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Schauspieler Christoph Waltz im Porträt

Waltz gewann den Oscar 2010 als Bester Nebendarsteller

Christoph Waltz / Inglourious Basterds - Universal Pictures
Christoph Waltz / Inglourious Basterds - Universal Pictures
Der charismatische Schauspieler glänzte in vielen Rollen und Charakteren. Durch "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino jedoch ist Waltz' Name in aller Munde.

Mit dem Film "Inglourious Basterds“ hat Starregisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino nach "Pulp Fiction“ und der "Kill Bill“-Trilogie ein weiteres cineastisches Meisterwerk geschaffen. Dieses erzählt die Geschichte eines Sonderkommandos im Zweiten Weltkrieg. Neben Weltstars wie Diane Kruger und Brad Pitt standen auch viele deutsche Schauspieler auf der Besetzungsliste: Til Schweiger, Daniel Brühl oder Gedeon Burkhard beispielsweise.

Deren Kollege Christoph Waltz spielte die Rolle des SS-Standartenführers Hans Landa. Die facettenreiche Interpretation dieses Charakters brachte Waltz 2009 den Darstellerpreis bei den 62. Filmfestspielen in Cannes und 2010 den Golden Globe Award sowie den Screen Actors Guild Award als Bester Nebendarsteller ein. Am 07. Februar 2010 wurde Waltz für seine Rolle in "Inglourious Basterds" der Oscar verliehen!

Der Werdegang des Schauspielers Christoph Waltz im Kurzüberblick

Waltz wurde am 04. Oktober 1956 in Wien geboren. Seine Eltern verdienten ihr Geld als Bühnen- und Kostümbildner. Schon die Urgroßeltern des Schauspielers waren am Theater tätig. Der Schüler Christoph Waltz besuchte das Theresianum in Wien. Sein Schauspielstudium absolvierte Waltz am Max-Reinhardt-Seminar und am Lee Strasberg Theatre Institute in New York. Im Jahr 1977 stand er für "Der Einstand“ von Regisseur Reinhard Schwabenitzky erstmals vor der Fernsehkamera. Das Debüt auf den Brettern, die die Welt bedeuten, feierte Waltz ebenfalls 1977 in Wien. Engagements in Zürich und Köln, in Frankfurt am Main, Hamburg, Salzburg und Wien folgten. Mit dem renommierten O.E. Hasse-Preis wurde Waltz 1982 ausgezeichnet.

Die Fernsehgastspiele von Christoph Waltz

Eine breite Popularität erlangte Christoph Waltz durch Gastauftritte in zahlreichen Fernsehserien und Fernsehfilmen. Eine Auswahl: "Ein Fall für Zwei“ (1985 / ZDF), "Derrick“ (1986, 1988 / ZDF), "König der letzten Tage“ (1993 / ZDF), "Tag der Abrechnung – Der Amokläufer von Euskirchen“ (1994 / RTL), "Rosa Roth – Nirgendwohin“ sowie "Du bist nicht allein – Die Roy Black Story“ (beide 1996 / ZDF), "Faust“ und "Schimanski“ (beide 1997 / ZDF, ARD), "Der Elefant – Mord verjährt nie“ sowie "Die Patriarchin“ (beide 2005 / RTL, ZDF), "Soko Rhein-Main“, "Polizeiruf 110“, "Kommissar Stolberg“ (alle 2006 / ZDF, ARD, ZDF), "Der Staatsanwalt“ sowie "Der letzte Zeuge“ (beide 2007 / ZDF).

Christoph Waltz spielte 1995 in "Katharina die Große" an der Seite von Catherine Zeta-Jones

Parallel zu seinen Einsätzen im deutschen Fernsehen stand Christoph Waltz schon früh für internationale Produktionen vor der Kamera: Für "Goldeneye“ (1994, James Bond), für den englisch-australischen Mehrteiler "Der große Reibach“ (1991), für die Großproduktion "Die Bibel – Jakob“ (1994) oder auch für deutsche Kinofilme wie "Der alte Affe Angst“ (2003, Regie Oskar Roehler) oder "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ (1993), in dem Waltz sein komödiantisches Talent als frustrierter Romanautor zeigte. In Drama von Krzysztof Zanussi über den Franziskanerpater Maximilian Kolbe "Leben für Leben“ spielte Waltz 1991 einen ehemaligen KZ-Häftling. Bis einschließlich Januar 2010 weist die Filmografie von Christoph Waltz bei der Filmdatenbank imdb.de insgesamt 92 Produktionen aus, an denen er als Schauspieler beteiligt war.

