SAT- und DXer-Treffen in Tröbitz/Brandenburg am 18. Juni 2011

SAT-Schüssel mit 3,65 Meter Durchmesser - Heike Dommnich
SAT-Schüssel mit 3,65 Meter Durchmesser - Heike Dommnich
Das diesjährige Treffen der SAT- und DXer-Fans in Tröbitz am 18. Juni 2011 zog Gäste aus ganz Deutschland, Österreich und sogar Holland an.

Kann man TV-Sender sammeln wie Briefmarken? Eine seltsame Frage ist dies sicherlich. Die Antwort ist nicht weniger seltsam. Ja, man kann! Technikbegeisterte Freunde von gewaltigen SAT-Anlagen trafen sich am 18. Juni. 2011 zu einem SAT-DXer-Treffen in Tröbitz, Land Brandenburg.

Fachsimpeln über SAT-Anlagen und Satelliten

Fans von Satelliten-Übertragungs-Technik fachsimpelten am Wochenende über Fragen rund um SAT-Schüsseln, Empfangseinheiten, die so genannten LNBs, über Receiver und natürlich über die Möglichkeiten, diesen oder jenen Satelliten zu empfangen. Dem Laien schwirren unverständliche Fachbegriffe um die Ohren, den Kennern leuchten die Augen. Welcher Receiver passt zu welchen Empfangswünschen? Wie viele LNBs sind bei welcher SAT-Schüssel möglich? Mit welchen Tricks kommt man weiter? Selbst für einen Laien ist es faszinierend, zu beobachten, mit welcher Leidenschaft die Männer (es sind fast ausschließlich Männer) diesem Hobby nachgehen. Arabische, russische, syrische oder portugiesische Sender, niemand hat Zeit, sich diese alle inhaltlich anzuschauen. Allein in der technischen Herausforderung, sie zu empfangen, sehen einige Teilnehmer des Treffens ihr Hobby.

Die Empfangswünsche sind vielfältig

Für einige Teilnehmer bringen die technischen Möglichkeiten auch ganz konkrete Vorteile. Wer aus Syrien stammt und in Deutschland lebt, möchte natürlich gerne hier seine Heimatsender sehen. Wer umgekehrt als Deutscher in Brasilien lebt, freut sich über den Empfang deutscher Sender in der Ferne. Durch die Globalisierung hat die Zahl solcher Wünsche mit Sicherheit zugenommen. Die Technikfreaks machen es möglich, wobei nicht nur die Größe der Schüssel eine Rolle spielt. Viel Fachwissen gehört dazu, so ausgefallene Wünsche zu erfüllen. Einige kennen die Daten der verschiedenen Transponder (das sind Senderpakete auf den einzelnen Satelliten) aus dem FF. Sicher kann auch manches über das Internet gelöst werden. Gerade im Empfang der Funksignale über Satelliten und eigene Techniklösungen liegt aber der Reiz, dem die SAT- und Dxer Fans nicht widerstehen können.

Was die SAT-Technik möglich macht

Unzählige Satelliten kreisen um die Erde, um ihre Funksignale für TV- und Radiosender, Telefon, Internet und andere Institutionen zu verbreiten. Das LNB ist der eigentliche Empfänger dieser Signale, die Schüssel übernimmt die Rolle des Reflektors. Das heißt, sie bündelt die vom Satellit aufgefangenen Funkwellen auf dem Empfänger. Je größer die Schüssel, desto mehr Signale kann sie empfangen. Technische Herausforderung ist es nun, TV-Programme auf den Bildschirm zu bringen, die außerhalb des vorgesehenen Empfangsgebietes dieser Sender liegen, wie zum Beispiel der Empfang asiatischer Sender in Europa, oder europäischer Programme in Afrika, Asien, Südamerika oder anderswo. Wobei zunehmend Sender verschlüsselt werden, das heißt, sie sind nur gegen Gebühren zu empfangen. Auch hier ist es so, dass nicht jedes Programm weltweit angeboten wird. Wer zum Beispiel österreichische Sender empfangen will, muss in Österreich wohnen und dort Gebühren zahlen. Somit sind dem weltweiten Empfang einiger Sender auch gewollt Grenzen gesetzt. Die unverschlüsselten Sender jedoch kann man als Hobby sammeln wie Briefmarken, seltene Fliesen oder kostbare Bücher.

SAT-Anlagen, die Techniker begeistern

Wie bei jedem Hobby, so steckt mancher Fan von SAT-Anlagen nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld in seine Leidenschaft. Einfache SAT-Schüsseln, nur auf einen Satelliten ausgerichtet, sind der Anfang. Drehbare Anlagen, die durch einen Motor die Position der SAT-Schüssel ändern, bieten die Möglichkeit, sich auf verschiedene Satelliten auszurichten. Multifeed-Anlagen stehen dagegen fest. Sie empfangen die verschiedenen Satelliten über mehrere Empfangseinheiten. Diese LNBs kann auch der Laie vor den Schüsseln leicht erkennen. Solche Anlagen sind mit mindestens zwei LNBs ausgestattet. Oft sind es vier, es können aber auch mehr als zehn sein. Eben darin liegt die Herausforderung der Techniker. Wie viele Sender empfange ich mit welcher Schüssel? Wie viele LNBs sind möglich? Welcher Receiver kann welche Signale verarbeiten? Die Größe der SAT-Schüsseln beginnt bei üblicher Verwendung bei 60 Zentimetern. Kleine für den Campingeinsatz haben einen Durchmesser von 37 Zentimetern. Bei speziellen Wünschen können es auch 8 Meter sein. In Tröbitz steht eine drehbare Antenne mit einem 3,65 Meter großen Durchmesser. Insgesamt kann der Besucher zur Zeit auf dem Gelände der Veranstalter 13 verschiedenen SAT-Schüsseln zählen. Neben den verschieden großen Schüsseln mit mehreren Übertragungseinheiten spielt auch die Art des Receivers eine Rolle.

Regelmäßige Treffen – real und virtuell in verschiedenen Foren

So wie sich Sportler, Imker oder andere Freaks zusammentun, treffen sich auch die Freunde der SAT-Anlagentechnik im Internet in verschiedenen Foren in der virtuellen Welt, oder auf Treffen in der realen Welt. Zum diesjährigen Treff in Tröbitz, Land Brandenburg, kamen Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich und Holland. Im letzten Jahr wurden Gäste aus Polen und sogar Brasilien begrüßt. Ausgerichtet wird das Treffen durch die Firma Satshop24.de, deren Chef Rainer Schulz inzwischen in ganz Deutschland als Spezialist bekannt ist. Er erfüllt Spezialwünsche und verbindet Hobby und Beruf mit Leidenschaft.

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Heike Dommnich, Heike Dommnich

Heike Dommnich - Heike Dommnich schreibt als freie Autorin für verschiedene Internetportale, fotografiert als gärtnernde Imkerin vor allem ...

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