Schärfentiefe wie es das Auge sieht - fotografieren in Würzburg

Würzburg Festung Marienberg und Blumen - Johann Schubert
Würzburg Festung Marienberg und Blumen - Johann Schubert
Mit der Schärfentiefe - auch Tiefenschärfe - werden die Aufnahmen so gestaltet, dass beim Betrachten der Fotografien der natürliche Eindruck entsteht.

Schärfentiefe oder Tiefenschäfe bezeichnet beim Fotografieren den Bereich in der Tiefe die Entfernung der scharfen Abbildung. Abhängig von der Brennweite des Objektives sind die Bildelemente außerhalb dieses Bereiches unscharf. Beispielsweise liegt die Tiefenschärfe bei der Brennweite von 50 mm einer Kleinbildkamera bei etwa von zwei Meter bis unendlich. Das entspricht in etwa der Brennweite von 8 mm einer Digitalkamera. Umgangssprachlich werden die Begriffe Schärfentiefe und Tiefenschärfe synonym verwendet.

  • Damit der Leser die Wirkung der Tiefenschärfe richtig erkennen kann, sollte auf jedes Bild doppelt geklickt werden und das Fenster vergrößert werden (auf das Symbol ganzes Fenster klicken).

Hauptmotiv ist die Festung Marienberg, Würzburg

Reicht die Schärfentiefe bei der Aufnahme eines Motives mit Vorder- und Hintergrund nicht für beide Bildelemente aus, bestimmt der Fotofreund, welches Motiv das Hauptmotiv ist. Durch das Visieren des Objektives auf das Hauptmotiv und leichtes Drücken auf den Auslöser bis zum Druckpunkt wird die Schärfe und Belichtung automatisch eingestellt. Bei der ersten Aufnahme wurde die Festung Marienberg als Hauptmotiv und die Blumen Nebenmotiv gewählt. Beim Druckpunkt des Auslösers wurde Belichtung und Schärfe auf die Festung ausgerichtet. Jetzt die Kamera so drehen, dass beide Motive vorteilhaft in das Bild kommen. Jetzt kann ausgelöst werden. (Bild 1).

Hauptmotiv sind die Blumen im Vordergrund

Zum Vergleich zeigt das nächste Bild die Blumen als Hauptmotiv. Um den Eindruck zu verstärken, wurde die Brennweite verkürzt und der Aufnahmeort etwas näher an die Blumen gerückt. Somit ist die Abbildung des Hintergrundes kleiner geworden. Diese Sichtweise legt den Schwerpunkt auf die Blumen (Bild 2). Zusätzlich wurde noch vom Quer- auf Hochformat gewechselt. Die Messung via Druckpunkt des Auslösers wurde hier an den Blumen ausgerichtet. Hier empfiehlt sich die Messmethode punktgenau oder kleinflächig (Bildmittelpunkt) einzustellen. Dann stellt sich die automatische Schärfe an der anvisierten Blüte ein.

Wie die Augen sehen

Beide Bilder geben die Motive so wieder, wie es unsere Augen sehen. Wird die Ferne betrachtet, zeigt sich das Nahe unscharf und umgekehrt. Diese natürliche Sichtweise kann mit der Schärfentiefe in den Fotos nachempfunden werden und lassen die Fotos "plastischer" wirken. Es ist eine Spur einer dritten Dimension. Diese Aufnahmetechnik bereichert auch andere Arten der Fotografie, wie beispielsweise Portraitaufnahmen.

Ansichtskarte Feste Marienberg

Was passiert, wenn ohne Schärfentiefe fotografiert wird? Das Ergebnis wird eine "Ansichtskarte" Entfernt sich der Fotograf nur etwa einen Meter vom Vordergrund zurück, dann reicht die Tiefenschärfe bei den Digitalkameras mit einer Brennweite von etwa sechs Millimeter bereits von den Blumen bis unendlich. Die Festung links oben und die Blumen rechts unten ins Bild gesetzt, bringen der jetzt flacher wirkenden Aufnahme trotzdem eine sehenswerte Darstellung und Aussage (Bild 3).

Feste Marienberg in der Bildmitte

Wenn jedoch nur mehr ein Motiv - die Festung - m Hintergrund abgebildet wird und der Vordergrund langweilig ist, dann fehlt der Aufnahme jede Spannung und Führung der Augen zum Motiv. Die Fotografie ist scharf und zeigt neben der Feste Marienberg auch die Stadt Würzburg. Als Erinnerungsfoto sicher interessant. Aber hier sieht der Betrachter die Wichtigkeit der Bildgestaltung. Die Digitalfotografie erlaubt ohne Mehrkosten von jedem Motiv mehrere Varianten zu probieren. Das ist der praktische Weg zu besseren Fotos.

Johann Schubert - www.primapage.de, Johann Schubert

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