Typen wie die des Standartenführers Hans Landa liegen Christoph Waltz besonders

Christoph Waltz war immer in Paraderollen zu meist ambivalenten, abgründigen Charakteren zu sehen, die nach außen eine bürgerliche Fassade wahren, in denen es innerlich jedoch rumort. Auch der Typ eines von Selbstzweifeln geplagten, labilen Mannes mit Hang zur Melancholie liegt Waltz sehr. Gerade in diesen Rollen zieht er den Bann des Zuschauers auf sich, fasziniert und fesselt zugleich.

Eine Auswahl der Preise und Auszeichnungen, die Christoph Waltz erhielt

Für seine darstellerische Leistung des Sängers Roy Black wurde Waltz 1996 mit einem Sonderpreis für darstellerische Leistung bei den Baden-Badener Tagen des Fernsehspiels ausgezeichnet. Diese Rolle brachte ihm 1997 auch den Bayerischen Fernsehpreis ein. Den renommierten Adolf-Grimme-Preis erhielt Waltz 2002 für sein Mitwirken im Zweiteiler "Der Tanz mit dem Teufel – Die Entführung des Richard Oetker“. Ein Jahr später gewann Waltz den Deutschen Fernsehpreis für "Jagd auf den Flammenmann“ in der Kategorie Bester Schauspieler Nebenrolle. Schon 2004 folgte der nächste Adolf-Grimme-Preis: "Dienstreise – Was für eine Nacht“.

Mit dem Jahr 2009 begann der regelrechte Regen an Auszeichnungen für "Inglourious Basterds"

Als Bester Darsteller wurde Waltz bei den Internationalen Filmfestspielen Cannes geehrt. Den Bambi erhielt der Österreicher als Bester Schauspieler International. Die Kategorie Bester Nebendarsteller gewann Christoph Waltz bei den Juroren folgender Veranstaltungen: Boston Society of Film Critics Award, Chicago Film Critics Association Award, Dallas-Fort Worth Film Critics Association Award, Florida Film Critics Circle Award, Hollywood Film Award, Los Angeles Film Critics Association Award, New York Film Critics Circle Award, Satellite Award, Southeastern Film Critics Award, Kansas City Film Critics Circle Award, National Society of Film Critics Award, Broadcast Film Critics Association Award, Golden Globe Award und Screen Actors Guild Award.

Die Bambi-Jury zu Christoph Waltz in "Inglourious Basterds"

Waltz beeindruckte die Jury von Hubert Burda Media und der Bambi Verleihung 2009 als polyglotter Star der deutsch-amerikanischen Koproduktion (Originalsprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch). Zitat: "Er führt den bösen Nazi in Uniform als charismatischen Menschen vor und entlarvt dann mit größter schauspielerischer Präzision dessen teuflischen Charakter. Hinter einer Fassade der Freundlichkeit lässt Waltz subtil nuanciert sein sadistisches Wesen erkennen. Waltz, der rein formal nur für eine Nebenrolle besetzt wurde, ist das Zentrum des Films, in dem auch Diane Kruger, Brad Pitt, Til Schweiger und Daniel Brühl spielen. Mit 'Inglourious Basterds' des amerikanischen Autors und Regisseurs Quentin Tarantino eroberte sich Christoph Waltz einen Platz neben den Stars von Hollywood."

Das Privatleben des Weltstars Christoph Waltz

Christoph Waltz gefällt auch dadurch, dass er niemals nur nach einer Kinokarriere geschielt hat. Ganz unabhängig davon, dass er in internationalen Produktionen engagiert war, spielte er zeitgleich auch in vergleichsweise unbedeutenden deutschen Fernsehserien mit. Die Ernsthaftigkeit, mit der er seinen Beruf auf der einen wie auf der anderen Ebene ausübte, macht einen Weltstar eher aus, als nur das Vorzeigekönnen einer imposanten Vita. Waltz hat aus einer früheren Ehe mit einer Amerikanerin drei Kinder. Vater einer weiteren Tochter wurde er in der aktuellen Beziehung mit der Kostümbildnerin Judith Holste. Als Wohnorte sind London und Berlin bekannt.

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