
- Max von Pufendorf - Deutsches Theater
Es zeigt sich immer wieder, dass Schauspieler, die neben ihren Einsätzen in Filmen oder Fernsehserien auch Theater spielen, ein größeres schauspielerisches Repertoire beherrschen, als Schauspieler, die diesen Weg nicht gehen. Bestes Beispiel: Max von Pufendorf.
Maximilian von Pufendorf ist ein Mann für viele Fälle: "Das letzte Stück Himmel"
In dem 2006 von Jo Baier inszenierten Drama der sperl + schott film GmbH (Gabriela Sperl) spielte Max von Pufendorf den durch den Tod seiner Mutter traumatisierten und teils schwer depressiven Julian, der nichts lieber herbeisehnt, als das Sterben. Ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Anno, der sein Leben als Modefotograf liebt und es mit allem, was dazugehört, auslebt: Schöne Frauen, Parties, Segelfliegen und ein Porsche. Nach einem Anruf seines Bruders Julian – der kurz davor ist, von einer hohen Eisenbahnbrücke seines Heimatortes Wuppertal zu springen – holt Anno Julian nach München, um ihm dort die angenehmen Seiten des Lebens zu zeigen.
Im München angekommen verliebt sich Julian in die Traumfrau Laura Melzer und blüht dadurch regelrecht auf. Gemeinsam verbringen die Drei eine schöne Zeit im sommerlichen München. Doch nach einem Segelunfall liegt Laura für längere Zeit im Krankenhaus; Julian weicht nicht von ihrer Seite. Aber nach ihrem Erwachen muß er erkennen, dass es für ihn keine Zukunft mit Laura geben wird, weil diese in Anno verliebt ist und auch Anno sich mehr und mehr in sie verliebt. Die Depressionen kehren zurück; am Ende steht Julian wieder auf der Eisenbahnbrücke in Wuppertal.
Wie Max von Pufendorf den traumatisierten Julian in "Das letzte Stück Himmel" spielt, fasziniert Zuschauer und Fachleute zugleich
Ein Kölner Castingagent, der nach zehn Jahren in der Branche Schauspieler und deren Leistungen sehr gut einzuordnen weiß, ist voll des Lobes für Max von Pufendorf: "Pufendorf schafft es, die Depressionen seiner Figur und sein Inneres für den Zuschauer vor dem Bildschirm so erlebbar zu machen, als sei dieser hautnah dabei. Die Momente des Glücks von Julian und dessen Verzweiflung darzustellen gelingt Pufendorf so gut, dass es dem Zuschauer unter die Haut geht und er mit Julian mitfühlen kann. Nur wenige Schauspieler in Deutschland hätten die innere Zerrissenheit von Julian so gut vermitteln können, wie Max von Pufendorf." An dessen Seite spielten David Rott (Anno) und Nora Tschirner (Laura). Für die Auftraggeber BR, SWR, WDR und Arte stand Judith Kaufmann hinter der Kamera.
Der Werdegang des 1976 in Hilden bei Düsseldorf geborenen Schauspielers Maximilian von Pufendorf
Max von Pufendorf absolvierte sein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und machte im Jahr 2000 seinen Abschluß. Bereits 1998 stand er im Berliner Maxim Gorki Theater auf der Bühne. 1999 folgten "Die Räuber" am Hans Otto Theater Potsdam; im Jahr 2000 gab er ein Gastspiel am Residenztheater München mit "Frau Schlemihl und ihre Schatten" sowie in "Der tollste Tag" und "Der Volksfeind". In den Jahren 2001 bis 2008 war und ist von Pufendorf am Deutschen Theater in Berlin engagiert. Dort spielte er unter anderem in Stücken wie "Der Leutnant von Inishmore", "Titus Andronicus" oder "Ein Sommernachtstraum".
