Santiago Calatrava - Kulturbauten

Konzertsäle und Museen: Rippenkonstruktionen tragen seine Entwürfe

Das unterscheidet ihn von anderen Architekten: skurile Bauten in Bewegung mit abhebender Wirkung, organische Elemente wie das Auge und Rippenfomen inbegriffen.

Der Stararchitekt Calatrava ist bekannt durch seine unkonventionellen, fantasievollen, fast schon gestaltenähnlichen Bauten. Charakteristisch für ihn ist, dass seine Objekte nicht nur aus der Betrachtung eines Architekten entstehen, sondern auch aus der eines Künstlers und Ingenieurs. Calatrava hatte nach Abschluss seines Architekturstudiums zusätzlich Bautechnik studiert und im Vorfeld angefangen Kunst zu studieren. Zahlreiche Skulpturen zählen daher ebenso zu seinem Schaffen. Die permanent wachsende Berühmtheit erlangte er durch seine Brücken, Verkehrsbauen, Türme und auch Kulturbauten.

Auditorium auf Teneriffa 1991-2003

Santa Cruz de Tenerife

Mit dem Auditorium hat Calatrava einen Konzertsaal ganz besonderer Ausstrahlung geschaffen. Es gilt als eines seiner bislang ungewöhnlichsten Bauten. Äußerst skulpturale Gestalt nimmt das Gebäude an, wenn man zunächst das Betondach betrachtet. Der charakteristischste Gebäudeteil formiert sich aus einer Dreiecksform, die sich gebogen 60m über dem Rumpf des Baus erhebt. Der Konzertsaal selbst ist mit einer 50m hohen Kuppel überspannt. Die lammelenartige Deckenkonstruktion symbolisiert das Motiv der Sonne. Innerhalb des Gebäudes ist die Decke mit Kachelscherben bedeckt, die an die Technik des spanischen Architekten Gaudi erinnern läßt. Das 154x100m große Gelände der Halle selbst erstreckt sich mit einem Höhenunterschied von 60m. Den Konzertsaal errichtete man auf einem abgetreppten Sockel, in welchem sich Umkleideräume und technische Vorrichtungen befinden. Betrachtet man das Gebäude von unterschiedlichen Seiten, ergibt sich jedesmal eine andere abstrakte Formensprache.

Stadt der Künste und Wissenschaften 1991-2006

Valencia

In seiner Heimatstadt Valencia entwarf Calatrava für ein Kulturareal drei Bauten. Ein östliches Randgebiet der Stadt sollte saniert werden. Hier entstanden das Planetarium, das Museum der Wissenschaften und ein Opernhaus.

Planetarium

Das Planetarium mit ingegriertem IMAX-Kino gleicht der Form eines Auges. Eine Halbkuppel symbolisiert die Pupille, die mit einem rippenformigen Dach, ähnlich einem Augenlid, überdeckt werden kann. Hier kann man Vergleiche zu Calatravas Studien des menschlichen Auge heranziehen. Auch kommt deutlich der Drang des Architekten zu Tage, Bewegung in seine Bauwerke zu integrieren. Insgesamt 2600qm umfasst das Planetarium.

Museum der Wissenschaften

Rippenartige Formen beinhaltet ebenso das Museumsbau des Areals. In diesem Fall sind die Rippen innerhalb einer baumförmigen Zackenkonstruktion in der Betonkonstruktion angebracht. Die zahlreichen dadurch entstehenden Freiflächen lassen reichlich Tageslicht in das Gebäude und sind mit Glas ausgefacht. Das Museum hat eine Länge von 241m und umfasst 41530qm.

Palau de les Arts (Opernhaus)

Die Oper ähnelt nach Aussage Calatravas einer "monumentalen Skulptur". Das von zwei Betonschalen umfasste Gebäude beheimatet ein Auditorium als zentralen Raum mit 1706 Sitzplätzen, ein kleineres Auditorium für Kammermusik sowie eine weitere Halle für 1520 Gäste. Ein weiterer Raum für experimentellen Tanz und Theater und einer Kunstgalerie befindet sich neben dem Hauptgebäude.

Milwaukee Art Museum 1994-2001

Milwaukee

Das 1957 erbaute Museum diente zunächst als Kriegsgedenkstätte. Nach einem Anbau im Jahr 1957, lobten Treuhänder einen Wettbewerb für einen neuen imagestärkenden Eingang. Von den 77 teilnehmenden Architekten setzte sich Calatrava mit einem Entwurf aus Glas und Stahl durch. Das für den Ingenieurarchitekten charakteristische Element Bewegung kommt hier zum Einsatz. Eine 27m hohe Empfangshalle wird mit einem beweglichen Sonnensegel beschattet, was ihm den Spitznamen "Burke Brise Soleil" einbrachte. Die Sonnenblende ist aus zwei gerippten Flügeln aufgebaut. Hinter dem Konstrukt steht ein hochtechnisches System. Übersteigt nämlich die Windstärke 65km/h hebt eine Computersteuerung die manuelle Regulierung auf.

Katrin Braun, Foto Sauter München

Katrin Braun - Nach meinem Studium der Geschichte fand ich bald Gefallen am Verlagswesen. Publizieren im Print- und Onlinebereich begeisterte mich von ...

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