
- Cover "Teufel" - Thrill&chill
Am Ende des Romans „Narr“ steht der Fund eines verkrüppelten Skeletts, das einst der
berühmt-berüchtigte Leiter des so genannten „Schwarzen Bureaus“ Balthasar Jauerling gewesen ist. Bei seinen Überresten finden die beiden Freunde Georg Wagner und Paul Sina ebenso die geheimen Aufzeichnungen Jauerlings. Damit endet das Buch.
Auf den Spuren Balthasar Jauerlings
In „Teufel“ nun folgen die beiden Männer den Spuren Jauerlings auf völlig unterschiedliche Weise. Georg Sina entschlüsselt die Aufzeichnungen, die in Rätselform gehalten sind und macht sich zusammen mit seinem Hund Tschak und der Nonne Barbara Buchegger auf die abenteuerliche Reise quer durch Österreich und Deutschland.
Paul Wagner hingegen folgt anderen Spuren, nämlich jenen eines geheimnisvollen Transports, der gegen Ende des zweiten Weltkrieges stattfand und in einem kleinen Ort namens Unterretzbach sein Ende fand. Dort nämlich hat Kommissar Burghardt sich einen kleinen Weinkeller gekauft, den er zusammen mit seinem ehemaligen Kollegen und Freund Bernhard Berner restaurieren will. Im Zuge eines Unfalls wird dabei das ortsansässige Kriegerdenkmal zerstört und dabei ein grausamer Fund gemacht. In dem Denkmal eingemauert waren zwei Leichen, Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg. Der hinzu gerufene Journalist Paul Wagner wandert nun auf den Spuren dieser beiden Soldaten und versucht zu rekonstruieren weshalb die beiden in ein Denkmal eingemauert wurden und welcher Auftrag sie in diesen Teil Österreichs geführt hat.
Zwei weitere Handlungsstränge sind die Geschichte des Advocatus Diaboli (Anwalt des Teufels, Gesandter des Papstes) Bertrucci und der israelischen Geheimdienstagentin Valerie Goldmann.
Sie müssen alle zusammenarbeiten, um das Rätsel zu lösen und jene aufzuhalten, die um jeden Preis verhindern wollen, dass Wagner, Sina und Co. an ihr Ziel kommen. Dort wartet nämlich etwas, das die Kirche in ihren Grundfesten erschüttern könnte: die sterblichen Überreste Jesu Christi.
Konzentration ist gefragt
Einfach ist dieses Buch nicht zu lesen. Alle paar Seiten springt die Geschichte von einer Person zur nächsten, wechselt dabei manchmal sogar das Jahr. So begleitet der Leser einerseits die Personen der Gegenwart bei ihrer Suche, andererseits folgt er auch Balthasar Jauerling in seinen letzten Tagen oder findet sich plötzlich zur Zeit Jesu wieder. Deshalb ist beim Lesen dieses Buches Konzentration gefragt, sonst ist man als Leser schnell mal hinten nach.
Auch die Rätsel scheinen von Buch zu Buch komplizierter zu werden und ihre Auflösung immer unschlüssiger und vernebelter. So ist in diesem Buch klar, was die Lösung des Rätsels ist, doch wie man dorthin gelangt, dazu müsste man sich wohl mehr konzentrieren, als viele Leser vielleicht wollen.
Auch die vielen verschiedenen Handlungsstränge sind in diesem Buch schwer zu verfolgen, obwohl sie sich gegen Mitte zu einem einzigen Strang vereinen. Auch erscheint es so, als ob die Autoren gewisse Personen, so zum Beispiel Valerie Goldmann, mit aller Macht ebenfalls in die Geschichte einbinden wollten, obwohl sie in diesem Fall nicht wirklich etwas mit der ganzen Sache zu tun hat.
Ein Buch für Fans
Schilddorfer& Weiss werden von den Lesern geliebt, da sie quasi der österreichische Counterpart zu Dan Brown und Co. sind. Sie beschreiben Plätze, die der Leser kennt, wo er vielleicht schon einmal gewesen ist. Sie geben der Geschichte Österreichs und dem Land im allgemeinen eine ganz neue Bedeutung und genau das ist es, was sie so berühmt macht. Das ist ihnen in ihrem neuen Buch zwar nicht ganz gelungen, dennoch sollte jeder, der die ersten beiden Bände kennt und gelesen hat, sich ihr neuestes Werk nicht entgehen lassen.
Schilddorfer & Weiss; Teufel, Langen/Müller 2011, ISBN: 3784432670, 19,99 Euro