Max von Pufendorf im Kino und Fernsehen
Pufendorf spielte in Kinoproduktionen wie beispielsweise "Crazy" (2000), "Franny and Zoë" (2003), "Mörderischer Frieden" / "Snipers Valley" (2006) an der Seite von Max Riemelt sowie 2008 in "Die Buddenbrooks" von Heinrich Breloer. Im Fernsehen ist der charmante Hildener sehr gefragt: "Crashpoint Berlin" (2008), "Der Mann im Heuhaufen" (2006), "Arme Millionäre" (2006, RTL, produziert von Dr. Susanne Porsche, der Miteigentümerin der Porsche AG), mehreren Folgen des "Tatort" und "Polizeiruf 110" in den Jahren 2005, 2004 und 2003, "Wilsberg" (2004, ZDF) und neben der beliebten Hannelore Hoger in "Bella Block – Hinter den Spiegeln" (2003, ZDF).
Vielbeachtet auch von Pufendorfs Auftritt in dem Drama "Der Fall Vera Brühne" (2000) neben Corinna Harfouch, Hans-Werner Meyer und Michael Degen. Eine durchgehende Nebenrolle als Pascal in der Serie "Verdammt verliebt" übernahm von Pufendorf an der Seite des späteren Grimmepreisträgers Florian David Fitz.
Zum Jahreswechsel 2008 / 2009 weist seine Filmografie in der Internetdatenbank imdb.de insgesamt rund 40 Produktionen aus, in denen Max von Pufendorf mitgewirkt hat. Er stand für das Drama "Waffenstillstand" vor der Kamera und drehte dort an der Seite von Thekla Reuten, Hannes Jaenicke, Matthias Habich und Sebastian Deyle. Die Premiere des von Sebastian Deyle auch koproduzierten Kinofilms war für den 19. Oktober 2009 vorgesehen.
Max von Pufendorf in "Crashpoint" auf ProSieben: Spitzenleistung als Copilot
Ebenso 2009 ist ein Film mit Pufendorf aus der Reihe "Rosamunde Pilcher" und der ProSieben-Thriller "Crashpoint: Berlin - Neunzig Minuten bis zum Absturz" zu sehen, in dem Max von Pufendorf auf eine sehr überzeugende, überaus sehenswerte Weise den Copiloten eines absturzbedrohten Urlaubsfliegers verkörpert, die die Fachleute zu Beifallstürmen hinreisst: "Einer der wenigen wirklich sehr guten Schauspieler dieser Generation, die wir im Lande haben." Im Jahr 2009 hat Max von Pufendorf noch für den Thriller "Killerjagd - Töte mich, wenn Du kannst", die Romanze "Utta Danella - Louisas Lächeln / Eine Nonne zum Verlieben" sowie das Fantasymovie "Nachhilfe in Liebe" vor der Kamera gestanden.
Am 08. Februar 2010 läuft im Rahmen der Montags-Thrill-Time des Senders ProSieben der Film "Killerjagd - Schrei wenn Du Dich traust". Rechtsanwältin Anna Winter (gespielt von Alexandra Neldel) ermittelt nach dem Selbstmord einer jungen Frau in Studentenkreisen. Mit dabei sind Clemens Schick, Constantin von Jascheroff und Max von Pufendorf.
Was ist Max von Pufendorfs Erfolgsgeheimnis?
Abend für Abend in den unterschiedlichsten Aufführungen und unter Anleitung der verschiedenartigsten Regisseure an sich und dem schauspielerischen Können weiterfeilen zu können ist eine Art der Ausbildung, wie sie gründlicher und facettenreicher nicht sein kann. Dass ein Schauspieler daraus Erfahrung und Wissen zieht, das sich auch in Fernseh- und Filmproduktionen wiederspiegelt, liegt auf der Hand und gilt im Fall David Rott ebenso wie bei Max von Pufendorf, der privat Entspannung im Spiel von Cello und Gitarre sucht und 2010 für drei weitere Spielfilme ("Tatort") vor der Kamera stand.
Update: 29. Dezember 2009
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