
- Sonne ja, aber in Maßen - djd longtime liner conture make up
Kein Sommer mehr ohne Schreckensmeldungen! In der warmen Jahreszeit häufen sich die Berichte über neueste Hautkrebszahlen und Todesfälle aufgrund erhöhter UV-Belastung sowie die Aufforderungen, auch die Augen – mit einer guten Sonnenbrille – zu schützen. Doch: Ist die Sonne wirklich so gefährlich? Woran liegt es, dass sonnenbedingte Schädigungen immer häufiger werden? Ist das größer werdende Ozonloch schuld? Oder liegt es etwa an unserem falschen Umgang mit der Sonne? Lesen Sie hier, warum Sie Ihre Augen zwar mit einer guten Sonnenbrille schützen sollten, jedoch nicht unbedingt von früh morgens bis spät abends: Sonnenlicht, richtig dosiert, ist Balsam für die Augen!
Sonne als Gesundheitsquelle
Die Sonne bestimmt mit ihrem Lauf den Jahres- und Tagesrhythmus der gesamten Natur. Für den frühen Menschen war sie essentiell: Das Aufgehen der Sonne bedeutete Licht und Wärme, das Untergehen Kälte und eine tiefe Dunkelheit. Wenn die Sonne für Tage ganz verschwand, blieben die Menschen in ihrer Verzweiflung zurück – ohne Hoffnung auf Licht. So verwundert es nicht, dass sie die Sonne bald kultisch verehrten. Auch heute braucht unser Körper ein bestimmtes Quantum Sonnenlicht in seinem ganzen Spektrum, ungefiltert durch Fensterglas, Sonnenbrillen oder die großstädtische Dunstglocke - hebt der deutsche Biologe Dr. Wolf-Dieter Storl hervor. Über die Augen, die Fenster der Seele, wirkt das Licht auf den Hypothalamus, eine wichtige „Schaltzentrale“ unseres Gehirns, ein.
Positive Wirkung von UV-B-Strahlen:
- Mittlerweile steht fest, dass gerade die oftmals verpönten UV-B-Strahlen im Sonnenlicht das sympathische Nervensystem unterstützen, die Aktivität von Enzymen erhöhen, die allgemeine Krankheitsabwehr fördern, die Sekretion von Hormonen anregen, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken und den Zuckerstoffwechsel verbessern.
- Das mit Hilfe der UV-B-Strahlung gebildete Vitamin D gilt als Schutzstoff unter anderem gegen Prostata-, Darm- und Brustkrebs, Zuckerkrankheit, Osteoporose und das Metabolische Syndrom.
- Das Sonnenlicht gelangt über die Augen auch direkt in die Hirnanhangdrüse, die den Hormonhaushalt beherrscht. Es hemmt unter anderem die Melatoninbildung, bringt Lebenslust und beugt damit Depressionen vor.
Sonnenlicht stärkt die Sehkraft
Sonnenlicht ist, sofern es nicht direkt auf die Augen trifft, auch Nahrung für die Sehzellen. Manche Augentherapeuten empfehlen sogar zur Stärkung der Sehkraft ein tägliches Sonnenbad. Wärme regt die Durchblutung in den Augen an. Diese werden besser mit Sauerstoff versorgt und sehen in der Folge besser. Tipp: Setzen Sie sich mit geschlossenen Augen in die Sonne und lassen Sie sie zehn bis fünfzehn Minuten auf die Augen scheinen. Sie werden spüren, wie die Wärme Ihre Augen durchdringt und die Durchblutung fördert. Am effektivsten ist diese Übung in der Morgen- und Abendsonne. Bewegen Sie die Augäpfel und den Kopf hin und wieder, so fällt das Licht von allen Seiten ein. Will die Sonne mal nicht so recht scheinen, machen Sie einen kleinen Morgenspaziergang, lassen dabei den Blick in die Ferne schweifen und beobachten den Himmel. Das diffuse Licht eines bewölkten Himmels wird von den Augen als besonders angenehm und entspannend empfunden.
