
- Schloss Burgk an der Saale in Thüringen - Christine Rödel
Schloss Burgk gehört zu den meist besuchten Ausflugszielen im oberen Saaletal. Jährlich zieht es zahlreiche Urlauber und Touristen in die waldreiche Gegend unweit der Saaletalsperre. Heute ist in der Anlage ein Museum untergebracht, finden Ausstellungen, Konzerte und Oster- und Weihnachtsmärkte im mittelalterlichen Stil statt.
Künstlerische und kulturelle Sammlungen in Schloss Burgk
Auf dem Gipfel eines Berges errichtet, umgeben von steilen Hängen, war die Burg nahezu von feindlichen Angriffen geschützt. Ursprünglich diente sie als Mittelpunkt militärischer, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Zwecke der feudalen Gesellschaft. Später nutzten es die Fürsten von Reuß als Jagdschloss. Erstmals wurde sie 1365 urkundlich erwähnt. 1403 trug man sie ab und begann im gleichen Frühjahr sie neu zu errichten. Mit den Schildmauern zwischen den ersten und zweiten Wallgraben war der Zugang zur Hauptburg unmöglich.
1617 wurde die Kegelhaube des Turmes gegen eine barocke Fachwerkhaube ausgetauscht und bekam wegen des roten Anstrichs den Namen "roter Turm". Später, im 19. Jahrhundert, als er als Gefängnis diente, wurde er "Hungerturm" genannt. Im Norden der Anlage befand sich im Mittelpunkt der Zwinger und das Amtshaus. Im Inneren der Burg findet der Besucher sowohl architektonische Meisterwerke als auch künstlerische und kulturhistorische Sammlungen in dem Museum.
Wasserversorgung des Ziehbrunnen mit Quellwasser
Wie heute noch in anderen Ländern üblich, war es hier auch der Brauch des Bauopfers im Mittelalter üblich. Im unteren Treppenhaus von Schloss Burgk fand man im Jahr 1739 beim Abbruch des zweiten Torhauses den "versteinerten Hund", der 1403 mit eingemauert wurde. Seine Seele sollte bösen Geistern den Zugang zur Burg verwehren. Bekräftigt wurde diese Tatsache mit dem Fund der Beigaben von drei mit Kreuzen gekennzeichneten Schlüsseln. Im Treppenhaus befindet sich das älteste preußische Wappen aus dem Jahre 1470.
Bereits aus der Zeit der Gründung der Burg wurde im Innenhof ein Ziehbrunnen von 17 Metern Tiefe erschaffen. Über 12,60 Meter führt er Wasser, dessen Versorgung bereits im Mittelalter von besonderer Bedeutung war. Die hölzernen Zuleitungen speisten den Brunnen mit Wasser von außerhalb gelegenen Quellen. Heute sind hier Wanderwege ausgewiesen.
Europas größter offener Kamin in Schwarzküche
Um 1600 wurde an der westlichen Wehrmauer die Schlossküche angebaut. Der halbrunde Küchenraum ist vom Hof aus zu begehen. Mit seinem einzigartig großen offenen Kamin ist er nahezu einzigartig in Europa. Archäologen konnten mit den Funden die Speisekarten vom 17. bis zum 19. Jahrhundert rekonstruieren. Bis 1943 war die Küche mit modernerer Technik noch in Gebrauch.
Schätze aus China und die Silbermannorgel
Mit Umbauten wurde die Schlosskapelle, die einst ein eigenständiges Gebäude war, in das Schloss integriert. In der Zeit vom Dezember 1742 bis April 1743 errichteten in der 1620 renovierten Kapelle Gottfried Silbermann und seine Gehilfen die Orgel. Heute finden hier während der Sommermonate Orgelkonzerte statt, die sich großer Beliebtheit erfreuen.
In den Fürstenhäusern gehörte es im 17. und 18. Jahrhundert zum Guten Ton, sich ein Chinazimmer und Porzellankabinette einzurichten. Hier wurden die wertvollen Porzellansammlungen und Goldlackarbeiten von Übersee präsentiert. Im Chinasalon sind Darstellungen des Lebens im alten China auf einem großen Gobelin zu sehen.
Beste Akustik im Rittersaal und Wechselausstellungen in der Neuen Galerie
Der Künstler, Johann Georg Schmidt schuf die unterschiedlichsten Stuckarbeiten in den Sälen der Burg sowie die in den Räumen des im Park gelegenen Sophienhauses. Auch im Greizer Schloss wurden Deckenarbeiten von ihm gefunden. Das barocke Prunkzimmer verdeutlicht das enorme Bedürfnis nach Repräsentation, das selbst vor dem Bett keinen Halt machte. Seinerzeit wurden Staatsgeschäfte oft vom Bett aus erledigt. Der Damensalon zeigt sich in der im 18. Jahrhundert dominierenden Chinamode mit den Malereien der Leinentapete. Im Rittersaal der oberen Etage finden heute auch Konzerte statt. Er ist auch für seine besonders gute Akustik bekannt. Auf der gleichen Etage ist die Neue Galerie, in deren drei Räumen ständig wechselnde Ausstellungen zu sehen sind.
Konzert, Markt und Urlaub wie im Mittelalter
Im Schloss können der Rittersaal für Konzerte oder sonstige Veranstaltungen angemietet werden und bieten einen Platz für circa 200 Personen. Die Kapelle für kirchliche Zeremonien, wie Taufen oder Hochzeiten, ist für 100 Personen ausgelegt. In den Sommermonaten finden regelmäßig Orgelkonzerte statt. Es können Orgelspiele außerhalb der regulären Öffnungszeiten für eine Pauschale von 195 Euro für vierzig Personen veranstaltet werden. Jeweils am ersten Augustwochenende wird hier ein mittelalterliches Spektakel veranstaltet und zum ersten Advent der Weihnachtsmarkt. An zwei Terminen im Jahr für jeweiles eine Woche können Urlauber wie im Mittelalter als Ritter, Knecht, Edelmann, Edelfrau, Magd oder Knecht verbringen.
Anfahrt, Parken, Öffnungszeiten und Eintrittspreise
Von der A9 ist die Autobahnabfahrt Schleiz zu nehmen und von da aus Richtung Saalburg zu fahren. Da ist Schloss Burgk bereits ausgeschildert. Am Ortseingang befindet sich der geräumige Parkplatz und von hier aus geht es zu Fuß weiter. In der Zeit vom 1. November bis 31. März ist die Burg dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr geöffnet und samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr. Der letzte Einlass erfolgt 30 Minuten vor Schließung. Der reguläre Rundgang beträgt für Erwachsene vier Euro, ermäßigt drei Euro, für Schüler bis zur 13. Schulklasse 1,50 Euro. Weitere Ermäßgigungen erhalten Familien, Gruppen ab 20 Personen. Verschiedene Sonderführungen für Gruppen können vorab gebucht werden.
