Schloss Amboise an der Loire – Könige und Leonardo da Vinci

Schloss Amboise in Frankreich war eine Königsresidenz, und die Stadt in der das Universalgenie der Renaissance, Leonardo da Vinci starb.

Wer an Frankreich denkt, dem fallen spontan neben den Ferienregionen der Côte d'Azur und der Bretagne auch die Schlösser der Loire ein. Und während sich die einen dem Surfen an der wilden Atlantikküste hingeben, oder versonnen den Tag an mondänen Mittelmeerorten wie Nizza oder St. Tropez verbringen, begeben sich die Liebhaber von alten Schlössern auf eine Fahrt die Loire entlang. Dort reihen sie sich auf wie die Perlen an einer Kette: Die prunkvollen und teilweise bizarren Châteaus des Mittelalters und der Renaissance. Neben Blois, in dem die in Frankreich sehr berühmte Anne de Bretagne lebte und dem Château de Chenonceau, welches Katharina von Medici bewohnte, bleibt einem auch Amboise in Erinnerung, denn hier verbrachte der weltberühmte Leonardo da Vinci seine letzten Jahre.

Amboise – ein unscheinbares Schloss, das in der Renaissance seine Blütezeit erlebte

Wer der Loire folgend auf Amboise zufährt, ist fast enttäuscht von dem ersten Anblick. Eigentlich erinnert es eher an eine Burg des Mittelalters in Deutschland, denn es liegt auf einer kleinen Anhöhe und ist von dem Ort Amboise umgeben. Weder eine prunkvolle oder weitläufige Parkanlage noch eine pompöse Auffahrtsallee sind auf den ersten Blick zu sehen. Stadt dessen empfängt einen ein, im Vergleich zu den meisten anderen Loire-Schlössern, eher beschieden anmutendes Gebäude.

Wer sich durch die Altstadt den Weg zum Schloss gebahnt hat, wird unwillkürlich in die alten Zeiten zurück versetzt und kann sich sehr gut vorstellen, wie damalige Herrscher und Knechte dort lebten.

Der Ort selbst war bereits in vorrömischer Zeit besiedelt und erlebte mit König Karl VIII., der dort im 15. Jahrhundert seine Residenz einrichtete, seinen Höhepunkt. Es war die Zeit der Renaissance und wer etwas auf sich hielt, der gestaltete seinen Wohnsitz im Stil der damaligen Zeit. Italienische Architekten, Maler, Gärtner und Bildhauer wurden an die nordeuropäischen Fürstenhöfe gerufen, um die Gebäude und Gartenanlagen zu verschönern. Karl VIII. begab sich selbst auf die Reise nach Italien, um dort die fähigsten Künstler für seinen Hof zu finden. Die Umbauten im Stil der Renaissance begannen und wurden unter seinen Nachfolgern fortgeführt.

Leonardo da Vinci und das "Château du Clos-Lycé"

Das Château du Clos-Lycé liegt in der Nähe des Schlosses Amboise und war noch von König Karl VIII. für dessen Frau Anne de Bretagne gekauft worden. Sein Nachfolger, Franz I. überließ es dem befreundeten Leonardo da Vinci in dessen letzten Jahren als Wohnsitz. Es stimmt nachdenklich, wenn man bedenkt, dass dieses berühmte, für die damalige Zeit weit gereiste Universalgenie in einem doch eher bescheidenen Ort sein Leben beenden wird.

Man sollte es sich auf keinen Fall entgehen lassen, das Sterbe- und Arbeitszimmer sowie einige Werke dieses genialen Künstlers zu besichtigen, der sich in Bereichen wie Anatomie, Malerei, Bildhauerei, Ingenieurskunst und Architektur auskannte, wie kein Anderer seiner Zeit. Seinen Grabstein kann man in der Chapelle St.-Hubert besuchen.

Blois, Chenonceau und die Medicis sowie die Welt der Minischlösser für den Urlaub mit Kindern

Zugegeben, es ist schwierig, Kinder für die Besichtigung von Schlössern zu begeistern, die nicht mit Spuk- und Geistergeschichten aufwarten können. Aber im "Parc des Mini-Châteaux" werden nicht nur die kleinen Urlauber auf ihre Kosten kommen. Man kann dort in einer Parklandschaft viele Mini-Modelle von Schlössern und dem Leben an der Loire bewundern.

Die Schlösser Blois und Chenonceau liegen ebenfalls in der Nähe und lohnen einen Besuch, denn dort lebten und wirkten einst so berühmt Personen wie Katharina von Medici oder Anne de Bretagne.

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