Zuviel Strahlung ist für die Augen schädlich
Wie bei allen Dingen, kommt es auch bei der Sonnenbestrahlung auf die richtige Dosierung an. Es ist unvernünftig, sich am Ferienstrand stundenlang an den Strand zu legen, ohne Haut und Augen allmählich zu akklimatisieren beziehungsweise zu schützen. Grundsätzlich ist eine Sonnenexposition von etwa zehn Minuten am Tag für unsere Gesundheit ausreichend. „Gerade bei unbeschwerten Sonnenstunden am Strand werden die Gefahren für das Auge oft unterschätzt“, warnt der Innsbrucker Augenspezialist Professor Dr. Mathias Zirm. „Gelangen zu viele Sonnenstrahlen in unsere Augen, werden wir in Form von gesteigertem Blendungsempfinden alarmiert. Die Pupille verengt sich, wir kneifen die Augen zusammen und wenden das Gesicht automatisch von der Sonne ab.“
Augenschädigung durch UV-Licht
Während UVC-Strahlen fast zur Gänze von der Ozonschicht geblockt werden, dringen UVA- und UVB-Strahlen ungehindert an die Erdoberfläche. Sie sind die Hauptverursacher von Augenschädigungen, wie zum Beispiel Entzündungen der Hornhaut sowie der Bindehaut und dem so genannten Flügelfell, einer Gewebewucherung im Lidspaltenbereich. Auch die Entstehung von Tumoren und der altersabhängigen Netzhautschädigung sollen damit in Zusammenhang stehen. Doch nicht nur unsichtbares Sonnenlicht kann für das Auge schädlich sein.
Erkrankungen der Netzhaut und Erblindungen
„Das sichtbare, ebenso energiereiche Blaulicht kann bei hoher Intensität langfristig zu Erkrankungen der Netzhaut wie zum Beispiel der altersbezogenen Netzhautdegeneration führen“, hebt Professor Zirm hervor. „Die weitaus häufigste Spätfolge einer langjährigen starken Sonnenbelastung des Auges ist die Trübung der Augenlinse, der so genannte Graue Star, welcher weltweit die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung oder Erblindung darstellt.“ Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund 20 Prozent der Erblindungen auf eine Augenschädigung durch UV-Licht zurück zu führen. Durch die zunehmende Zerstörung der Ozonschicht werden diese Zahlen wohl weiter ansteigen.
Optimaler Sonnenschutz für die Augen
Auch an trüben, nebeligen und bewölkten Tagen gelangt eine ungeahnt große Menge an UV-Licht in unsere Augen. Prof. Zirm rät daher auch beim Sport, Autofahren, Spazierengehen oder mäßigen Sonnenbaden eine Sonnenbrille mit perfektem UV- und Blaulichtfilter zu tragen. „Für helle Hauttypen mit hellen Augen ist ein optimaler Sonnenschutz besonders wichtig. Dunkelhäutige mit dunkeln Augen hingegen haben zwar eine längere Eigenschutzzeit, dennoch sind auch sie nicht ausreichend vor Spätfolgen durch eine intensive Sonneneinstrahlung geschützt“, so der Experte.
Eine gute Sonnenbrille
Vorsicht jedoch mit getönten Gläsern bei Sonnenbrillen, die UVA- und UVB-Strahlen nicht 100prozentig filtern können: Durch die dunklen Gläser erweitert sich die Pupille, sodass ein viel größerer Anteil der UV-Strahlung in das Auge dringen kann! Eine gute Sonnenbrille absorbiert das unsichtbare Sonnenlicht zu 100 Prozent und bietet durch einen zusätzlichen seitlichen Filter ausreichenden Schutz für die Augen. Tipp: Der Netzhaut-Stoffwechsel kann durch die regelmäßige Einnahme Luteinhaltiger Nahrungsergänzungsmittel unterstützt werden. Sie wirken als „Sonnenschutz von innen“.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
