Als Saisonziel hatte man im Sommer 2008 ganz bescheiden „einen Platz im oberen Tabellendrittel“ ausgegeben, jetzt hat die SpVgg Greuther Fürth den Aufstieg in die Bundesliga fest im Visier. Einen Schritt, der den Franken vor der Saison nur von ganz wenigen Experten zugetraut wurde. Schließlich kratzten die Fürther seit 2001 fast in jedem Jahr an der Tür zur Bundesliga, erarbeiteten sich damit bereits den Beinamen „die Unaufsteigbaren“. Nach sechsmal Platz fünf, einmal Rang neun und Platz sechs in der vergangenen Spielzeit scheint die SpVgg in dieser Saison tatsächlich reif für den Sprung nach oben zu sein.
Trainer Benno Möhlmann
Der Vater des Erfolges ist Trainer Benno Möhlmann. Der ehemalige Bundesliga-Profi von Werder Bremen und dem Hamburger SV begann im Sommer seine dritte Amtszeit in Fürth. Bereits von 1997 bis 2000 und von 2004 bis 2007 arbeitete der 54-Jährige erfolgreich bei der SpVgg. Auch diesmal ist es dem Trainer gelungen, nach sechs Abgängen und sechs Neuzugängen in aller Ruhe eine schlagkräftige Einheit zu formen. Denn wie schon in den Jahren zuvor mussten die Fürther auch diesmal einige hochkarätige Abgänge verschmerzen. Kapitän Timo Achenbach und Juri Judt wechselten zu den Liga-Konkurrenten Alemannia Aachen beziehungsweise 1. FC Nürnberg. Martin Lanig (VfB Stuttgart) und Daniel Adlung (VfL Wolfsburg) wagten den Sprung in die Bundesliga. Und wieder einmal hatte der dreimalige Deutsche Meister (1914, 1926, 1929) auf dem Transfermarkt bei den Neuzugängen das richtige Näschen. Während Angreifer Sami Allagui, Neuzugang vom Absteiger FC Carl Zeiss Jena, mit seinen Treffern auch beste Karten im Kampf um die Torjägerkrone der Liga hat, sorgt der vom FC St. Pauli nach Fürth gewechselte Charles Takyi für Stabilität im Mittelfeld. Da auch Angreifer Stefan Reisinger seine alte Treffsicherheit wiedergefunden hat, stellt die SpVgg derzeit sogar die beste Offensive der Liga. Zudem sorgt Torhüter Stephan Loboue, Nationalkeeper der Elfenbeinküste, mit starken Leistungen für zusätzliche Sicherheit. Um diesmal auch tatsächlich den Sprung nach oben zu schaffen, wurde der jung besetzte Kader in der Winterpause mit den anderswo aussortierten Routiniers Alexander Voigt (Borussia Mönchengladbach) und Christian Rahn (FC Hansa Rostock) verstärkt.
Erfolgreiche Jugendarbeit in Fürth
Die SpVgg Greuther Fürth, am 24. Oktober 1995 aus dem Zusammenschluss der beiden Vereine SpVgg Fürth und TSV Vestenbergsgreuth gegründet, schaffte 1997 den Aufstieg in die Zweite Bundesliga und ist damit der „dienstälteste“ Zweitligist. Eine Kontinuität, die sich auch in der gesamten Arbeit des von Präsident Helmut Hack geführten Vereins widerspiegelt. So verlängerte Hauptsponsor KarstadtQuelle Versicherungen zu Beginn des Jahres sein Engagement langfristig bis 2018.
Trotz der seit Jahren kontinuierlichen Arbeit haben die Fürther im heimischen Playmobilstadion mit mangelndem Zuschauerinteresse zu kämpfen. Aufgrund der geringen finanziellen Möglichkeiten setzt man in Fürth verstärkt auf den Juniorenbereich und die Entwicklung junger Spieler. So spielt die A-Jugend der SpVgg seit 2003 in der Bundesliga Süd/Südwest und erreichte bereits zweimal das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Immer wieder schaffen junge Talente von Fürth aus den Sprung in die Bundesliga oder wie Heiko Westermann oder Roberto Hilbert sogar den Weg in die Nationalmannschaft.
