
- Die Wehrkirche mit Glockenturm - pixelio.de
Santa Eulària begrüßt Gäste auf charmante Weise, geradezu malerisch ist die Zufahrt um den Kirchhügel Puig de Missa, vorbei an einer kleinen Bogenbrücke aus der Römerzeit. Das Viaducto Romano spannt sich über das Bett des Riu de Santa Eulària, den einzigen Fluss der Pityusen. Er führte bis Ende des 20. Jahrhunderts Wasser, brachte schon den Arabern Wohlstand, die das kostbare Quell mit Bewässerungssystemen auf Felder leiteten. So wurde Landwirtschaft in großem Stil möglich.
Ein gepflegter Badeort
Heute überzeugt der gepflegte Badeort mit seiner Strandpromenade. Zwischen Laternen, Palmen und Blumenrabatten flaniert man bis zum Yachthafen, wo schicke Sonnenplätze zu einem Drink einladen. Oder, in der Gegenrichtung, bis an die Mündung des alten Flusses, in die jetzt das Meer hineinfließt. Im Ortskern lässt es sich vorzüglich schwelgen: Der Passeig de S’Alamera ist von Restaurants und Cafés eingerahmt, und in der Carrer Sant Vicent dreht sich alles ums leibliche Wohl, weshalb Residenten sie scherzhaft „Fressgasse“ nennen.
Der Ursprung der Stadt
Über dem modernen Städtchen thront der Ursprung von Santa Eularia, stolz und erhaben, auf dem Puig de Missa. Urige Bauernhäuser verschmelzen mit der Wehrkirche zu einem wertvollen Stück Tradition, darunter auch, in einer restaurierten Finca, das Ethnologische Museum. Dort ist das gestrige Ibiza zum Greifen nah, Trachten, Haushaltsgüter, Möbel, eine alte Ölmühle zeigt eindrucksvoll, wie man damals Olivenöl gewann. Kunstfreunden gefällt das kleine Barrau-Museum mit Bildern von Laureá Barrau – ein Impressionist, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf Ibiza weilte.
Golfplätze und Hippiemärkte
Wer es sportlich mag, begibt sich auf die Nebenstrecke nach Eivissa. Dort leuchtet saftiggrün der Golfplatz Roca Llisa, der sich durch 27 Löcher auszeichnet. Zuvor lockt links die Cala Llonga als Badebucht mit breitem Sandstrand. Von hier aus bietet sich eine Bootstour an, über Santa Eularia bis zur Ferienhochburg Es Canar, wo wöchentlich ein großer Hippie-Markt stattfindet.
Die Blumenkinder prägten auch Sant Carles de Peralta, ein Dörfchen, das weiter nördlich im Landleben ruht. Ein Zeuge der bunten Zeit, und immer noch Schauplatz vieler Feste und Märkte, ist das legendäre Las Dalias. Bäuerische Traditionen vergangener Jahrhunderte bewahrt das Museum Es Trui de Can Andreu. Von Sant Carles führen auch Wege zu mehreren Felsbuchten, Oasen des Friedens, mitunter gar der Einsamkeit. Sie heißen Pou des Lleo, Cala Boix oder Cala Mastella und tragen alte Fischerhütten zur Schau, die sogenannten „Varaderos“.
Kulturtreff Santa Gertrudis
Zum Bezirk Santa Eularia zählt noch Santa Gertrudis de Fruitera, ein schmuckes Dorf in der Inselmitte. Im Umland wird traditionell Obstanbau kultiviert, wie der Beiname „de Fruitera“ zeigt. Der Ortskern lädt mit vielen Cafés und Bars zum Verweilen ein. Kulturliebhaber schätzen die Auktionen und Antiquitäten, die Gemäldegalerien und Kunsthandwerk, das hier die Geschäfte füllt.
