
- Max von Thun und Kollegin Stefanie Stappenbeck - ARD
Einen Tag vor dem Jahresende 2009 strahlte die ARD den Spielfilm "Pizza und Marmelade“ aus, in dem der Schauspieler Max von Thun die Hauptrolle spielte. Das Drama entstand unter der Regie von Oliver Dieckmann und wurde von der Bavaria produziert. Es erzählte vom beruflichen Absturz eines jungen Architekten, der durch die Insolvenz seines Auftraggebers zuerst seinen Job, dann seine Wohnung, die Kreditwürdigkeit und damit seine Zukunftsperspektiven verlor. Durch das Arbeitsamt an eine Pizzeria vermittelt, musste sich der Jungarchitekt widerwillig in einer aus seiner Sicht scheußlichen Welt zurechtfinden lernen. Max von Thun zeigte durch ein sehr zurückgenommenes Spiel und damit auf eine sehr glaubwürdige, einfühlsame Weise, wie sehr die von ihm verkörperte Figur des Architekten unter der Situation litt.
Max von Thun, Xaver Schwarzenberger, "Lamorte" und der Adel
Der am 21. Februar 1977 in München geborene Max von Thun gehört seit seinem Debüt vor der Kamera im Drama "Lamorte“ zu den meistbeschäftigten und vielseitigsten Nachwuchsschauspielern Deutschlands überhaupt. In dem 1997 von Regisseur Xaver Schwarzenberger – dem Mann auf dem Regiestuhl der Neuverfilmung von "Sisi" mit Cristiana Capotondi und David Rott aus 2009 – spielte Max von Thun nicht nur neben renommierten Schauspielern wie Nicole Heesters, Gertraud Jesserer, Christiane Hörbiger und Senta Berger, sondern auch neben seinem Vater, dem österreichischen Schauspieler Friedrich von Thun. Max von Thuns vollständiger Name ist Maximilian Romedio Johann-Ernst Graf von Thun und Hohenstein. Die Filmografie des Adeligen weist über den Zeitraum von 1997 bis Ende 2009 rund 47 Produktionen auf, von denen hier einige vorgestellt werden.
Das Leben und Wirken des Schauspielers und Musikers Max von Thun im Kurzüberblick
Auf sieben kleinere Rollen in Filmen und Serien folgte im Jahr 2000 das Engagement in der Fernsehserie "Bei aller Liebe“, in der Max von Thun bis einschließlich 2003 mitwirkte und neben anderen auf den Schauspieler Oliver Bootz traf. Zwei Kurzfilme und ein Serienauftritt ("Café Meineid“) gingen der Verpflichtung für zwei weitere Ausgaben der Spielfilmreihe "Die Verbrechen des Professor Capellari“ voraus, für die Max von Thun bereits 1999 an der Seite seines Vaters Friedrich arbeitete.
Die Filme und Serien der Jahre 2001 bis 2003
2001 standen die Dreharbeiten zur Komödie "100 Pro“ mit Ken Duken und Mavie Hörbiger sowie für "Om Genesha – Alles wegen Paul“ im Terminplan von Max von Thun. Er stand für den Kurzfilm "Wichtig is‘ auf’m Platz“ ebenso vor der Kamera, wie er für das Kriegsdrama "1809 Andreas Hofer – Die Freiheit des Adlers“ erneut unter der Regie von Xaver Schwarzenberger (beide 2002) agierte. Weitere Engagements hatte von Thun in "Cuba“, "Soko Kitzbühel – Farben des Todes“, "Soko 5113 – Tödliche Pantomime“, "Hitler – Aufstieg des Bösen“, "Zwei Profis ... und das tote Mädchen“, dem Kinofilm "Mädchen“ und in den drei Krimis mit Mariele Millowitsch als Mona Seiler: "Untreu“, "Damals warst Du still“ und "Die Stimmen“.
