
- Belcihtungszeit 3,2 Sekunden - Günter Jagodzinska
Schimmelpilze sind deutlich sichtbare Zeichen für verdorbene Lebensmittel. Ärgerlich, da sie einen daran erinnern, dass man wieder einmal durch Unachtsamkeit übersehen hat, für den rechtzeitigen Verzehr zu sorgen. Es ist schade um jedes Essen, das in den Müll geworfen werden muss. Doch wer könnte sich schon davon freisprechen, dass ihm dies nicht auch schon einmal passiert wäre?
Verborgene Formen und Farben
Sieht man sich die Schimmelpilze etwas näher an, stellt man fest, dass sie je nach Basislebensmittel, auf dem sie sich entwickeln, ganz spannende Form-und Farbspiele entstehen lassen. Vor dem Wegwerfen bieten sie sich als Motive für Makrofotos an, die zum Experimentieren geradezu herausfordern.
Für technisch perfekte und spektakuläre Fotos benötigt man eine digitale Spiegelreflexkamera mit einem Makroobjektiv, ein Stativ und verschiedene Lichtquellen. Zur Freistellung bereits bei der Aufnahme ist die Verwendung einer Aufnahmebox empfehlenswert, in der das Objekt positioniert werden kann. "Aufnahmebox" hört sich kompliziert an, ist es aber nicht - preiswerte Plastikwannen etwa im Format 40 x 35 x 30 cm, die in jedem Verbrauchermarkt in vielen Farben zu erstehen sind, tun hier gute Dienste.
Dokumentation oder künstlerische Kreation
Vor der Aufnahme steht die Entscheidung, ob die Fotos dokumentarischen Ansprüchen genügen sollen oder die reine kreative Beschäftigung mit dem Thema im Vordergrund steht. Bei Dokumentfotos muss die Wiedergabe so nahe wie möglich an der Vorlage sein. Das bedeutet, dass insbesondere die Lichttemperatur mittels Weissabgleich an der Kamera vorab eingestellt werden sollte. Für den ambitionierten Amateur ist das Schaffen kleiner Kunstwerke im Spiel der Farben und Formen die spannendere Alternative, die den Spielraum nicht einengt.
Experimentieren lohnt sich
Da die Tiefenschärfe bei Makroeinstellungen nur sehr gering ist, sollte man die Zeitautomatik der Kamera nutzen, die die erforderliche Belichtungszeit automatisch zur voreingestellten Blende errechnet und dabei die Blende möglichst weit schließen. Im Normalfall heißt diese Funktion "AV" oder "A", was die Abkürzung von "aperture value" also Blendenvorwahl ist. Je nach Lichtsituation kann es zu Belichtungszeiten von mehreren Sekunden kommen, so dass unbedingt ein Stativ verwendet werden muss. Die Beispielfotos zeigen Schimmelpilzkulturen auf einer vergessenen Packung Frischkäse.
Aufgenommen wurden die Fotos mit einer Canon EOS 5D Mark II und dem 100 mm Makroobjektiv von Canon. Als Lichtquelle kamen verschiedene Leuchten zum Einsatz, die in variablen Abständen und aus verschiedenen Richtungen eingesetzt wurde. Als Blende eingestellt war der Wert 22 bei einer Empfindlichkeit von 100 ASA.
Surrealistische Landschaften
Dem Betrachter tun sich surrealistisch anmutende Landschaften auf, die auf Grund eines fehlenden Größenvergleichs fast so wirken wie Landschaftsaufnahmen aus großer Höhe. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, weitere gehende Varianten mit einem Bildbearbeitungsprogramm bieten sich an und führen bei geschickt gewähltem Einsatz von Filtern zu beeindruckenden Kameragemälden. Besonders eindrucksvoll sind die Bilder in einer Präsentation als großformatig ausgedruckte und gerahmte Poster.
Sicherheitshinweis: Je nach Beschaffenheit können Schimmelpilze ein Gesundheitsrisiko werden, wenn sie zum Beispiel in die Atemwege gelangen. Deshalb sollte man sich darüber informieren, inwieweit Vorbeugemaßnahmen sinnvoll sind und für ausreichende Belüftung sorgen.
