Schatzsuche beim Kindergeburtstag

Piratenschatzkiste - © Stefan Kollekowski / pixelio
Piratenschatzkiste - © Stefan Kollekowski / pixelio
Kindergeburtstage - es sei zugegeben - sind für viele Eltern Stress. Eine gut vorbereitete Schatzsuche hilft allen Seiten, die Party zum Erfolg zu führen.

Auch wenn Kinder schon lange wissen, dass es keine geheimnisvollen Piratenschätze sind, denen man an einem Kindergeburtstag nachjagt, sondern von den Eltern sorgsam geplante Kindergeburtstagsevents, bestehen sie immer noch auf ihrer Schatzsuche. Die Spannung beim Verfolgen der Hinweise, beim Entschlüsseln der Botschaften drängen bald das Wissen um den elterlichen Ursprung des Unternehmens zurück und die Phantasie übernimmt das Kommando. Selten sieht man Kinder so bei der Sache, wie beim Entschlüsseln des Schatzrätsels

Schatzsuche als Schnitzeljagd

Am einfachsten ist sicherlich die Schatzsuche in Form einer Schnitzeljagd zu organisieren. Dabei bekommen die mitspielenden Kinder einen ersten Hinweis auf einen versteckten nächsten Hinweis und von dort immer weiter bis sie schließlich am Ziel ihrer Schatzsuche angekommen sind. Je nach Alter der beteiligten Kinder sollte man die Hinweise nicht zu einfach gestalten, denn die Angabe "Hinweis 2 liegt unter dem Notenstapel auf dem Klavier" klingt natürlich lange nicht so geheimnisvoll und spannend wie eine kleine Umschreibung des Verstecks:

Auf der klimpernden Kiste

Unter notenbedrucktem Buche

Findest du die Liste

Für die weitere Suche

Kleine Rätsel oder Rechenexempel lassen sich ebenso in die Hinweise einbauen, wie Bezüge auf familiäre Eigenheiten:

Dort wo Vater sitzt zum Lesen

Bei einer Lampe Licht

Wend nach Süden dein Gesicht

Und suche unter dem Tresen

Dichtkunst und Fantasie der Eltern seien hier keine Grenzen gesetzt. Allerdings muss sichergestellt werden, dass bei der Suche jemand dabei ist, der ein bisschen helfen kann falls die elterliche Sprache den Kindern doch zu geheimnisvoll ist.

Bei der Schnitzeljagd ist es sinnvoll die Hinweise zu nummerieren und bei umfangreicheren Schatzsuchen auch eine Liste anzufertigen, wo die einzelnen Hinweise stecken. Gerade wenn man es wagt, das eigene Terrain zu verlassen und die Hinweise in freier Natur versteckt, kann doch einmal einer verloren gehen – vom Winde verweht oder von bösen Nachbarskindern geklaut – und es ist kaum zu glauben, wie schnell man vergessen hat, wo der nächste Hinweis steckt. Dann ist die ganze Spannung weg und man kann die Kinder nur noch zum Schatz führen und hoffen, dass sie damit zufrieden sind.

Schatzsuche mit einer Piratenschatzkarte

Besonders spannend ist die Schatzsuche natürlich, wenn sich die Eltern die Mühe machen eine eigene Schatzkarte zu zeichnen. Keine Angst, Kinder stellen keine unerfüllbaren künstlerischen Ansprüche. Auch Eltern mit geringer künstlerischer Begabung wie der Autor dieser Zeilen können Schatzkarten anfertigen, die kindlichen Ansprüchen gerecht werden. Schon ein etwas angekokelter Rand macht da einiges her.

Das Problem beim Anfertigen einer Schatzkarte ist natürlich, der ganzen Geschichte ein wenig Nachhaltigkeit zu verleihen, denn eine Karte vom eigenen Garten mit einem Kreuz dort, wo sich der Schatz befindet, wäre doch ein allzu schnell erledigter Programmpunkt des Kindergeburtstages. Also ist entweder die Schatzkarte in mehrere Teile geteilt worden, um sie sicherer vor etwaigen Schatzräubern zu verstecken und die Kinder müssen wiederum Rätsel lösen, um die einzelnen Teile der Karte zu finden, oder auf der Karte sind mehrere Stellen eingezeichnet, an denen es Lösungsbausteine für das endgültige Schatzrätsel zu finden gilt.

