Schauspieler Mikael Persbrandt als UNICEF-Botschafter in Haiti

Mikael Persbrandt: UNICEF-Botschafter mit Herz - Photo: copyright PhotoXpress.com
Mikael Persbrandt: UNICEF-Botschafter mit Herz - Photo: copyright PhotoXpress.com
Hierzulande kennt man den Schweden vor allem als Gunvald Larsson in „Kommissar Beck", doch im echten Leben ist er alles andere als der Bad Boy vom Dienst.

Lange Zeit galt Mikael Persbrandt (u.a. „Kommissar Beck“, „The Hobbit“, „In A Better World“, „Die ewigen Momente der Maria Larsson“) auch über die Grenzen seines Heimatlandes Schweden hinweg als Enfant Terrible und Bad Boy vom Dienst.

Mikael Persbrandt: Klischee kontra Wirklichkeit

Zu schön, zu sexy, zu wild schien der am 25. September 1963 in Jakobsberg/Stockholm geborene Schauspieler Mikael Persbrandt zu sein, der neben seiner Fernsehkarriere auch sehr erfolgreich in Kinofilmen und Theaterproduktionen (unter anderem „I väntan på Godot“/„Warten auf Godot“, Stadsteater Stockholm Saison 2009/10) mitwirkt.

Besonders in der Presse hatte der Schwede schnell seinen Stempel weg – und der haftet noch immer (etwas zu) gut. Motto angesichts früherer Frauengeschichten und Partytouren: Harte Schale, rauer Kern.

Dass der 1,91 Meter große Blonde mittlerweile ruhiger und in vielerlei Hinsicht gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sanna Lundell (30) und den Kindern sogar „gutbürgerlich“ lebt, wird mit Blick auf Quoten und Auflagen nur allzu gern übersehen.

Schauspieler Mikael Persbrandt ist auch UNICEF-Botschafter

Doch Tatsache ist, dass Mikael Persbrandt (46) sein Herz am richtigen Fleck hat. In seiner Funktion als UNICEF-Botschafter besuchte der begeisterte Motorsportler bereits Länder wie Liberia und Afghanistan, machte auf Missstände wie die Unterversorgung der Bevölkerung und Kinderarbeit aufmerksam.

In Spendenaufrufen im schwedischen Fernsehen nutzt der Schauspieler zudem seine Popularität, um Gutes zu tun – hier ist der Partner von Kommissar Beck schließlich genauso bekannt wie zum Beispiel die „Tatort“-Stars Jan Josef Liefers oder Götz George in Deutschland ... wenn nicht sogar bekannter.

Erdbebenopfer in Haiti brauchen auch Monate nach der Katastrophe noch Hilfe

Das schwere Erdbeben in Haiti, das eines der ärmsten Länder der Welt am 12. Januar 2010 mit einer Stärke von 7,0 jeglicher Infrastruktur beraubt und unzähligen Bewohnern des Karibikstaats das Leben kostet, rückt den Nachbarn der Dominikanischen Republik schlagartig ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die internationale Welle der Hilfsbereitschaft ist so groß wie bitter benötigt.

Rund vier Monate nach der Naturkatastrophe ist es jedoch still geworden um Haiti – es drängen sich andere Geschehnisse internationalen Ausmaßes, darunter der Vulkanausbruch in Island (21. März 2010) und die darauf folgende Sperrung des internationalen Luftraumes aufgrund der Aschewolke – in den Vordergrund. Doch Hilfe und Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti werden auch Monate nach der Katastrophe benötigt.

Gegen das Vergessen: Mikael Persbrandt als UNICEF-Botschafter in Haiti

Gegen das Vergessen reist Mikael Persbrandt in seiner Funktion als UNICEF-Botschafter im April 2010 nach Haiti, um sich selbst ein Bild über die Situation in den Auffanglagern, zerstörten Städten und Dörfern zu machen. Auch die humanitäre Hilfe vor Ort sieht er mit eigenen Augen.

In einem Blog von UNICEF Sverige beschreibt der schwedische Schauspieler Eindrücke und Gefühle, die sich kaum in Worte fassen lassen. Die Kinder, die nunmehr ohne Eltern aufwachsen müssen. Die schwüle Hitze, die bald darauf durch die Regenzeit abgelöst wird. Das Chaos. Die Not. Die miserablen hygienischen Zustände. Für die Bewohner Haitis ist diese Hölle, dieser Albtraum Realität. „Die Menschen hier brauchen jede Hilfe, die verfügbar ist“, betont Mikael Persbrandt mit Nachdruck.

Unerwartete Probleme bei der Endproduktion: Mikael Persbrandts Haiti-Film auf der Kippe

Seine Reise (auch von seiner Freundin, der freien Journalistin Sanna Lundell, im Mama.nu-Blog widergespiegelt) bannt man für das schwedische Fernsehen und UNICEF auf Film. Doch dann das: Durch die Sperrung des internationalen Luftraums nach dem Vulkanausbruch in Island droht das Projekt zu kippen. Mikael Persbrandt und der Produzent sitzen auf der Rückreise aus Haiti in New York fest – zu diesem Zeitpunkt weiß noch niemand, wie lange.

Persbrandts Haiti-Reportage im Rahmen der UNICEF-Gala („Humorgalan“) auf TV4 gesendet

Am Ende geht alles gut. Die Haiti-Reportage von Mikael Persbrandt wird im Rahmen der alljährlichen UNICEF-Gala („Humorgalan“) am 2. Mai 2010 gesendet, die live im schwedischen Fernsehen auf TV4 ausgestrahlt wird. Der Fundraiser, eine Mischung aus Unterhaltungsshow mit Musik, Entertainment und hohem Promifaktor sowie Spendensammlung für diverse Projekte, ist laut dem Veranstalter ein Erfolg. Bleibt zu hoffen, dass die Opfer des Erdbebens in Haiti nicht so schnell in Vergessenheit geraten wie das neueste Popsternchen.

Elisa Reznicek - Ich interessiere mich für die unterschiedlichsten Themenbereiche und möchte immer noch etwas mehr wissen. Wenn am Ende dabei ein ...

rss