Schloss Stolpe aus dem Dornröschenschlaf erweckt

Günter und Barbara Mlynski vor Schloss Stolpe - Ilse-Ruth Uebner
Günter und Barbara Mlynski vor Schloss Stolpe - Ilse-Ruth Uebner
Barbara und Günter Mlynski engagieren sich im Förderverein Schloss Stolpe auf der Ostseeinsel Usedom für den Erhalt eines Baudenkmals.

Die Tafel der „gastfreundlichen Usedomer“ beim Touristikerball des Tourismusverbandes Insel Usedom im Dezember war diesmal auch für Barbara und Günter Mlynski aus Stolpe gedeckt. Doch ihre Plätze blieben leer. „Wir wären gern gekommen“, bedauerten beide. Aber ein anderer, unaufschiebbarer Termin, lang ihnen noch mehr am Herzen, die außerordentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins Schloss Stolpe.

Schloss Stolpe in Presse und Fernsehen

„Unser Verein bekam 2010 den Unternehmerpreis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes“, da habe zum Jahresende eine Zusammenkunft dringend angestanden. „Das Schloss und unser Verein sind damit richtig bekannt geworden“, berichten sie von dem Artikel in der Superillu und einem NDR-Film, der im November auf beinahe allen dritten Programmen der ARD lief. Solch ein Bekanntheitsgrad verpflichte, wissen die beiden. Günter Mlynski ist Vorsitzender des Fördervereins, seine Frau Barbara zeichnet für die Programmgestaltung verantwortlich. Für ihren Einsatz beim Erhalt des Baudenkmals Schloss Stolpe standen sie schon eine ganze Weile auf der Liste des Tourismusverbandes. „Die Auszeichnung als gastfreundliche Usedomer hat sich unser gesamter Verein verdient“, wiegelt Barbara Mlynski den eigenen Anteil ein bisschen ab. Aber mal ehrlich, hinter dem Engagement vieler steht doch meist der selbstlose und dauerhafte Einsatz einzelner Menschen.

Erst Herrenhaus, dann Schloss und schließlich Traktoren-Werkstatt

Schloss Stolpe hat eine lange Geschichte. Im 17. Jahrhundert ließ die Familie von Schwerin auf ihrem Gut ein Herrenhaus errichten. 1905 wurde es grundlegend umgebaut und erhielt seinen schlossähnlichen Charakter. Allerdings konnte sich die letzte adlige Besitzerin, Gräfin von Schwerin, nicht allzu lange daran erfreuen. Sie wurde nach dem Krieg enteignet, es kam es zu Plünderungen, Gebäudeteile wurden abgerissen und als Baumaterial für Wohnhäuser verwendet, der Rest als Maschinen-Traktoren-Station, Gaststätte und Ferienlager genutzt. 1974 verschwanden schließlich auch noch die drei Türme. Selbst mit größter Fantasie konnte man sich seitdem ein Schloss nicht mehr vorstellen.

Damals entdeckte der HNO-Arzt aus Thüringen, Dr. Mlynski, das Dorf Stolpe als Urlaubsort. „Mir gefiel es hier so gut, so dass ich später, als mich der Beruf nach Greifswald rief, in Stolpe Wurzeln schlug“, erinnert sich der 70-Jährige. Seit 1994 lebt das Ehepaar nur noch hier, Kinder und Enkel sind gern zu Gast. „Das liegt natürlich auch an der wunderschönen Gegend, der gesunden Luft und daran, dass unser kleines Dorf immer schöner wird“, begründet Barbara Mlynski, 63 Jahre, die touristische Anziehungskraft von Stolpe.

Keine Heimatgeschichte ohne Pflege

1995 erwarb die Gemeinde das Schloss und die Verantwortung für das Baudenkmal. Mit der Gründung des Fördervereins 2001 zeichnete sich dann auch eine zukunftsorientierte Entwicklung ab. „Wir sorgen für denkmalgerechte Sanierung und kulturelle Nutzung für die Öffentlichkeit“, umreißt Günter Mlynski mit wenigen Worten die enormen Anstrengungen aller Schloss-Freunde.

Sobald es das Wetter zulässt, würden die Bauarbeiten weitergehen, so Mlynski. Die Eingangshalle, der Arkadengang, das hintere Treppenhaus, drei weitere Räume im Obergeschoss stehen auf der Liste. Für den Förderverein heißt das, mit allen Talenten Geld einspielen, um den Eigenanteil zu mehren. 60.000 Euro waren das 2010, in diesem Jahr ist das Ziel noch höher gesteckt. Fördermittel gebe es nur, wenn auch der Förderverein Schloss Stolpe Geld für die Bausanierung beisteuere. „Mit den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen kommt einiges zusammen“, verweist Barbara Mlynski auf das anspruchsvolle Programm mit Lesungen, Konzerten, Festen, Filmen, Ausstellungen und Märkten. Viele Vereinsmitglieder würden Eigenarbeit bei der Schlosssanierung und der Organisation der Veranstaltungen leisten. Auch Spenden unterstützen die Vereinsziele. Und jedes der 130 Mitglieder ist mit einem Jahresbeitrag von 50 Euro dabei.

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Ilse-Ruth Uebner, Ilse-Ruth Uebner

Ilse-Ruth Uebner - Ich bin Ilse-Ruth Uebner, geboren am 13. August in Borna. Ab meinem zehnten Lebensjahr, 1961, hatte ich mit diesem Geburtstagsdatum einige ...

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