Der deutsche Kardinal Joseph Aloisius Ratzinger wurde im Konklave am 19. April 2005 zum Papst Benedikt XVI. gewählt und ist damit Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und des Staates der Vatikanstadt. Er galt als einer der einflussreichsten Kardinäle und theologisch und kirchenpolitisch als rechte Hand seines Vorgängers Papst Johannes Paul II.

Das Programm des Papstbesuches

Vom 22. bis 25. September 2011 besucht Papst Benedikt XVI. Deutschland mit den Städten Berlin, Erfurt und Freiburg. Besonders seine Rede am 22. September um 16.15 Uhr im Deutschen Bundestag wird heftig und kontrovers diskutiert, auch oder besonders unter den Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Am 24. September um 9.00 Uhr wird der Papst eine Messe auf dem Erfurter Domplatz abhalten. Am 25. September findet in Freiburg um 12.45 Uhr ein Mittagessen mit den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz, um

16.20 Uhr ein Treffen mit den Bundesverfassungsrichtern und um 17.00 Uhr eine Rede im Freiburger Konzerthaus vor seinem Rückflug nach Rom statt.

In allen Städten werden Demonstrationen und Aktionen gegen den Besuch durchgeführt.

Die Gäste bei „Menschen bei Maischberger“

Als Gäste zu ihrem Thema „Papst ohne Einfluss: Wer braucht noch Benedikt?" hat Sandra Maischberger folgende Gäste zu ihrer Talkrunde eingeladen.

Pro...

Gloria von Thurn und Taxis ist konservative Katholikin, ein Papstfan der ersten Stunde und besucht in Rom regelmäßig seine Messen. „Dass er nach Deutschland kommt, ist eine wunderbare Unterstützung für uns alle. Seine Botschaft richtet sich nicht nur ans gläubige Volk, sondern an alle", sagt Fürstin Gloria, die Papst Benedikt vor drei Jahren bei einer Privataudienz erlebte.

Prälat Wilhelm Imkamp ist der Direktor des Wallfahrtsortes Maria Vesperbild. Wilhelm Imkamp. warnt vor einem beliebigen Glauben und fordert eine Neu-Evangelisierung Deutschlands. Er nennt sich selbst „Lautsprecher Gottes" und gilt als Popstar der konservativen Katholiken.

Der Journalist und Papstbiograph Andreas Englisch gilt als intimer Kenner des Vatikans

„Er musste in die Rolle als Papst langsam hineinwachsen, das waren große Schuhe für einen schüchternen Theologen", so Andreas Englisch. Englisch ist überzeugt, dass der deutsche Papst in die Geschichte eingehen werde, weil er den „Schmutz in der katholischen Kirche mit eisernem Besen auskehren" werde.

...und kontra

Die Bestsellerautorin Esther Vilar ist bekennende Atheistin. Sie kritisiert die katholische Kirche als engstirnig und sexistisch. Für die Botschaft an ein ewiges Leben hat sie nur Spott übrig. „Man müsste Millionen Jahre leben. Das würde uns doch zu Tode langweilen", glaubt Esther Vilar wuchs in Argentinien unter Katholiken auf.

Mathieu Carrière trat mit 19 Jahren als Jesuitenzögling aus der Kirche aus. Er meint, die Kirche könne sich nicht glaubwürdig nach 2.000 Jahren Gemetzel und finsterster Barbarei anmaßen, , moralisches Vorbild zu sein. Der überzeugte Buddhist hält eine Trennung von Staat und Kirche für dringend erforderlich: „Ich bin gegen Glauben allgemein. Ich halte das für sehr gefährlich. Religion ist eine Wahnwelt."

Friedrich Schorlemmer kritisiert den Papst deutlich. Er sei nicht heiliger als andere und vermessen in seinem Anspruch, der Repräsentant Gottes zu sein. Bemühungen um Annäherung würden mit Ablehnung beantwortet, beklagt der evangelische Theologe und frühere DDR-Bürgerrechtler.

Quelle:ARD-Presseinformation

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