Schloss, Burg oder Herrenhaus. Bauten dieser Kategorie sind nicht immer einfach zu unterscheiden. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark des Landes Brandenburg werden meist fünf Bauten als Schlösser bezeichnet. Dies wegen ihrer Größe und Ausstattung. Denn ein landesherrliches Schloss war nur das Schloss Caputh.

Schloss Caputh

Malerisch liegt das Schloss Caputh am Ufer des Schwielowsees in einem schönen Park. Dieser beschauliche Landsitz in der Potsdamer Kulturlandschaft entstand in der Regierungszeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Der Bau ist eines der wenigen Zeugnisses des frühen Barocks im Raum Potsdam.

Es ist heute ein Museumsschloss und wird von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) betreut. Zu seinen besonderen Sehenswürdigkeiten gehören der prunkvolle Festsaal und der Fliesensaal im Souterrain. Die Wände und Gewölbe dieses Speisesaals ließ König Friedrich Wilhelm I. mit ca. 7.500 blau-weißen Fayencefliesen belegen.

Die heutige Inneneinrichtung ist nicht die originale Einrichtung. Die Lackmöbel, Porzellane, Fayencen und Skulpturen stammen aus dem Nachlass der Kurfürstin Dorothea von Brandenburg und wurden nach der Sanierung des Schlosses hierher gebracht.

Eine umfangreiche Gemäldesammlung wird im Schloss Caputh gezeigt. Es dominiert holländische Malerei. Denn die erste Gattin des Großen Kurfürsten, Luise Henriette von Oranien, sprach bei der Auswahl von Kunstwerken ein gewichtiges Wort.

Schloss Petzow

Ein wunderschöner Park umgibt Schloss Petzow. Gutsherr Friedrich August Kaehne ließ es ab 1825 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel als ein repräsentatives Herrenhaus errichten. Das ungewöhnliche Bauwerk zeigt Anleihen an maurische Kastelle und den englischem Tudorstil. Den rund 15 Hektar großen und dank der hügelreichen Landschaft und dem Haussee sehr abwechslungsreichen Park gestaltete Peter Joseph Lenné 1838. Inzwischen wurde das Schloss Petzow zu einem Hotel umgebaut.

Die sehenswerte Dorfkirche Petzow auf dem Grelleberg entstand 1842 nach Plänen von Schinkel und wurde durch Friedrich Wilhelm IV. eingeweiht. Sie ist heute kulturelles Zentrum des Ortes. Der Turm kann erstiegen werden und bietet einen beeindruckenden Rundblick. Um den Haussee gibt es noch eine Fischerhütte, ein Waschhaus und eine alte Schmiede. Im Waschhaus ist das Heimatmuseum zu finden. Die Alte Schmiede beherbergt ein Restaurant.

Schloss Reckahn

Der Gutsherr Friedrich Wilhelm von Rochow auf Reckahn ließ 1726 bis 1730 das bis heute äußerlich weitgehend unveränderte Schloss Reckahn errichten. Das Haus weist auf Vorbilder des Baumeisters Andreas Schlüter hin. Mit dem Herrenhaus entstand vermutlich auch ein barocker Ziergarten.

Im Schloss gibt es seit 2001 das „Rochow-Museum Reckahn“. In einer Dauerausstellung wird vor allem über das Wirken des Schulreformers Friedrich Eberhard von Rochow berichtet. Das Schloss ist ein Begegnungs-, Tagungs- und Weiterbildungszentrum der Universität Potsdam.

Schloss Roskow

Bei der Fahrt durch den Ort Roskow fällt das ungewöhnlich große Herrenhaus, daher auch als Schloss bezeichnet, derzeit erst bei genauem Hinschauen auf. Es zeigt seine Fassaden in einem Grau der Vorwendezeit. Doch das soll sich bald ändern.

Die heutige zweigeschossige barocke Dreiflügelanlage entstand von 1723 bis 1727. Bauherr war der Obrist Hans Christoph III. von Katte. Von 1880 bis 1890 ist es durch den Hofbaurat Gerhard Hauer umgebaut worden. Seine Neobarocken Ergänzungen lehnen sich eng an die ursprünglichen Formen des Hauses an.

Von 1952 bis 2006 wurde das Schloss Roskow als Schule genutzt. Die barocke Pracht mit Stuckdecken und Kronleuchtern hat sich im Gartensaal erhalten können, der als Festsaal für die Gemeinde genutzt wurde.

Zum Schloss gehören eine Parkanlage, ein Verwalterhaus und Arbeiterhäuser. Das schlichte frisch renovierte Verwalterhaus zeigt Barockformen. Von dem großen Park sind nur noch Fragmente vorhanden. Sehenswert ist die mit dem Schloss erbaute Dorfkirche.

Seit 2010 hat das Schloss einen neuen Eigentümer. Der plant die Instandsetzung und eine Nutzung als Veranstaltungszentrum zwischen Brandenburg und Potsdam unter dem Namen „Kulturschloss Roskow“.

Schloss Wiesenburg

Die Burg oder das Schloss Wiesenburg liegt südlich des Ortes Wiesenburg an der Brandtsheide im Naturpark Hoher Fläming. Der 48 Meter hohe Turm macht diesen Bau weithin erkennbar. Ein großer und gepflegter Schlosspark erstreckt sich vom Schloss bis zum Bahnhof Wiesenburg.

1547 brannte im Verlauf des Schmalkaldischen Krieges das Schloss aus. Ab 1550 wurde es im Renaissance-Stil wieder aufgebaut. 1634 verließen die Bewohner im Dreißigjährigen Krieg das Schloss. Es verfiel und sein Wiederaufbau zog sich bis in das 18. Jahrhundert hin. Sein heutiges Aussehen mit der reich geschmückten Fassade ließ der Schlossherr Kurt von Watzdorf zwischen 1865 und 1880 schaffen.

Nach 1945 war im Schloss Wiesenburg eine Oberschule mit Internat untergebracht. 1998 wurde es verkauft und in Eigentumswohnungen und Büros verwandelt. Das Eingangstor mit der Heimatstube, der Innenhof mit dem Brunnenhäuschen und der 48 Meter hohe Schlossturm sind öffentlich zugänglich.

Das Beste in Wiesenburg ist der wieder in alter Schönheit hergestellte 90 Hektar große Schlosspark. Baumgruppen wechseln sich mit Blumebeeten ab. Teiche schaffen Ruhe und ausgedehnten Wiesen lassen das Auge weit schweifen. Fast das ganze Jahr blüht der Park. Besonders schön ist ein Besuch im Mai. Dann stehen Rhododendren in voller Blüte. Diese wurden mit der Schöpfung des Parks gepflanzt und sind die ältesten ihrer Art in Brandenburg. Dazu gibt es noch eine Grottenanlage samt bizarren Mauern aus Findlingen und Tuffstein.

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