Scharfes Essen mit Chili, Chilisauce, Peperoni und Tabasco

Red Hot Chili - Kai Niemeyer / pixelio.de
Red Hot Chili - Kai Niemeyer / pixelio.de
Je mehr Scoville, desto schärfer. Wieviel Scoville steckt in einer Peperoni? Warum hilft scharfes Essen beim abnehmen und was hilft gegen Schärfe?

Chilis gehören wie Tomaten, Kartoffeln und Auberginen zu der Familie der Nachtschattengewächse und wie Pepperoni und Pfefferoni zur Gattung der Paprika. Wissenschaftlich wird Chili als Capsicum bezeichnet.

Scoville - die gemessene Schärfe

Schärfe wird in Scoville gemessen. Der Name kommt von Wilbur L. Scoville, der sich eine Einstufung für den Capsaicin-Gehalt wünschte. Capsaicin ist ein Stoff, der in Paprika vorkommt. Paprika ohne merkliche Schärfe haben den Scoville-Grad Null. Reines Capsaicin hat zwischen 15 und 16 Millionen Scoville. Als das weltweit schärfste Gewürz gilt Blair´s 16 Million Reserve. Die Flasche enthält einen Milliliter purer Capsaicin-Kristalle. Die Schärfe ist ungenießbar. Ein winziger Bruchteil dieser Schärfe würde bereits eine komplette Speise verderben.

Scoville-Grade einiger Beispiele

  • Gemüsepaprika (0-10)
  • Peperoni (100-500)
  • Tabasco (2.500-5.000)
  • Cayenepfeffer (30.000-50.000)
  • Habanero-Chili (100.000-350.000)
  • Pfefferspray (2 Millionen)
  • The Sauce (die weltweit schärfste Chilisauce hat 7,1 Millionen Scoville)
  • Pures Capsaicin (Blair´s 16 Million Reserve)

Scharf ist nicht gleich Scharf

Warum empfinden Menschen dieselbe Schärfe verschieden scharf? Zum einen hat jeder Mensch eine andere Wahrnehmung gegenüber Capsaicin. Ein weiterer wichtiger Grund ist die heraufsetzung der Toleranzschwelle. Der Mensch kann sich an Schärfe gewöhnen und empfindet bei andauerndem Genuss die Schärfe als weniger scharf. Damit die typischen Symptome wie schwitzen, laufende Nase und tränende Augen auftreten, bedarf es bei "geübten" Chili-Essern einer immer höheren Dosis. Das lässt Capsaicin teilweise drogenähnliche Charakterzüge annehmen.

Wozu Chili gut ist

Auch wenn es für Liebhaber scharfer Gerichte unglaublich klingt, aber der Körper nimmt Schärfe als Schmerz wahr. Daraufhin schüttet er Glückshormone aus. Chili wirkt wie eine Naturdroge auf den Körper. Scharfe Gewürze wirken anregend. Beim Essen von scharfen Speisen öffnen sich die Hautporen und Schweiß tritt aus. Das senkt die Körpertemperatur. Möglicherweise wird unter anderem deswegen in warmen Ländern gerne scharf gegessen. Zudem hemmt Chili das Bakterien-Wachstum und regt den Stoffwechsel an. Schärfe hilft demzufolge beim abnehmen. Chili verfeinert alle Grill-Gerichte und chinesiches Essen, wie zum Beispiel Chinapfanne.

Was hilft gegen Schärfe?

Wenn es einmal zu scharf ist, helfen Milchprodukte wie Kuhmilch, Joghurt, Käse, Kakao und Quark. Das enthaltene Fett löst das Capsaicin auf. Auch Alkohol ist als Capsaicin-Löser bekannt. Auch generell süße Produkte wie Schokolade und Honig mildern die Schärfe. Auch trockenes Brot hilft, indem es das Capsaicin-Speichel-Gemisch aufsaugt. Das Brot kann dann einfach ohne weitere Reizung geschluckt werden. Beim schneiden von Chilis ist immer darauf zu achten, sich mittendrin niemals mit den Händen die Augen zu reiben. Es brennt etwa eine halbe Stunde sehr unangenehm und auch die körpereigene Reaktion, das Ausschwemmen durch Tränen, hilft nicht.

Quellen:

Kochmix.de

Bildnachweise:

Kai Niemeyer / pixelio.de

Uwe Todte / pixelio.de

Ich am Rhein, Silvia Klemke

Silvia Klemke - Am 09.03.1983 in Brandenburg geboren und seit dem 23.09.2010 in der Pfalz zuhause Meine Hobbys sind das Internet, schreiben und kochen ...

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