
- Statue des Hl. Nikolaus - Peter Lachnit
Der Heilige Nikolaus ist waschechter Türke. Zumindest auf dem Territorium der heutigen Türkei geboren. Auf der Fahrt über die Autostraße von Finike nach Kas - an der südtürkischen Mittelmeerküste und dem sogenannten "Lykischen Weg" gelegen - warten viele antike Stätten, herrliche unberührte Badebuchten, lykische Felsengräber und eine Natur, die es lohnt gesehen zu werden.
Der Heilige Nikolaus und Myra
Im antiken Myra lebte der Heilige Nikolaus als Bischof. Die heutige Stadt Demre war in der Antike unter dem Namen Myra eine der bedeutendsten Städte des Lykischen Bundes und der Region Lykien. Diese Provinz umfasste den südwestlichen Teil Anatoliens. Das Wort "Myra" bedeutete in der Antike "Strahlendes Licht" und die Stadt hatte im Lykischen Bund drei Stimmrechte. Nach der lykischen Periode bekam Myra durch die Besuche des Heiligen Paulus, des Evangelisten Lukas und Aristarchos, dem Führer des Christentums in der Region, eine besondere Bedeutung und wurde im 5. Jahrhundert nach Christus Erzbischofstadt und wichtiges religiöses Zentrum in Anatolien. In Demre wird am 6. Dezember jeden Jahres in der Sankt Nikolaus-Kirche eine Messe gefeiert und im Mai findet jährlich ein großes Festival statt.
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Die in der ganzen Welt bekannte Figur des Heiligen Nikolaus ist besonders Kindern und Seeleuten als Schutzheiliger geläufig. Der Heilige Nikolaus ist ohne Zweifel eine Persönlichkeit, die ihren Platz in der Geschichte Anatoliens gefunden hat. Und er ist sowohl in der römisch-katholischen als auch in der orthodoxen christlichen Kirche anerkannter Heiliger. Laut Überlieferungen ist er ein Symbol für Bruderschaft, Solidarität, Liebe und des Respekts zwischen den Menschen und dem Frieden. Nikolaus war ein großer Humanist, er sah es als Lebensaufgabe an, die Liebe in der Welt zu verbreiten. So kam seine Botschaft in Ost und West an. Mit dem jährlich stattfindenden Hl. Nikolaus Symposium wirkt das Ziel des Heiligen noch im 21. Jahrhundert nach.
Die Umgebung des Heiligen Nikolaus im 21. Jahrhundert
Neben der Sankt Nikolaus-Kirche befinden sich am Fuß der Berge die Felsengräber und Ruinen der antiken Stadt Myra. Der Heilige hat kulturinteressierten Touristen und auch Archäologen ein gewaltiges Erbe hinterlassen. Zwar nicht von ihm geschaffen, aber von seinen Zeitgenossen und der Natur selbst. Nikolaus ist allein der Botschafter für diese Region. Die Fassaden der Felsengräber und die Grabräume wurden den damaligen Häusern nachgebaut und werden auf das 6. Jahrhundert vor Christus datiert. Gleich neben den Felsengräbern steht das griechisch-römische Theater. Der obere Teil des Theaters ist eingestürzt, aber die Sitzreihen sind noch gut erhalten. Im unteren Teil gibt es 29 und im oberen Teil 7 Sitzreihen. Die Fassade des Theaters war mit Säulen, Nischen, Reliefstatuen und Zierwerk reichlich bestückt. Diese Reliefstücke kann man zerstreut zwischen den Felsengräbern und dem Theater sehen.
Kekova und Simena
Nahe von Myra befinden sich zwei weitere antike Städte, die auch im 21. Jahrhundert noch belebt sind. Die Insel Kekova liegt gegenüber der Mündung des Cayagy-Flußes, der durch Andriaka führt. Die anschließende Bucht Ücagizlar führt in eine andere Welt. Gebäude unter Wasser und über das Wasser ragende lykische Königsgräber können fast den Atem rauben. Simena ist der antike Name des heutigen Kale. Auch Simena liegt teilweise unter Wasser, aber auf dem Abhang findet man innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer zweistöckige Häuser, die auch heute noch bewohnt werden. Nach Silbermünzenfunden kann man die Stadt zumindest in das 4. Jahrhundert vor Christus datieren.
Quellen: Necmi Cetin, Hüseyin Cimrin
