
- English Grammar Expressions - Edgar Katzer
Ihr Kind hat wieder eine schlechte Klassenarbeit nach Hause gebracht? Der Lehrer drängt zur Nachhilfe, denn die Zeugnisse stehen an? Aber weder ihr Kind hat große Lust, noch Sie haben die nötigen Rücklagen für eine externe Hilfe? Selbst wenn Sie jetzt drei Mal mit "ja" antworten mussten, ist noch nicht alles verloren. So können Sie Ihrem Kind selbst ganz spontan helfen, doch noch die Kurve zu kriegen.
Grundsätzliche Probleme ausfindig machen
Meistens liegen die Gründe für akute Probleme im Fremdsprachenunterricht nicht an dem aktuellen grammatischen Thema oder der geforderten Sprachanwendung, sondern weiter zurück. Es fehlen die Grundlagen im Wortschatz und in der Basisgrammatik. Daher gilt es, sich einmal genau die Fehler des Kindes anzusehen. Was wiederholt sich? Was lässt sich auf ein gemeinsames Missverständnis zurückführen? Und was wurde einfach gedankenlos aus dem Deutschen übertragen? Letzteres muss immer wieder unterbunden werden, durch die simple Erklärung, dass Deutsch und Englisch nicht eins zu eins übertragbar sind, weder in der Bedeutung von Worten, Phrasen und Sätzen (nicht alles ist übersetzbar!), noch in grammatischen Aspekten wie etwa dem Satzbau, einem sehr häufigen Fehler.
Basis-Wortschatz schaffen!
Nun gilt es aufzuholen, was bisher zu kurz gekommen ist. Lücken im Vokabular lassen sich mit etwas Durchhaltevermögen schnell beheben. Man nimmt einfach noch mal das Vokabelheft aus der Anfangszeit hervor. Ist das Kind in der 5. bis 7. Klasse sollte man bei den Vokabeln der ersten Lektion der 5. Klasse beginnen, ist es älter, reicht es zumeist aus, jeweils ein Schuljahr zurückzugehen. Jeden Tag nur wenige Minuten genügen als Investition. Eine Seite Vokabeln lassen sich in zehn Minuten gut wiederholen. Wem das stupide Pauken der Worte zu langweilig ist, sollte seinen Lehrer nach einem alten Lehrwerk fragen, in dem er seinen Wortschatz dann durch das Lesen der Lektionstexte auffrischen kann. Hierbei ist es nicht nötig, die Worte nachzuschlagen. Die Texte lassen sich fast immer aus dem Zusammenhang erschließen. Auf diesem Wege wird zudem der passive Wortschatz aktiviert.
Grammatische Grundbegriffe müssen verinnerlicht werden
Begreift ein Kind die englische Grammatik im Schulunterricht nicht, liegt dies häufig überhaupt nicht am Englischen, sondern vielmehr daran, dass die grammatischen Grundbegriffe auch in der Muttersprache noch immer nicht selbstverständlich geworden sind. Daher muss das Üben der fremdsprachlichen Grammatik noch einmal bei den Grundfesten der deutschen beginnen.
Lern- und Merkhilfen wie die "Straßenverkehrsordnung im Englischen", welche besagt, wie die "word order" in englischen Sätzen zu sein hat, können nur dann helfen, wenn den Kindern klar ist, was ein Subjekt, ein Verb und ein Objekt sind. Erschreckender Weise ist das heute nicht einmal mehr am Gymnasium selbstverständlich. Daher müssen als Basis dringend vorab noch einmal die Grundbegriffe der Wortarten und Satzglieder (immer wieder Unterrichtsthema von der Grundschule bis zum Abitur) aufgefrischt werden. Selbst so Banalitäten wie Person und Numerus (sowie das fürs Englische kaum relevante Genus) und somit die Deklination und Konjugation fallen einigen Schülern schwer. Für die Eltern sollte das Wiederholen dessen allerdings keine unüberwindbare Hürde darstellen.
