Gold aufgewogen wurde und den Beinamen “weißes Gold“ bekam. Auch heute ist Salz das wichtigste Würzmittel in der Küche. Der Geschmack von Salz, dem unentbehrlichen Natriumchlorid, lässt sich durch nichts ersetzen. Ohne Salz schmeckt alles einfach nur fad, es fehlt das ebenfalls sprichwörtliche “Salz in der Suppe“.
Salz ist mehr als nur salzig
Salz hat verschiedene Ursprünge. So wird beispielsweise Steinsalz bergmännisch abgebaut, es gibt Salz aus Bergseen und aus dem Meer.
Jenseits der klassischen “Trampelpfade“ der in den meisten Küchen benutzten “Allerweltswürze Koch- oder Speisesalz“ gibt es Genuss der feinen Art zu entdecken. Denn Salz kann viel mehr sein als nur salzig. Es verstärkt die individuellen Aromen jeder Speise.
Es gibt viele Arten Salz und für welches man sich entscheidet, kann die gesamte Komposition eines Gerichtes bestimmen. Einige Varianten des beliebten Grundgewürzes sind gar farbig. Ein kleiner Einblick in die vielfältige Welt der Salze:
Fleur de Sel
Ohne Zweifel ist Fleur de Sel zurzeit in aller Munde. Es gehört zu den bekanntesten Salzen. Übersetzt heißt Fleur de Sel “Salzblume“, man nennt es aber auch “Königin der Salze“. Die “Blumen“ entstehen bei der Gewinnung von grobem Meersalz. Das verdunstete Meerwasser setzt sich in den Salinen wieder als hauchdünne Schicht auf dem Wasserspiegel ab. Es gibt viele Sorten Fleur de Sel, aber nur ein Original: Fleur de Sel de Guérande. Seit Jahrhunderten gewinnen Franzosen dieses Meersalz an der Atlantikküste im Süden der Bretagne auf traditionelle Art, geerntet in reiner Handarbeit, ohne Zusatzstoffe, aber reich an Inhaltsstoffen.
Fleur de Sel ist außergewöhnlich intensiv, besitzt aber eine zarte, leicht knusprige Textur. Es wird in der kalten Küche als “Finishsalz“ benutzt, also erst ganz zum Schluss als Nuance über das fertige Essen gestäubt. Seine natürliche Restfeuchte machte es für Salzstreuer oder -mühlen ungeeignet, man stellt es in flachen Schälchen auf den Tisch.
Australisches Murray River Salz aus roten Flocken
Dieses Salz besteht aus hauchdünnen, zart rosa Flakes, die auf der Zunge wie Schneeflocken zerschmelzen. Es wird auch “Seide des Salzes“ genannt. Das milde Murray River Salz eignet sich ebenfalls zum Nachwürzen bei Tisch und ist zum Kochen viel zu schade – und viel zu teuer. Murray River Salz stammt aus Australien. Der Murray River ist der größte Fluss Australiens. Unterhalb des Murray River Beckens gibt es einen unterirdischen Salzsee, dessen rosafarbene Sole an die Oberfläche gepumpt und unter der Sonne getrocknet wird. Die Farbe des Salzes entsteht durch die Farbpigmente (Karotine) einer salztoleranten Alge.
Sel Miroir aus Bolivien
Im Südwesten Boliviens wird das Miroir-Salz abgebaut. Es stammt aus dem ehemals größten Salzsee der Welt, einem heute ausgetrockneten Bergsee, der in 3.700 Metern Höhe liegt. Während der Regenzeit prasselt drei Monate lang ununterbrochen der Regen auf die riesige Salzfläche, die dann aussieht wie ein gigantischer Spiegel. Diesem Umstand verdankt Sel Miroir seinen Namen (Spiegel heißt auf Französisch Miroir). Sel Miroir ist wie das australische Salz von einer zartrosa Farbe und sein angenehm weicher Geschmack überzeugt Gourmets in aller Welt.
Schwarzes Hawaii Meersalz
Das Hawaiisalz ist schwarz, weil es mit Aktivkohle angereichert ist. Das pure Pazifik-Meersalz wird auf der Insel Molokai produziert und veredelt, indem ihm Mineralien und Spurenelemente zugesetzt werden und in einer abschließenden Prozedur die farbgebende, hochreine Aktivkohle. Das leicht glitzernde Salz ist auch unter dem Namen Black Pearl bekannt. Dem schwarzen Meersalz wird wegen der Aktivkohle eine antitoxische, die Verdauung fördernde Wirkung nachgesagt. Das Meersalz aus Hawaii ist nicht für Salzmühlen geeignet.
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