Eine besonders schöne Variante ist es auch, die beteiligten Kinder in Gruppen aufzuteilen, jede mit einer Karte auszustatten, mit der sie Lösungsbausteine zu suchen haben, um sich dann an einem auf den Karten verzeichneten Ort zu treffen. Mit den zusammengesetzten Bausteinen gilt es dann gemeinsam den Schatz zu heben. Da sich in Kindergruppen immer schnell Führer und Mitläufer herauskristallisieren, kann man so dafür sorgen, dass mehr Kinder zum Zuge kommen und aktiv am Geschehen teilnehmen. Allerdings sollte man auch für jede Gruppe eine erwachsene Begleitperson zur Verfügung haben.

Sommer oder Winter, eine Schatzsuche macht draußen und drinnen Spaß

Am tollsten finden es Kinder natürlich, wenn man zur Schatzsuche hinaus gehen kann und vor allem wenn der Schatz dann auch wirklich vergraben ist und in einer Kiste steckt. Aber auch im Haus lässt sich eine tolle Schatzsuche organisieren, falls man nicht hinaus gehen will, bei schlechtem Wetter etwa, im Winter oder mit kleinen Kindern, weil man in der Stadt wohnt. Auch die kleinste Wohnung bietet Raum für eine Schatzsuche. Dann wird eben jeder Schritt mit einem kleinen Kreuzworträtsel verbunden einem Rätsel, oder einer Rechenaufgabe:

Zehn Piraten haben je zwei Pistolen. Die Hälfte davon sind doppelläufig. Rechne aus wie viele Kugeln sie verschießen können, ohne nachzuladen. Teile das Ergebnis durch zehn. Auf dieser Treppenstufe der Kellertreppe findest du den nächsten Hinweis.

Die Altersstufe, für die so eine Aufgabe tauglich ist, lässt sich am Lehrplan festmachen, beziehungsweise dementsprechend anpassen.

Was kann man guten Gewissens in die Schatzkiste packen?

Die Schatzkiste sinnvoll zu füllen, ist für viele Eltern ein Problem. Bei den lieben Kleinen kommen Süßigkeiten natürlich immer gut an und Schokoladentaler in goldener Folie machen auch wirklich was her in so einer Schatztruhe. Aber eigentlich gibt es an so einem Kindergeburtstag schon genug Süßes, weshalb viele Eltern nach Alternativen suchen. Natürlich gibt es im Spielwarenladen jede Menge Kleinigkeiten, die man in einen Schatz verwandeln kann. Allerdings haben dort auch Kleinigkeiten ihren Preis und meist sind sie dann auch noch aus minderwertigem Plastik. Schreibwarenläden sind dagegen eine Fundgrube für sinnvolle, ökologisch und gesundheitstechnisch vertretbare und teilweise durchaus preiswerte Kleinigkeiten: Blei-, Bunt- oder andere Stifte, Radiergummis, Spitzer, Notiz- oder kleine Zeichenblocks und, und, und... Pädagogisch wertvolle Schätze sozusagen, gleich mehrere Fliegen mit einem Streich erwischt!

Um Tränen bei der Aufteilung des Schatzes zu vermeiden, empfiehlt es sich, so viele gleichartige Geschenke hineinzupacken, wie Kinder an der Schatzsuche teilnehmen. Falls das nicht der möglich ist, sollte ein Erwachsener die Aufteilung leiten oder zumindest unauffällig assistieren, denn sonst endet das Highlight des Kindergeburtstages mit Streit und Geschrei.

Gelungene Schatzsuche – gelungener Kindergeburtstag

Eine schöne Schatzsuche kann ein toller Höhepunkt eines so wichtigen Tages für das Geburtstagskind und alle seine Gäste sein. Je älter die Kinder werden, desto mehr Ideen kann man umsetzen, desto mehr Spaß macht das Ganze auch für die organisierenden Erwachsenen. Wie die Anregungen oben schon gezeigt haben, kann man den Aufwand für so eine Schatzsuche natürlich bis ins Unendliche treiben. Man sollte dabei aber nicht übertreiben, denn die Schatzsuche soll ja nur ein Programmpunkt unter anderen sein.

Wer das Ganze mit ein wenig technischer Würze gerade für Jungs interessanter machen will, der kann sich auch Hilfe aus dem Internet holen und sich für den Kindergeburtstag eine Geocaching Tour aussuchen.

Rainer Hitzler , Rainer Hitzler

Rainer Hitzler - Wie so viele Autoren bin ich Autor aus Berufung, fast seit ich lesen und schreiben kann. Mittlerweile 50 Jahre alt kann ich somit auf ...

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