
- Chilischoten gibt es in allen Farben - Volker Ehrle
Gemüse- und Gewürzpaprika besitzen eine ganze Reihe an wertvollen Vitaminen und Mineralien: allen voran das Vitamin C, aber auch B-Vitamine und Beta-Karotine. Herausragend ist auch das Vitamin P, das die Blutgefäße stabilisieren soll. Aber das ist nicht alles, was die bunten Früchte können: Besonders den scharfen Exemplaren unter ihnen werden viele weitere heilsame Wirkungen zugeschrieben. Inzwischen gibt es einige Hundert verschiedene Chilisorten, die sich hinsichtlich Größe, Form, Aroma und Schärfegrat unterscheiden.
Unterschied: Gemüse- und Gewürzpaprika
Die roten, gelben und grünen Früchte, die jeder aus dem Supermarkt kennt, sind Gemüsepaprika. Sie unterscheiden sich von den Gewürzpaprika darin, dass sie weit weniger scharf sind. Aber gerade die Schärfe hat es in sich: Sie entsteht aus dem Stoff Capsaicin, der verantwortlich ist für die meisten der heilsamen Wirkungen der kleinen, roten und äußerst scharfen Chili-Gewürzpaprika. Die feurige Chili liebt es heiß. Darum gedeiht sie in tropischen Regionen, vor allem in Indien, das momentan Hauptproduzent des weltweiten Chiliangebots ist. Cayenneist ein weiteres Gewürz, das aus einer bestimmten Chilischote - getrocknet und gemahlen - hergestellt wird: ein braun-rotes Pulver, das bereits Columbus aus Amerika über Spanien nach Europa gebracht haben soll. Darum hieß der Cayenne-Pfeffer zu dieser Zeit "Spanischer Pfeffer".
Glücklich durch Feuriges
Chili brennt nicht nur im Mund, sondern treibt durch seine Schärfe die Tränen in die Augen, den Schweiß auf die Stirn. Verantwortlich dafür ist das Capsaicin: Je schärfer eine Schote, desto mehr Capsaicin. Forscher haben herausgefunden, dass Chili wie andere scharfe Lebensmittel den Pepper-High-Effekt auslöst: Die leichten, von der Schärfe ausgelösten Schmerzen veranlassen den Körper, die Endorphine genannten Glückshormone auszuschütten. Das Essen von Schokolade mit Chili ist darum ein perfektes Gute-Laune-Rezept. Die Lust am schmelzenden Süß der Schokolade, kombiniert mit dem leichten Schmerz auf der Zunge: Das ist das Potenzial, das an jedem noch so dunklen Tag des Jahres die Stimmung nachhaltig verbessern kann.
Scharf macht warm und schlank: Abnehmen mit Chili
Die Schärfe des Capsaicin macht auch warm und heizt dem Stoffwechsel gehörig ein. Weil Wärme wiederum Muskelverspannungen löst, setzen Wärmepflaster und -cremes auf die äußerliche Wirkung des Capsaicin. Muskelschmerz wird so auch ohne Sauna gelindert und nebenbei kommt die Durchblutung in Wallung. Bereits vor Tausenden von Jahren wussten die Ureinwohner des heutigen Mexiko von dieser Wirkung, weswegen sie Chilipulver in Form von Umschlägen bei Schmerzen und rheumatischen Beschwerden einsetzten. Weil Chili die Produktion von Speichel und weiteren Verdauungssäften in Magen und Darm anregt, werden deftige Speisen verträglich und Bakterien im Verdauungstrakt können sich weniger vermehren. Der Stoffwechsel wird dabei angeregt, der Energieumsatz steigt und das Fettgewebe im Körper dezimiert sich.
Chili senkt den Blutzucker
Chili kann noch mehr: Wie eine Studie aus dem Jahr 2006 der australischen Universität von Tasmania zeigte, wirkt sich Chili positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Aber das Beste bei all den positiven Wirkungen auf die Gesundheit aber ist vielleicht die Tatsache, dass Chili lecker ist und jedem Essen eine besondere Note verleiht. Die süd- und mittelamerikanische Küche ist voll von Rezepten mit Chili. Einige davon wie die Mango-Chili-Salsa geben der abendlichen Party einen exotischen Touch und sind leicht gemacht.
