Saustarke Voixmusik auf "The Night Of The Alps"

Night Of The Alps - Pressefoto Citybeam Communications
Night Of The Alps - Pressefoto Citybeam Communications
Viele gute Bands aus Bayern, Österreich und der Schweiz gibt es auf der ersten „Night Of The Alps" vom 8. bis 10. Juli 2011 am Tegernsee auf der Point.

Voixmusik, das soll eine „wilde Mischung aus alpenländischer Tradition und einem Crossover aus Rock, Pop, Funk, Reggae-Off-Beat, Balkan Brass und Jazz“ sein, glaubt man der Erläuterung auf der Festival-Homepage. Zugegeben, Voixmusik klingt zwar nach Volksmusik, aber schreibt sich recht fremdartig. Man wird also neugierig und fängt auf der originellen Website im coolen Bayernlook nach Infos über das spezielle Musikgenre zu suchen an. Man wird auch fündig, denn dort steht: „Voixmusik lässt Freiraum für eigene Improvisation und Farbe und diese Stimme (voix = französisch) weist einerseits typisches Lokalkolorit auf, aber vereint auch die Regionen Europas.“ Während man also weiter nach Bandinformationen durch die Festival-Website stöbert, wird man durch leises aber latentes Almglockengeläut und Grillenzirpen quasi schon mal auf ein Sommerwochenende im Freien akustisch eingestimmt.

Im Tal wird gerockt mit "Chillers", "Edelschwarzen" und "Kellerkommando"

Das Programm verspricht Live-Musik am laufenden Band. Am Freitag, den 8. Juli, geht es los mit den „Chillers“ aus Österreich, die nach eigenen Angaben eine Musik machen, die so buckelig ist wie ihre bergige Heimat. Ihren extravaganten Sound bringt das Quintett auf dem Titelsong ihrer neuen Scheibe „Voixmusikrevolution“ zum Ausdruck – eine erdige Mischung aus Country, Pop und Folkrock. Neugierig macht die Ankündigung der „Edelschwarzen“. Sie wollen mit ihrem „Jodel-Trip-Hop“ auf die Suche nach „der schwarzen Seele der Volksmusik“ gehen und das in „alpiner Härte“. Beim „Kellerkommando“ trifft dagegen fränkische Volksmusik auf russischen Gangster-Rap und das klingt durchaus innovativ, nach Meinung der Musiker. Für die Bandmitglieder findet nämlich die „Popkultur des 21. Jahrhunderts nirgends woanders statt, als in ihrer idyllischen Heimat Bamberg“.

Zwiefachen und Gstanzln spielen „G.Rag und die Landlergschwister“

Dagegen hören sich „G.Rag und die Landlergschwister“ bei Landler, Zwiefachen, Gstanzln und Wirtshausklassikern eher bayerisch traditionell an und werden doch rau, schräg und laut, wenn es sein muss. Die Kollegen von der Blasmusik der „Tegernseer-Tanzlmusi“ wollen eigentlich nur eines „echten Spaß haben und a Gaudi verbreiten“. Die siebenköpfige Kapelle, allesamt Musiker aus dem Tegernseer Tal, spielen in der Besetzung mit zwei Flügelhörnern, zwei Bassflügelhörnern, Tuba, Ziach und Gitarre traditionelle bayerische Volksmusik.

Wo wären Bayerns Musiker ohne Festivals?

Weiter geht’s am Samstag mit Bayernstar Claudia Koreck. Sie ist eine der wenigen, die als Mundart-Liedermacherin in die Medien kam. Anhand dieser hervorragenden Musikerin müsste es den Verantwortlichen bei Funk und Fernsehen eigentlich klar sein, dass es noch viele solcher Spitzenkandidaten aus der bayerischen Musikerszene gibt, die durchaus am Mainstream vorbeigeschrappt, saustarke, zeitgenössische Musik machen. Wenn es Festivals, wie die „Night Of The Alps“ nicht gebe, dann würden diese Künstler in ihren Stammkneipen verkommen. Leider beweisen Medienmacher nur wenig Mut für Neues, und setzten zu oft auf Bekanntes und Bewährtes.

Am Alphorn: Eliana Burki mit den „I Alpinisti“

Sehr speziell aber schön klingt die Musik von Eliana Burki mit den „I Alpinisti“ aus der Schweiz. Denn sie mischen den hölzernen Klang eines Alphorns mit Funk, Blues und Rockmusik. Burki beherrscht das gut drei Meter lange Naturton-Instrument seit ihrer Kindheit. Herbert Pixner ist ein Könner auf der Ziehharmonika und spielt auf ihr so gut wie jeden Stil, vom Blues bis zum Jazz und die HMBC aus Vorarlberg wandeln traditionelle Lieder ihrer Heimat in moderne Klangvariationen um und wollen sich, nach eigenen Angaben, auf keinen Fall schubladisieren lassen. Und schließlich runden die „Ziehgäuner“ mit ihrem rhythmischen Stilmix aus Ska, Balkanbeat und Reggae die erste „Night Of The Alps“ am Tegernsee mit ihrem Temperament ab. Man darf sich also auf die erste Alpenmusiknacht freuen.

Der Sonntag (10.7.) klingt mit einem gemütlichen Familientag aus. Dr. Döblers Kasperltheater und das Open-Air-Preview von Marcus H. Rosenmüllers neuen Kinofilm sind die Highlights am letzten Festivaltag. Mehr Informationen und Ticketverkauf über:

Andrea Weber, Andrea Weber

Andrea Weber - Ich arbeite als freie Journalistin für die Tageszeitung Münchner Merkur, Lokalredaktion in Wolfratshausen und für die ...

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