Sobald dieser Lernstoff nachgeholt wurde, können die aktuell im Fremdsprachenunterricht behandelten Themen mit grammatischen Begriffe bezeichnet und somit fassbar gemacht werden. Das Erlernen der Fremdsprache wird um ein Vielfaches einfacher.
Hart bleiben und belohnen!
Die notwendige Ausdauer beim Aufholen des Verpassten fordert den Kindern viel Disziplin ab. Das klappt leider nicht immer reibungslos. Die Aufgabe der Eltern ist es daher, diese Konsequenz streng durchzusetzen. Sich ein paar Minuten am Tag aufzuraffen, mag nicht gerade verlockend sein, aber ist letzten Endes nicht zu viel verlangt. Neben den sich in absehbarer Zeit einstellenden Erfolgen im Unterricht, kann das Kind hierfür auch gerne privat belohnt werden. Der einfachste Ansporn ist nicht unbedingt der schlechteste.
Freunde involvieren
Eine Hilfe ist es immer, den Kindern einen Freund zur Unterstützung an die Seite zu stellen. Natürlich wäre es hilfreich, wenn dieser in der Fremdsprache oder allgemein grammatikalisch besser ist, aber auch ein Gleichgesinnter kann das Lernklima erheblich verbessern und die beiden können sich gegenseitig helfen und voneinander profitieren. Es gilt der alte Merksatz, erst wenn man etwas verständlich erklären kann, hat man es wirklich begriffen!
Die Fremdsprache zum Alltag machen
Gerade Englisch als wichtigste Fremdsprache an deutschen Schulen sollte mit der Zeit ganz natürlich zum Leben gehören. Auch für Eltern ist es sinnvoll, wenn nicht heutzutage unerlässlich, ihr Englisch aktiv zu halten. Das geht ganz angenehm im Alltag. So kann beispielsweise am nächsten DVD-Abend der Hollywoodblockbuster doch einfach mal in Originalsprache angesehen werden, oder man verfolgt gemeinsam die Nachrichten auf CNN oder BBC. Auch die Lektüre eines englischsprachigen Comics, sowie Kinder- oder Jugendbuchs verbessert die Fremdsprachenkompetenz auf angenehme Weise. Es kommt bei all diesen Herangehensweisen nicht darauf an, jedes Wort zu verstehen, aber das Erfolgserlebnis, das große Ganze nachvollziehen zu können und einzelne neue Aspekte hinzuzulernen, spornt an.
Greifbare Ziele setzen und verknüpfen
Wichtig ist es, die Geduld zu bewahren und nicht zu früh aufzugeben. Langfristige Erfolge stellen sich erst nach einer ganzen Weile ein. Es können mehrere Monate vergehen, doch dann ist die Verbesserung der Fremdsprachenkompetenz dafür auch umso tiefer verfestigt und hält an.
Helfen Sie Ihrem Kind sich Stück für Stück an die Aufgaben anzunähern und erwarten Sie keine Wunder. Ist erstmal eine kleinere Anzahl grammatischer Aspekte verstanden, so ist es sinnvoll, auf das Gelernte aufzubauen und die Themen zu verknüpfen. Beispielsweise kann man nach und nach eine Übersicht der Tenses erstellen, in der neben den Bildungsregeln und Beispielsätzen auch Anwendungsregeln und Signalwörter festgehalten werden. So werden Regelmäßigkeiten greifbar und das auf den ersten Blick verwirrend anmutende System der englischen Tenses wird nachvollziehbarer, da man auf diesem Wege die sich wiederholenden und logisch fortsetzenden Strukturen erkennen kann.
Gehen Sie familienintern so vor, sind die Schwierigkeiten langfristig in den Griff zu bekommen und die Noten werden sich in den allermeisten Fällen dauerhaft verbessern.
Quelle: eigene Recherche
