Schloss Bevern: Ein Höhepunkt der Weserrenaissance

Schloss Bevern  - Harald Rossa
Schloss Bevern - Harald Rossa
Statius von Münchhausen ließ das prächtige Schloss Bevern errichten. Nach wechselvoller Geschichte ist es heute ein Kulturzentrum des Kreises Holzminden.

In dem Flecken Bevern steht das Schloss Bevern. Es gilt als ein Höhepunkt an der Straße der Weserrenaissance.

Der Schlossbau

Die Vierflügelanlage Schloss Bevern hat einen quadratischem Innenhof und ist von einem Wassergraben umgeben. Statius von Münchhausen ließ es von 1603 bis 1612 bauen. In seiner klaren Form und mit dem ornamentalen Schmuck ist der Bau ein Höhepunkt der baulichen Entwicklung im Weserraum seit der Mitte des 16. Jahrhunderts im Weserraum. Der rote Buntsandstein aus dem Solling prägt das Erscheinungsbild des Baus, Er gliedert als Haustein mit Ornamenten die Fassaden. Auch die Tür- und Fenstergewände sind ebenso wie die mit Voluten verzierten Giebel der Zwerchhäuser auf den Dächern und die Utluchten aus diesem Stein und gelten als markante Elemente der so genannten Weserrenaissance.

Geschichte des Schlosses Bevern

1619 geriet der Erbauer Statius von Münchhausen in finanzielle Bedrängnis. Sein Schloss und das Lehen Bevern unterstanden danach der Zwangsverwaltung des Herzogs Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel inne. Nach dem Tod von Statius 1633 wohnte seine Witwe noch bis 1652 auf dem Schloss Bevern, das dann vom Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg übernommen wurde. Der nutzte es als Jagdschloss.

Nach Erbauseinandersetzungen fiel das Schloss Bevern 1667 Ferdinand Albrecht I. dem jüngsten Sohn des Herzogs, zu. Er gründete die herzogliche Nebenlinie Braunschweig-Bevern, die bis 1884 bestand. Aus dieser Linie stammte Elisabeth Christine, die mit dem preußischen Kronprinzen und späterem König Friedrichs dem Großen vermählt wurde.

1809 wurde das Schloss zu einer Unterkunft für Pensionäre. Später nutze eine Fabrik für Knöpfe die Schlossräume. Seit 1834 war im Schloss Bevern die Herzogliche Besserungs- und Arbeitsanstalt, eine so genannte „Correctionsanstalt“, untergebracht. Die wurde 1870 zur Herzoglich Braunschweigischen Erziehungsanstalt Wilhelmstift für elternlose Kinder.

Ab 1933 waren im Schloss Bevern eine Sportschule der SA und Einheiten der Reichswehr untergebracht. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs bezogen Flüchtlinge die Schlossräume.

Schloss Bevern heute

Seit 1976 gibt es im Schloss Bevern ein Heimatmuseum. Das präsentiert die Geschichte des Ortes Bevern. 1986 übernahm der Landkreis Holzminden das Schloss von der Gemeinde Bevern. Der Landkreis restaurierte den Bau und schuf Ausstellungsräume und ein Restaurant. Seit 1987 hilft der Freundeskreis Schloss Bevern bei der Entwicklung des Hauses zu einem Kulturzentrum für den Landkreis Holzminden. Die Erlebniswelt Renaissance (EWR) im Schloss berichtet aus der Zeit des Statius von Münchhausen und gehört zu den besonderen Attraktionen an der Straße der Weserrenaissance.

Trotz aller Bemühungen gibt es auf Schloss Bevern noch viele unsanierte Räume. Auch die Mittel des Landkreises Holzminden reichen nicht für eine umfassende Sanierung des ganzen Hauses.

Anschrift

Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern, D-37639 Bevern, Fon +49 (0)5531 994010, Mail kultur@schloss-bevern.de

Mehr über das Schloss Bevern

  • Holger Reimers, Klaus Thönes und Horst Masuch: Schloss Bevern: Gebaute Geschichte als Aufgabe. 176 Seiten, Jonas-Verlag 1996, ISBN 3894451955
  • Bernd Krämer und Frank Zadach Buchmeier: Schloss Bevern, Bauherr und Bauwerk, 63 Seiten, Verlag Freundeskreis Schloss Bevern e.V., Bevern 1992, ISBN 3980330001
  • Erich Sander: Schloss Bevern im Wandel der Zeit. 76 Seiten, 23 mal 16,5Zentimeter, Bevern, 1990

Weitere Quellen

  1. Schloss Bevern
  2. Freundeskreis Schloss Bevern e.V.
  3. Weserberglandtourismus
  4. Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern
  5. Heinrich Thies: Die Geister, die Münchhausen rief. In Hannoversche Allgemeine vom 3. Juli 2011