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San Francisco: Sehenswürdigkeiten - Angel Island Einwanderer Camp

Chinesische Einwanderer in San Francisco - Angel Island Immigration Station Foundation
Chinesische Einwanderer in San Francisco - Angel Island Immigration Station Foundation
Der Geschichte der Einwanderer nach Kalifornien spüren Besucher auf Angel Island in der Bucht von San Francisco nach. Die Insel hat neue Sehenswürdigkeiten.

Sie gehört nicht zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten von San Francisco: die Insel Angel Island in der Bucht am Golden Gate. Aber sie verkörpert mit ihren Einrichtungen der Einwanderungsbehörde die dramatische Geschichte einer der wichtigsten ethnischen Gruppen der Stadt an der Westküste der USA wie kaum eine andere Attraktion San Franciscos: der Chinesen.

Erste chinesische Einwanderer in San Francisco und Kalifornien

Die ersten chinesischen Einwanderer waren während des Goldrausches in Kalifornien nach San Francisco gekommen. In den aufregenden Jahren des Goldfiebers drängten Tausende von Chinesen in die Goldregionen der Sierra Nevada, wo sie sich außer bei der Suche nach Gold vor allem als Wäscher und Köche ihren Unterhalt sicherten. Als dann die Eisenbahn in den Osten der USA gebaut wurde, waren chinesische Arbeiter bei den Gleisbauarbeiten eingesetzt worden.

Anfangs waren Chinesen willkommene Einwanderer in der aufstrebenden Region an der Westküste Amerikas, galten sie doch als besonders fleißig und arbeitswillig. Viele von ihnen stammten aus der Provinz Guangdong in Südchina, wo die meisten vor den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in ihrer Heimat flohen.

Wirtschaftskrise hat strengere Einwanderungsgesetze für Chinesen zur Folge

In den 1870ern brach die Wirtschaft auch in Kalifornien ein, und in einer Umgebung, die weniger Jobs bot als bisher, wurden strebsame und ehrgeizige Konkurrenten aus China nicht mehr gern gesehen. Sehr schnell folgte daher eine Verschärfung der Einwanderungsgesetze, die schließlich 1882 im Gesetz zum Ausschluss der Chinesen mündete, aufgrund dessen zehn Jahre lang kein chinesischer Arbeiter mehr einwandern durfte.

In den Anfangsjahren dieser diskriminierenden Einwanderungspolitik der Amerikaner oblag die Entscheidung dem einzelnen Einwanderungsbeamten, wer ins Land einreisen durfte oder nicht. Es geschah immer wieder, dass auch Geschäftsleute und hochqualifizierte Antragsteller als Arbeiter eingestuft wurden und ihnen die Einwanderung verweigert wurde. Dreißig Jahre dauerte es, bis die Handhabung der strengeren Einwanderungsgesetze in geregeltere Bahnen gelenkt wurde.

Einwanderungsstation auf Angel Island in der Bucht von San Francisco von 1910

Um die Ströme neuer Einwanderer überprüfen zu können, entstand 1910 die neue Einwanderungsstation auf der größten Insel in der Bucht von San Francisco: Angel Island. Ähnlich wie ihre Nachbarinsel Alcatraz bot auch Angel Island eine fluchtsichere Unterbringung der Neueinwanderer, die oft wochen-, monate- oder sogar jahrelang auf die endgültige Entscheidung über ihren Einwanderungsantrag warten mussten.

Viele heutige Bewohner des Chinesenviertels von San Francisco blicken auf dramatische Erlebnisse in ihrer Familiengeschichte zurück, die sich auf Angel Island abspielten. Intensive und lange Interviews von Einwanderungsbeamten sollten sicherstellen, dass die gesetzlichen Anforderungen nicht umgangen wurden. Und trotzdem gelang es chinesischen Einwanderern immer wieder, das System zu schlagen.

So wussten manche von ihnen, wie sie bestimmte Schlupflöcher im amerikanischen Einwanderungsgesetz umgehen konnten. Die Zuwanderung von Familienangehörigen bereits im Lande befindlicher Chinesen wurde weiterhin erlaubt. Einige Schleuser nutzten diesen Umstand, indem sie die Kinder armer Familien als ihre eigenen ausgaben. Diese "Papiersöhne", deren Verwandtschaft nur auf dem Papier bestand, mussten vor der Abreise in die USA die Familienverhältnisse ihrer Schleuserfamilien genauestens einstudieren, denn sie wurden auf Angel Island detailliert dazu befragt. Tauchten Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen auf, konnte die Wartezeit auf die Einreisegenehmigung sich um Monate und manchmal sogar um Jahre verzögern.

Gedichte als Zeitzeugen an den Wänden der Einwanderungsstation auf Angel Island

Besucher können nun die zweistöckigen Baracken der früheren Einwandererstation auf Angel Island besichtigen. An den Wänden der ehemaligen Unterkünfte zeugen zahlreiche Gedichte von den traumatischen Erlebnissen, die die chinesischen Aspiranten im Verlauf der Einwanderungsprozedur über sich ergehen lassen mussten. Miserables Essen, Unsicherheit, ob der Antrag auf Einwanderung genehmigt wurde oder ob die Abschiebung in die Heimat drohte, ungewohnte Vorgehensweisen bei der medizinischen Untersuchung der Antragsteller und viele andere Dinge machten den Aufenthalt auf Angel Island für viele Chinesen zu einem unangenehmen Erlebnis.

Es gab zwar auch Einwanderer aus anderen Ländern der Erde, die über Angel Island die Einreise in die USA beantragten. Aber keine dieser Gruppen sah sich mit so restriktiven Einwanderungsbestimmungen konfrontiert wie die chinesische Bevölkerungsgruppe. 1943 wurde das berüchtigte Gesetz zum Ausschluss von Chinesen zwar aufgehoben, aber das bedeutete nicht, dass die Einreise für sie einfacher wurde. Bis 1965 waren pro Jahr nur 105 chinesische Einwanderer in den USA zugelassen.

Besichtigung von Angel Island

Die Insel erreicht man per Fähre von San Francisco, Oakland und Tiburon aus. Die ehemalige Einwanderungsbehörde wurde restauriert und ist nun teilweise für Besucher zugänglich. Die meisten Baracken der Einwanderungsbehörde sind nur zugänglich mit einer Führung. Raum 105 kann auf einer selbstgeführten Tour besichtigt werden (wenn Personal verfügbar ist). Das Gelände der ehemaligen Einwanderungsbehörde ist täglich von 8.00 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet.

Quelle: Angel Island, Immigration Station Foundation und eigene Recherchen

Eine weitaus bekanntere Attraktion von San Francisco ist die Golden Gate Bridge.

Monika Fuchs, Monika Fuchs

Monika Fuchs - Seit 1989 ist Monika Fuchs ganzjährig auf Reisen in den USA, Kanada, Zentralamerika, Australien, Südafrika, Namibia, Zimbabwe, ...

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