Schären – nordisches Inselparadies

Ferien, wo Stockholm die meisten Inseln hat

Typische Schäreninsel - Tanja Hoff
Typische Schäreninsel - Tanja Hoff
Wie viele Inseln es im Schärengarten gibt, weiß wohl keiner. Die Zahlen schwanken zwischen 22.000 und mehr als 30.000. Fest steht: Hier findet jeder sein Traum-Eiland.

Von Stockholms Zentrum sind es rund 60 Kilometer bis nach der letzten Schäreninsel endlich die Ostsee beginnt. So riesig ist das Archipel aus unzähligen, in den Eiszeiten entstanden Inseln. Da kommt auf jeden Hauptstädter gefühlt ein eigenes Eiland. Ganz so viele sind es wohl doch nicht, aber tatsächlich haben viele Stockholmer "ihre" Lieblingsinsel samt Ferienhäuschen, Sauna und Bootsanlegestelle. Und auch für jeden Besucher gehört der Törn durch den Schärengarten zum absoluten Muss während des Schweden-Trips.

Für Eilige

Auch wer nur ein langes Wochenende in der schwedischen Hauptstadt verbringt, sollte – speziell im Sommer - einen Tag für ein kleines Schären-Abenteuer einplanen. Die hübschen weißen Ausflugsdampfer oder ihre flotteren, modernen großen Brüder starten mitten in der City ab Strandvägen vor dem Grand Hotel zu ihren Mini-Kreuzfahrten. Der Info-Kiosk informiert über die Routen und Abfahrtszeiten – die Tickets selbst werden erst an Bord gekauft, so dass man sich noch während der Fahrt entscheiden kann, bis wohin die Reise nun tatsächlich gehen soll.

Nur eine gute Stunde Fahrtzeit entfernt liegt Vaxholm. Die Insel ist ein wahres Kleinod, sie gilt als "Perle der Schären" und Eintrittstor zum Schärengarten. Die kleine Festungsstadt wurde 1647 gegründet und sieht genauso aus, wie sich Astrid Lindgren-Leser immer Schweden vorgestellt haben. Pittoreske bunte Holzhäuser reihen sich aneinander, zahlreiche Cafés und Restaurants laden zu Zimtkringel oder Hering ein und die vielen hübschen Galerien und kleinen Boutiquen haben auch am Sonntag geöffnet. Auf einer kleinen Insel direkt gegenüber befindet sich die Festung, die heutzutage ein Museum beherbergt. Fähren vom Hafen verbinden Stadt und Festung innerhalb von wenigen Minuten.

Für Genießer

Wer mehr Zeit mitbringen kann und die Schärenwelt gründlicher kennen lernen will, sollte sich den 5-Tages Pass Båtluffarkortet für 340 Schwedische Kronen (ca. 36 Euro) gönnen. Mit diesem Ticket können die Besucher ganz nach Gusto auf sämtlichen Bootslinien so viele Fahrten zu so vielen Orten wie gewünscht machen. Allerdings ist eine vorherige Routenplanung durchaus sinnvoll, denn sonst verzettelt man sich doch leicht. Hilfe bietet dabei das Fremdenverkehrsamt am Sergels Torg.

Dort gibt’s auch Tipps zu Übernachtungsmöglichkeiten, denn viele der größeren Inseln bieten kleine Pensionen oder Jugendherbergen an. Die Stockholmer lieben beispielsweise die Insel Grinda, die südlich von Ljusterö liegt und über die Vaxholm-Route zu erreichen ist. Hier gibt es alles für die perfekte schwedische Sommerfrische: Klippen mit spektakulärer Aussicht, weite Sandstrände für's familienfreundliche Badevergnügen, Tretbote zum Mieten – und mit dem Grinda Wärdshus ein nettes Hotel samt Restaurant für das leibliche Wohl.

Für Sportliche

Wer sich nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel beschränken will, hat viele Möglichkeiten, die Schärenwelt auf eigene Faust zu erkunden. Für kurze Trips können sich Sportliche in der Stadt Kanus oder Tretboote mieten und ein wenig durch die städtische Inselwelt schippern. Wer weiter hinaus will, braucht ein Segel- oder Motorboot. Die Touristeninformation hat dafür zahlreiche Tipps und Anregungen parat – und selbstverständlich auch die nötigen Karten, damit sich die Ortsunkundigen nicht verfahren. Doch keine Angst – verloren zu gehen ist fast unmöglich und von einem nordischen Bermuda-Dreieck ist auch noch nichts bekannt.

Carin Müller, Inès Pietz Photography

Carin Müller - Über mich: Ich arbeite seit 1999 als freiberufliche Journalistin und Autorin und veröffentliche seitdem regelmäßig ...

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