„Sansibar“ ist der Name der größten Inselgruppe Ostafrikas. Sie gehört zu Tansania und setzt sich zusammen aus der 86km langen Hauptinsel Unguja, der Insel Pemba im Norden und vielen kleinen Inseln, die sich vor allem westlich um Unguja gruppieren. Das Sansibar Archipel liegt im Indischen Ozean, ganz im Westen, knappe 40km vom tansanischen Festland entfernt. Ihm ist ein Riff vorgelagert, das übersät ist mit bunten Korallen, Muscheln, Schnecken und Fischen, über 2000 Arten können Schnorchler und Taucher entdecken.
Stone Town, die Altstadt
„Zanzibar Town“ oder "Zanzibar City" heißt die administrative Hauptstadt des Archipels, „Stone Town“ ihre Altstadt. Hier verschmelzen Schwarzafrika und Orient, enge Wege navigieren vorbei an Basaren und Geschäften, untergebracht in restaurierten und heruntergekommenen Bauten aus Korallengestein und Muschelkalk. Straßen führen zu den Moscheen, Palästen und Hindu-Tempeln.
Verschleierte Frauen und Männer, oft eingehüllt in einen traditionellen Kanzu – ein langes Kleid aus hellem Stoff – schlurfen durch labyrinthische Gassen. Palavert wird meist auf Kisuaheli, oder auf Arabisch. Mehr als 90 Prozent der Sansibari, die Einheimischen von Sansibar, verehren den Propheten Mohammed. Sie praktizieren einen liberalen Islam, in den Diskos sind Mädchen in engen Tops und Jungs mit Bier in der Hand keine Seltenheit.
Sehenswürdigkeiten der Stone Town
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen
- die arabische Festung, die 1701 fertig gestellt wurde. Im 19. Jahrhundert wurden Gefangene ins Fort abgeschoben, während der britischen Kolonialzeit waren es englische Ladies, die im Innenhof ungestört Tennis spielen konnten. Heute finden dort Tanz- und Musikveranstaltungen statt
- der Sultanspalast Beit el Ajaib (deutsch: Haus der Wunder) direkt in der Hafenbucht, eine Melange aus arabischer und viktorianischer Baukunst
- der Museumspalast, wo der Prunk der Sultane ihre Herrscherzeit dokumentiert.
Wer sich weniger für Architektonisches interessiert, der besichtigt
- den Dhau-Hafen, von wo die meisten Schiffe Pemba oder das tansanische Festland anvisieren
- oder der feilscht am Darajani-Markt um Papaya, Mangos, Fische oder Kokosnussöl.
Bootsausflüge, Ruinen und Gewürze
In Zanzibar Town residierenden Badebegeisterten und Unterwasserfans empfiehlt sich eine Bootstour zu den umliegenden Inseln. Eilande wie Changu, Bawe und Pange bezaubern mit paradiesischen Sandbuchten, zwischen den Inseln liegen exotische Korallenbänke. Auf den Inseln Grave, auch Chapwani genannt, und Chumbe können sich Erholungssuchende in luxuriösen Hotels verwöhnen lassen.
Als weitere Ausflugsziele bieten sich verschiedene Ruinen an, zum Beispiel die Maruhubi Palace Ruinen, wo einst ein Harem lebte, oder die Dunga Palace Ruinen, 15km nördlich von Zanzibar Town. Touristenbüros bieten auch Touren an, die Ausflüge zu den Ruinenstätten und zu einzelnen Plantagen kombinieren: die Gewürztouren. Hier sehen Besucher nicht nur, wie Litschi, Rambutan, Kakao und dergleichen angebaut werden, sondern sie erfahren auch von ihren kulturellen und kulinarischen Bedeutungen.
Wale und Delfine, Bootsbauern im Norden und Palmenstrände im Osten
Taucher, Schnorchler und Freunde von Meeressäugern kommen in Sansibar ganzjährig auf ihre Kosten. In den Meereskanälen, zwischen den Inseln und dem Festland, gleiten zwischen November und April Walhaie und Mantas schwerelos durchs Wasser. Von August bis Oktober können Buckel- und Pottwale beobachtet werden, und die drei Delfin-Arten der sansibarischen Gewässer springen, pfeifen und quietschen von Januar bis Dezember.
Wer an die Nord-, West- oder Südküste reist um an langen Palmenstränden den Sand durch die Zehen rieseln zu lassen, der wird jedoch enttäuscht sein. Weiße Palmenstrände vor türkisem Meer, das bietet die Ostküste. An der Nordküste können vor allem Fischer und Männer beobachtet werden, die aus Mahagoni-Stämmen eine Dhau konstruieren.
Weitere Information zu Sansibar:
Gabriel, Jörg (2006): Tansania, Sansibar, Kilimanjaro. Bielefeld: Reise KNOW-HOW Verlag Peter Rump GmbH.