Weitere Stationen des Schaffens Max von Thuns
In der Rolle des Kochs Felix Breitwieser spielte der 1,93 Meter-Mann 2005 und 2006 neben Uschi Glas und Gert Antoff in vier Episoden der Spielfilmreihe "Zwei am großen See“. Mit dabei war auch die unvergessene Schauspielerin und Intendantin Ruth Drexel, die als Mutter von Ottfried Fischer in "Der Bulle von Tölz“ bundesweit populär wurde. Im Historiendrama "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe“ gab Max von Thun Kaiserin Sissis einzigen Sohn Rudolf Franz Karl Josef, der sich 1889 gemeinsam mit seiner Geliebten das Leben nahm.
Die Dreharbeiten zu "Das Glück klopft an die Tür“ mit Saskia Vester (2006), "Der geheimnisvolle Schatz von Troja“ mit Heino Ferch (2007), dem Drama "Die Flucht“ mit Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler sowie den Kollegen Jürgen Hentsch und Hanns Zischler (2007), zu sechs Episoden der belgischen Miniserie "La lance de la destinée“ sowie dem Thriller "Das Papstattentat“ mit Heiner Lauterbach (2008, Regie Rainer Matsutani) folgten. "Stürmische Zeiten“ erlebte Max von Thun im Jahr 2008 an der Seite der späteren Hauptdarstellerin der Soap "Eine wie keine“, Marie Zielcke und in der Biographie des Autors Erich Maria Remarque.
Das Jahr 2009: Thrilltime und Romance
Ein "Böses Erwachen“ gab es für Max von Thun nach der Erstausstrahlung des gleichnamigen Filmes mit den Kollegen Uwe Ochsenknecht, Lisa Martinek und Nina Proll nicht. In der Fantasykomödie "Engel sucht Liebe“ glänzte Max von Thun neben Anja Kling sowie Heikko Deutschmann. Ein Gastspiel in der Thrilltime von ProSieben gab er in "Faktor 8 – Der Tag ist gekommen“. In der Romanze "Ein Sommer in Long Island“ spielte von Thun neben Marc Hosemann.
Bei den Dreharbeiten zur deutsch-österreichischen Koproduktion "Erzherzog Johann und Anna Plochl“ traf von Thun auf Aglaia Szyszkowitz, Tobias Moretti und Anna Maria Mühe. Mit dieser stand er auch im Drama "In der Welt habt ihr Angst“ von Lindenstraßen-Urheber Hans W. Geissendörfer vor der Kamera. Im Drama "Seine Mutter und ich“ wirkte Max von Thun neben Muriel Baumeister mit.
Max vonThuns Leben neben der Schauspielerei
In die Geschichte von "Deutschland sucht den Superstar“ wird er als derjenige Juror eingehen, der nur ein Casting neben Dieter Bohlen durchgehalten hat. Beim Sender MTV war von Thun 1999 als Moderator zu erleben. Darüber hinaus ist der Schauspieler als Sänger und Gitarrist der Band "77“ zu hören. Die Songs und Texte der Tracks des ersten Albums "Greatest Hits Vol.I" hat er selbst geschrieben. Im Jahr 2005 gewann er den Publikumspreis der Goldenen Romy in der Kategorie Beliebtester männlicher Shootingstar. Im Theater war Max von Thun unter anderem in "Cabaret“ (1993), "Frühlingserwachen“ (1994) und "Die Glasmenagerie“ (2002) zu erleben.
Bei seinen Auftritten in der Öffentlichkeit gibt sich Max von Thun als charmanter, aufgeschlossener und sehr sympathischer Zeitgenosse. Angesichts seines beruflichen Werdeganges und seines an Facetten reichen schauspielerischen Könnens ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen, dass der liebenswürdig locker auftretende Max von Thun einmal ein ähnliches Schicksal erleiden wird, wie die Figur des Jungarchitekten Florian in dem Drama "Pizza und Marmelade“. Der Film wurde beim Filmfest München für den Förderpreis Deutscher Film 2008 nominiert und entstand Ende 2007. Seine Erstausstrahlung haben insgesamt 3,99 Millionen Zuschauer gesehen, was einen Marktanteil von 12,2 Prozent ausmachte.
