"Satellite": Lena Meyerlandrut. Perspektiven des Songtextes

Seit einigen Wochen ist es gewiss, Lena Meyer-Landrut vertritt „uns" in Oslo beim Eurovision Song Contest. Ein Blick auf das Thema ihres Songs.

"Satellite" (sprich: set a light) hieß der Gewinnertitel von Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest 2010 in Oslo. Ganz Deutschland erwartete gespannt, wie der Song im Wettbewerb abschneiden würde. Eines hatte Lena jedenfalls schon im Vorfeld geschafft: Sie hatte eine Sympathiewelle ausgelöst und damit einen Zustand, der ein geschlossenes Mitfiebern der Nation am Eurovisionsabend sicherstellte. Und dies trotz eines kleinen Skandals. Aber was ist denn überhaupt ein Satellite oder Satellit?

Satelliten, fernab von Olso und dem Eurovision Song Contest

Was ist das eigentlich, ein Satellit? Der Duden spricht von einem künstlichen Begleiter, der einen Planeten oder Mond umkreist. Im Gegensatz dazu nennt man künstliche Raumkörper, die beispielsweise zu einem anderen Planeten fliegen, um dort zu landen, Orbiter.

Ist Lena getreu der Definition von "Satellit" also ein künstlicher Begleiter?

"I even painted my toe nails for you … ", was übrigens klingt wie: "I painted my tomates for you …" Da grüßt er wieder, der weiße "Neger" Wumbaba (nicht zu verwechseln mit Demba Ba, aber das ist eine andere Geschichte). Na, Obiges klingt jedenfalls nicht nach künstlich umkreisenden Körpern, aber so genau muss man es bei einem ohrwurmartigen Schlager ja auch nicht nehmen. Die Wissenschaft unterscheidet Schlager übrigens in ohrwurmartige (cantus dermaptera) und einschläfernde (cantus soporatus).

Sputnik 1:Der erste Erdtrabant

Die erste gelungene Erdumkreisung gelang der damaligen UDSSR. Das war genau am 04.10.1957 und das Gerät hieß Sputnik 1, seinerzeit noch ganz wertfrei unterwegs. 1958 folgte dann "Explorer", der durch die USA in den Orbit geschickt wurde. Inzwischen umkreisen uns mehrere tausend aktive künstliche Begleiter. Nicht gerechnet eine Unzahl von Trümmern und nicht mehr funktionsfähigen Allmaschinen. Wertfrei sind sie längst nicht mehr.

GPS, Hubble und Wettersatelliten

Inzwischen hat also jeder Satellit eine ihm speziell zugeschriebene Funktion. Es gibt, Fernseh-, Wetter-, Spionage-, Forschungs- ( Hubble) und Navigationssatelliten (GPS), Raumstationen, um nur die bekanntesten und wichtigsten zu nennen. Ohne sie hätten wir keine 300 Sender, mit weitgehend schlechten Programmen, keine Handys, wüssten nicht, dass das schlechte Wetter wohl noch etliche Tage anhalten wird und vor allem würden wir uns mit unseren Autos nicht so gut zurechtfinden.

So ein Satellit bewegt sich etwa mit 7,9 km/s um die Erde. Und Lena also, der Brummkreisel. Aber bei Satelliten gibt es, wie überall, Ausnahmen. Die sogenannten geostationären Satelliten. Sie werden an einen bestimmten Platz im All geschossen und so tariert, dass sie sich genau mit der Erdgeschwindigkeit (also je nach Höhe etwa um 35800 km/h) einher bewegen. Kein Widerspruch? Nun, sie umkreisen nicht die Erde, sind also im strengen Sinne der oben genannten Definition keine Satelliten, weil sie die Erde ja nicht umkreisen.

Tja, und das Ende? Das Ende eines Satelliten heißt: Verglühen. Er kommt zu nah an die Atmosphäre und wird durch die Reibung so heiß, dass er sich mehr oder weniger auflöst.

Wie wir inzwischen wissen, umkreist den Globus der Popmusik ein neuer Satellit mit Namen Lena. Herzlichen Glückwunsch !!