
- Sarrazins neues Vorwort in der Taschenbuchausgabe. - Ruth Weitz
Während Bundespräsident Christian Wulff die Medien mit seinem Gerangel um die Veröffentlichung seiner Tiraden auf der Mailbox des Chefredakteurs mit der Bild-Zeitung beschäftigte, schien die Meldung über ein neues Buch von Thilo Sarrazin die Gemüter kalt zu lassen. Dabei hielt der Ex-Bundesbanker und ehemalige Berliner Wirtschaftssenator die Gazetten mit seinem Bestseller-Buch "Deutschland schafft sich ab" über Monate in Atem und schaffte es mit seinen Auslassungen und Thesen häufig die Schlagzeilen.
Thilo Sarrazins neues Buch soll im Mai oder Juni 2012 erscheinen
Wie "Focus online" am Dreikönigstag 2012 berichtete, befasst sich Sarrazin konkret damit, nach seinem Bestseller "Deutschland schafft sich ab" ein neues Buch auf den Markt zu werfen. Die Focus-Redaktion will erfahren haben, dass Sarrazins neues Machwerk im Mai oder Juni 2012 veröffentlicht werden soll. Nach Angaben des Polit-Magazins hat sich der Autor über den Inhalt bedeckt gehalten. Das Thema sei vertraulich, soll Sarrazin gesagt haben. Eines habe der Ex-Bundesbanker jedoch klar gestellt. Sein neues Buch soll sich thematisch nicht an den Inhalt von "Deutschland schafft sich ab“ anlehnen. Mit seinen umstrittenen Thesen über die Rolle der Migranten in Deutschland hatte Sarrazin für großen Wirbel gesorgt, aber eine Integrationsdebatte angestoßen und dazu beigetragen, dass sich die Politik mit Lösungsansätzen für eine bessere Integration von Migranten beschäftigt. Mittlerweile ist es durchgesickert: Sarrazin schreibt ein Buch über die Euro-Krise.
Sarrazin rechnet mit deutschen Spitzenpolitikern ab
Bisher war "Deutschland schafft sich ab" nur als Hardcover zu erhalten. Es kam im Sommer 2010 in den Buchhandel. Bis dato wurden rund 1,3 Millionen Exemplare verkauft. Die Taschenbuchausgabe ist seit 9. Januar 2012 zu haben. Dafür hat Sarrazin ein neues Vorwort geschrieben. Eine Parallele zu Guttenbergs Interviewbuch "Vorerst gescheitert" ist nicht von der Hand zu weisen. Sarrazin nutzt das neue Vorwort, um mit der Heuchelei deutscher Spitzenpolitiker abzurechnen. Der Focus zitiert: "Mit der Kanzlerin, dem Bundespräsidenten und dem Bundesbankpräsidenten wollte ich mich gar nicht streiten, ihr Verhalten kann ich weder verstehen noch respektieren, aber ich wollte niemanden in seinem Amt bedrohen“.
Sarrazin ein tragischer Fall
Die Süddeutsche Zeitung bezeichnet Sarrazin in einem am 5. Januar 2012 erschienenen Artikel als "tragischen Fall". Die SZ bezieht sich auf die Vita des umstrittenen Buchautors, den sie als einen der „intelligentesten Politiker des Landes“ bezeichnet, der sich aber wegen seiner Rechthaberei selbst ins Abseits gestellt und „in sozialstatistische Eugenik verrannt“ habe. Allerdings muss sich Sarrazin keine finanziellen Sorgen machen. Allein durch den Verkauf von "Deutschland schafft sich ab" streicht er üppige Tantiemen ein, von denen ein Normalverdiener nur träumen kann. Sarrazin ist durch den Buchverkauf Multimillionär.
Sarrazin will nicht in einer neuen Partei mitwirken
Wie der "Focus" wissen will, distanziert sich Sarrazin von den Gerüchten, er wolle in einer neuen Partei mitwirken, die das konservative Spektrum der politischen Einstellung abdecken soll. Focus zitiert mit der Anmerkung, dass sich Sarrazin amüsiert über dieses Ansinnen zeigt: "Jeder, der in der Republik auffällt, wird gleich gefragt, ob er eine eigene Partei gründen will“. Er wolle das "natürlich nicht“. Sarrazin ist weiterhin Mitglied der SPD. Ein von den Sozialdemokraten angestrebtes Parteiausschlussverfahren war gescheitert. In der am Samstag, 7. Januar 2012, erschienen Print-Ausgabe des Politikmagazins "Focus" ist das neue Vorwort zur Taschenbuchausgabe von "Deutschland schafft sich ab“ vollständig nachzulesen.
Quellen:
- Focus online
- SZ online
- BZ online
Linktipp: Karl-Theodor zu Guttenberg: Vorerst gescheitert und seine Abrechnung mit den Spitzenpolitikern.
