
- Sarah Jessica Parker in Berlin City - Caroline Stern
Sarah Jessica Parker ist in der City, um ihren neuen Film "Der ganz normale Wahnsinn – Working Mum" (Kinostart: 17. November) zu promoten. Der Wahnsinn begann bereits ohne die dreifache Mutter beim offiziellen Fototermin im Hotel Adlon Kempinski Unter den Linden am 2.9.2011. Der festgesetzte Termin wurde zunächst kurzfristig um eine Stunde vorverlegt. Mit drei Ausrufezeichen, ergo höchste Priorität. Dabei vergessen Agenturen gerne, dass nicht nur amerikanische Schauspieler volle Kalender haben, sondern auch deutsche Journalisten. "Wir haben uns alle abgehetzt", erklärt ein betroffener Kameramann.
Warten auf Carrie und plötzlich: "Jetzt wird gestreikt!"
Nun wurden im Zehn-Minuten-Takt die rund 60 Fotografen und Kameraleute immer wieder vertröstet: "Noch fünf Minuten, dann erscheint Frau Parker", lautete die offizielle Formel. Einige der Wartenden hatten ganze eineinhalb Stunden in dem mittlerweile überhitzten Raum ausgeharrt. Glücklich allein, wer von der Terminvorverlegung nichts gewusst hatte, weil er noch bei Hape Kerkelings neuem Film "Terra X" mit dem deutschen Schauspieler im Kino saß, beispielsweise. Wer "zu spät" kam, war also trotzdem pünktlich.
Plötzlich der Eklat nach dem siebten Mal "in fünf Minuten": 40-50 Journalisten packen zusammen und verlassen den Raum. "Das ist ne Demo. Jetzt wird gestreikt!", ruft Einer. "Los, wir gehen!", stimmen Andere ein. Eine Kölner Moderatorin entrüstet sich: "Das habe ich noch nie erlebt!" und bleibt. Einige der Veranstalter können den Protest auch nach weiteren verstrichenen fünf Minuten nicht fassen und schütteln den Kopf. Was sie dabei sehen? Zumindest keine Sarah Jessica Parker. Auch nicht ihr Film-Alter Ego Carrie.
Die Agentur trotzig: "Dann braucht Ihr auch nicht zur Premiere kommen"
Nach dem ersten Schock verhandelt nun die Agentur der immer noch nicht erschienenen Schauspielerin mit den Streikern und droht schließlich sogar: "Dann braucht Ihr auch nicht zur Premiere zu kommen!" Fotos und Videos von diesem Szenario sind nicht erlaubt: "Stop Filming! Get out!" Pressefreiheit? Weit gefehlt. Schließlich werden die streikenden Fotografen ganz ausgesperrt, die Türen hinter ihnen verschlossen. Nur noch ein kleiner Kreis erwartet nun die große amerikanische Schauspielerin und Stil-Ikone. Darunter mehrere "kleine" Sarah-Jessica-Parkers mit Louis Vuitton-Taschen, High Heels und einer Magersucht, die eigentlich nur eine kranke Gesellschaft schick finden kann. Ein trauriges Bild? Nein, der ganz normale Wahnsinn.
Sarah Jessica Parker: "Es tut mir leid, Berlin"
Als der echte "Sex and the City"-Star schließlich erscheint, fordert man sie umgehend und direkt zur Stellungnahme auf, warum sie die Fotografen Berlins so lange warten lassen würde. Sarah Jessica Parker entschuldigte sich lange und ausführlich. Und stotternd. Sie sei erst nachts um 1.30 Uhr in Berlin-Schönefeld gelandet, wolle keinen Journalisten vor den Kopf stoßen, sei dankbar für die Gastfreundschaft. Manchmal würden sich Interviewtermine verschieben und verzögern, weil ein Journalist noch diese und jene Frage zu ihrer Beziehung zu Berlin hätte und noch ein Foto gewünscht würde. Sie könne Niemandem etwas abschlagen.
"Es tut mir leid, dass ich zu spät bin, Berlin", wiederholt die 46-Jährige Darstellerin. Die Diva sei sehr glücklich, wieder in Berlin zu sein, fügte die Schauspielerin hinzu. Und: "Ich wollte unbedingt nach Berlin. Ich liebe die Stadt." Vergebendes Gemurmel und Geraune im Raum, das man zu hören meint. Nach nur fünf Minuten verabschiedet sich die US-Schauspielerin bereits wieder. Die Amerikaner – ohne Worte. Oder eben: "Der ganz normale Wahnsinn".
