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Die Liebe der Deutschen zu Sauerkraut ist weltbekannt – „Krauts“ werden sie sogar im englischen Sprachraum genannt. Aber Sauerkraut wurde keineswegs in Deutschland erfunden!
„Der beste Krautesser wird am ältesten!“
Dieses Römische Sprichwort ist mehr als zweitausend Jahre alt. Denn schon die alten Römer und Griechen kannten und schätzten ebenso wie zur gleichen Zeit die Chinesen den sauer vergorenen Weißkohl. Ursprünglich war die Gärung durch Milchsäurebakterien wohl lediglich eine Konservierungsmethode. Durch die Milchsäuregärung entsteht ein saures Milieu, in dem sich die meisten Bakterien nicht oder nur sehr langsam vermehren können. Die Folge: Sauerkraut verdirbt weniger schnell als frischer Weißkohl. Später jedoch lernte man den Geschmack und die verdauungsfördernde Wirkung des Krauts schätzen.
Allzweckwaffe gegen Krankheiten
Auch die Inhaltsstoffe können sich sehen lassen: Nicht nur die Vitamine A, B und K sowie Ballaststoffe, Kalium, Eisen und Kalzium enthält es reichlich - Sauerkraut ist vor allem besonders reich an Vitamin C. Das machte sich schon der britische Entdecker Captain James Cook zunutze. Nach der Gabe von Sauerkraut als Bordverpflegung ging die Vitamin C-Mangelerkrankung Skorbut bei seinen Seeleuten deutlich zurück. Um in den Genuss der vollen Dosis Vitamin C zu kommen, muss man das Kraut allerdings roh essen oder den rohen Sauerkrautsaft verwenden, denn Vitamin C ist nicht hitzebeständig.
Hundert Jahre nach Cook behandelte Pfarrer Sebastian Kneipp unter anderem Diabetes, Gicht, Wurmbefall, Brandwunden, Entzündungen und Insektenstiche mit Sauerkrautsaft. Auch heute noch wird dieser bei Schleimhautentzündungen, Magenproblemen, bei Erkältungen und zur Leberentlastung gegeben. Weiterhin soll Sauerkraut die Blutgerinnung fördern und sogar gegen Krebs vorbeugen. Und obendrein ist es mit nur etwa 20 Kalorien je 100 Gramm ein sehr leichtes Essen.
Heute ist Sauerkraut neben Deutschland und dem Elsass, wo es als Nationalgericht angesehen wird, vor allem in Osteuropa beliebt. Aus der böhmischen, mährischen, aber auch der polnischen und der russischen Küche ist das gesunde Gemüse nicht wegzudenken. Meistens wird es mit Speck und Zwiebeln in Schmalz angebraten, mit Weißwein und/oder Brühe abgelöscht und circa 30 Minuten lang weichgekocht, wobei leider ein Großteil der Vitamine zerstört wird. Der intensiv saure Geschmack lässt sich mit der Beigabe von etwas Apfelmus abmildern. Klassische Gewürze sind Lorbeer, Wacholderbeeren, Bohnenkraut und Kümmel.
Die beiden letztgenannten wirken auch der blähenden Wirkung des Krauts entgegen, und die Gefahr von Sodbrennen nach dem Sauerkrautgenuss lässt sich ebenfalls leicht bannen: Einfach reichlich Kartoffeln dazu essen, diese binden die Säure und machen das Mahl bekömmlicher.
Sauerkraut selber herstellen
Übrigens ist die „Wunderwaffe“ gar nicht so schwierig herzustellen, auch wenn Sie keinen Sauerkrauttopf von der Urgroßmutter im Keller stehen haben. Alles was Sie brauchen ist Weißkohl, Salz und viel, viel Geduld!
