Schlechte Nachbarpflanzen für die Mischkultur im Gemüsegarten

Gelungene Mischkultur - © Kladu / pixelio.de
Gelungene Mischkultur - © Kladu / pixelio.de
Es gibt Pflanzen, die sich im Gemüsegarten negativ beeinflussen. Hier werden ungünstige Partner vorgestellt, die man in der Mischkultur vermeiden sollte.

Mittlerweile gibt es viele, in langjährigen Versuchen erprobte Pflanzenkombinationen für die Mischkultur im Garten, die sich positiv beeinflussen und ergänzen. Viele Kräuter und Gemüse vertragen sich zumindest miteinander. Doch auch ungünstige Wechselbeziehungen sind zu finden. Nur wenige Kombinationen beeinflussen sich wirklich negativ und sollten nicht in unmittelbarer Umgebung zusammen gepflanzt werden.

Erbsen, Wicken und Kartoffeln – keine wirklich gute Ehe

In einigen Gartenbüchern und -tabellen wird nach wie vor die Kombination von Frühkartoffeln und Erbsen empfohlen, da die Erbsen sich an den Stängeln und dem Kraut der Kartoffeln stützen können. Schon 1937 wurde aber die hemmende Wirkung, die die Kartoffel auf die Erbse ausübt, erkannt und in nachfolgenden Jahren in unterschiedlichen Versuchsgärten bestätigt. Auch im Garten der Benediktinerinnen-Abtei Fulda konnte dieses Ergebnis belegt werden. Erbsen und in noch stärkerem Maße Wicken, versuchen den Gasen, die von der Kartoffelknolle ausgeschieden werden, zu entkommen. Es handelt sich dabei um eine einseitige Hemmwirkung. Der Kartoffelertrag liegt im normalen Bereich, während der Ertrag bei Erbse und Wicke stark abnimmt.

Kartoffeln, Tomaten, Auberginen und Paprika – zu viele Gemeinsamkeiten für dauerhaftes Eheglück

Generell ist es ungeschickt, Gewächse der gleichen Pflanzenfamilie auf einem Beet zusammenzusetzen. In der Regel benötigen sie die gleichen Nährstoffe und können sich dadurch nicht ergänzen. Außerdem werden sie von ähnlichen Schädlingen und Krankheiten befallen, wodurch sie sich untereinander leichter anstecken können. Kartoffeln, Tomaten, Auberginen und Paprika gehören in die Familie der Nachtschattengewächse. Obwohl beispielsweise Tomaten nicht vom Kartoffelkäfer angeflogen werden, können sie, in Kombination mit Kartoffeln, ebenfalls von ihm befallen werden.

Bohnen und Zwiebeln nahe Verwandte leiden mit

Bohnen können das Wachstum der Zwiebel hemmen. Darüber hinaus hemmen auch die Bodenrückstände der Bohne das Zwiebelwachstum. Das Gleiche konnte auch bei nah verwandten Pflanzen wie Lauch und Erbse beobachtet werden. Deshalb sind Kombinationen von Bohnen und Zwiebeln oder Bohnen und Lauch, sowie Erbsen und Zwiebeln oder Erbsen und Lauch auf einem Beet zu vermeiden. Außerdem mögen sich Lauch und Zwiebel oder Bohnen und Erbsen ebenfalls nicht sonderlich.

Rettich und Gurken – Ehekrise bei heißem, trockenem Frühsommerwetter

In manchen Jahren, wenn der Frühsommer heiß und trocken ist, können die oberirdischen Absonderungen von Rettich die Gurkenblüte steril werden lassen, sodass sich kein Fruchtansatz bilden kann. Radieschen können gefahrlos kombiniert werden.

Petersilie, Gartenkresse und Kopfsalat – hitziges Duo gegen zarte Blätter

Petersilie und Gartenkresse werden gerne zu Tomaten gepflanzt, da ihre aggressiven ätherischen Öle verschiedene Schadinsekten vertreiben können. Dies ist ein Beispiel für gute Nachbarn in der Mischkultur. Aber nicht jeder mag diese dominante Nachbarschaft. Kopfsalat bildet unter ihrem Einfluss keine Köpfe aus und beginnt frühzeitig zu schießen.

Rote Beete, Mangold und Spinat – diese Ehe kränkelt

Diese drei Gemüsesorten gehören zur Pflanzenfamilie der Gänsefußgewächse. Gerne werden ihre Wurzeln von Nematoden befallen, wodurch die Pflanzen kleiner bleiben. Auch die Pilze des falschen Mehltaus breiten sich auf den Pflanzen aus. Besonders Spinat hat in dieser Nachbarschaft unter Mehltau zu leiden.

Gurken und Tomaten – nur im Freiland wirklich glücklich

Diese wärmeliebenden Pflanzen werden im Gewächshaus gerne zusammen gepflanzt. Stehen sie so nebeneinander, dass sie sich berühren können, lassen kräftige Tomatenpflanzen die Gurken verkümmern. Dafür rächen sich die Gurken im Jahr darauf. Kräftiges Laub und lange Ranken lassen Tomaten, die von der Gurke berührt werden, verkümmern oder sogar eingehen. Da im Freiland die Abstände meist so gewählt werden können, dass beide sich nicht berühren, tritt diese Erscheinung hier nicht auf.

Auch Blumen haben Eheprobleme

Wenn Flieder und Narzissen mit Maiglöckchen eine Vase teilen müssen, verwelken sie schneller. Narzissen bereiten den blauen Vergissmeinnicht ähnliches Unheil, wenn sie im Garten zusammen gepflanzt werden. Mohn lässt Orchideen rasch verblühen und muss, neben Lilien gepflanzt, eine noch kürzere Blühzeit hinnehmen. Kiefern und Lorbeer können sich nicht riechen und auch Rosen und Reseden werden kein Liebespaar.

Quelle: Christa Weinrich OSB Abtei Fulda, Mischkultur im Hobbygarten, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008

Bildnachweise: © Kladu / pixelio.de

Heike Sebastian, Heike Sebastian

Heike Sebastian - Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt "Klassische Homöopathie", Schulleitung von "Feloidea", Institut für ...

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