Schlachtefest im Westfälischen Land

Hier locken westfälische Spezialitäten - Sigrid Dittmann
Hier locken westfälische Spezialitäten - Sigrid Dittmann
Die Stadt Lübbecke feiert den 33. Wurstmarkt. Vom 29.- bis 31. Oktober geht es um die Wurst. Westfälische Spezialitäten rund um Schwein und Wurst.

Seit 33 Jahren, feiert die Stadt Lübbecke am letzten Oktober Wochenende ihr traditionelles Wurstfest.

Die Stadt steht Kopf, es geht überall um die " Wurst".

Viele Aussteller rücken an, um in der Innenstadt ihre Stände aufzubauen. Die außergewöhnlichsten Spezialitäten in Sachen Wurst, werden die Besucher hier finden können. Neben den Möglichkeiten Wurst einzukaufen und mitzunehmen, gibt es aber auch die Chance, gleich vor Ort, die lecker gebratenen oder gekochten Würste zu verzehren.

Wenn zum Marktbeginn die zwei Meter lange Riesenwurst angeschnitten wird, bekommt sicher jeder Besucher Geschmack, auf so viel wurstige Köstlichkeit. Kostenlos verteilt die Werbegemeinschaft der Stadt zur Eröffnung die leckeren Wurst Brötchen. Das lockt so manch ein sparsames Leckermäulchen jedes Jahr wieder auf diesen außergewöhnlichen Markt.

Hausgemachte Wurst - Köstliches aus dem ostwestfälischem Land

Auf eine lange Tradition kann nicht nur der Lübbecker Wurstmarkt stolz zurück blicken, noch viel älter und bekannter ist die westfälische Tradition der Hausschlachtung. Heute ist sie aus hygienischen Gründen nicht mehr erlaubt. Aber die ältere Generation kennt die winterliche Hausschlachtung noch sehr gut. Wenn im Haus gewurstet wurde, gab es immer leckere Speisen zu verkosten. Wer erinnert sich nicht an den einzigartigen Geschmack der frisch gebratenen Schweinekotletten oder Frikadellen. Wurstebrot, Blutwurst, Stippgrütze alles Dinge die vielen Menschen noch heute in Erinnerung sind. Bei einem gut sortierten Metzger kann man solche Spezialitäten auch heute noch kaufen, allerdings den Geschmack vom frisch verwursteten Schwein zu treffen ist fast unmöglich. Zum Wursten gehörte nicht nur die Herstellung der Wurst und das Zerlegen vom Schwein, ein wichtiges Element bildete auch die Versorgung des Hausschlachters.

Ein seltener Beruf - Der Hausschlachter

Es gibt diesen Beruf schon lange nicht mehr, darum kennen ihn nur Wenige. Der Hausschlachter hatte fast immer zwei Berufe. Meistens war er im Sommer Maurer und im Winter Schlachter. Die Kombination passte eben so gut, weil ja im Winter wegen des schlechten Wetters auf dem Bau keine Arbeitsmöglichkeit vorhanden war und im Sommer war es, wegen der damals mangelnder Kühlmöglichkeit, unmöglich ein Schwein zu schlachten. Viele Menschen hatten selbst eigene Schweine zu Hause. Von den Speiseresten wurden sie dick gefüttert, so schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe. In den Wintermonaten, wenn der Gemüsegarten keine Erträge zum täglichen Leben mehr brachte, dann ging es den Hausschweinen an den Kragen. Dann kam der Hausschlachter. Er wurde von den Leuten verwöhnt mit gutem westfälischen Korn, oder in kalten Tagen mit steifem Grog. Schließlich sollte er ja nächstes Jahr wieder kommen. Nach getaner Arbeit ging der Schlachter mit der ganzen Familie zu Tisch und die leckeren Dinge vom gerade verwurstetem Schwein wurden frisch verzehrt.

Spezialitäten vom frischen Schwein

In jedem westfälischem Haushalt wurden über Generationen Rezepte für die Zubereitung von frischem Schweinefleisch weitergereicht. Sogar von Ort zu Ort gab es unterschiedliche Spezialitäten. Das macht auch heute noch die Vielfalt der Restaurants aus, die hiesig mit "Schlachtefesten" werben.

Wer Appetit bekommen hat, sollte sich aufmachen diese westfälischen Leckerbissen zu testen.

Sigrid Dittmann - Ich schreibe seit August 2010 für Suite 101. Seit vier Jahren arbeite ich als freie Autorin. Für unsere Regionale Tageszeitung ...

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