Schloss Tratzberg - der Blickfang im Tiroler Inntal

Schloss Tratzberg - Familienstiftung Schloss Tratzberg
Schloss Tratzberg - Familienstiftung Schloss Tratzberg
Seit dem 16. Jahrhundert thront das weiß getünchte Schloss auf einem Berghang über dem Inntal. Ein Besuch seiner historischen Räume ist ein wahres Erlebnis.

So manch einer, der schon auf der Inntal-Autobahn in Richtung Brenner unterwegs war, wird sich an den Anblick erinnern. Man kann das Schloss Tratzberg auch gar nicht übersehen, wie es prächtig auf einem bewaldeten Felsrücken nahe dem Ort Stans thront. Das Markenzeichen des Schlosses bilden die drei Türme mit spitzem Helmdach an der Talseite.

Von der Brandruine zum Prachtbau

Das erste Mal wurde Tratzberg im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Es befand sich Ende des 15. Jahrhunderts im Besitz Kaiser Maximilians I., als es durch einen Brand zerstört wurde. Aus Geldmangel nicht wieder errichtet, wurde die Ruine von den Gebrüdern Tänzl erworben, den damaligen Besitzern des Silberbergwerks in Schwaz. Durch den florierenden Silber- und Kupferbergbau reich geworden, begannen sie mit einem sagenhaften Neubau. Ein Schloss im spätgotischen Stil sollte es werden, und nicht mehr Wehr-, sondern Wohnbedürfnisse standen im Vordergrund. Luxus spielte eine Rolle, Geld dagegen kaum. Auch trotz mehrmaliger Besitzerwechsel, darunter das reiche Kaufmannsgeschlecht der Fugger, wurde das Schloss später nie mehr zu Wehrzwecken benutzt.

1847 kam Tratzberg schließlich in die Hände der Grafen von Enzenberg, die auch heute noch die Besitzer dieses ehrwürdigen Gemäuers sind. Davor stand das Schloss jahrelang leer, und desolat wie es war, dauerte die Renovierung durch die Grafen mehrere Jahrzehnte. Heute zählt Tratzberg zu einem der schönsten Schlösser des Alpenraumes.

Die Prunkräume lassen bitten

Den Weg auf den Felsrücken kann man entweder in 20 Minuten zu Fuß bewältigen, oder man wählt die bequemere, achtminütige Variante mit dem Bummelzug. Oben angekommen besticht der erste Eindruck durch den Innenhof mit seiner wunderschönen Renaissancemalerei. Im Erdgeschoss sind die Wohnräume der gräflichen Familie untergebracht, in den oberen Etagen die originalgetreu ausgestatteten Räume der Renaissance. Die Prunkliebe der früheren Besitzer spiegelt sich in kunstvoll geschnitzten Holzvertäfelungen und Möbeln, Marmorsäulen, Rüstungen und Jagdtrophäen wieder. Eine der Hauptattraktionen ist mit Abstand ein 46 Meter langes Wandgemälde, das den Stammbaum der Habsburger darstellt.

Die Räume sind mit viel Liebe eingerichtet und versetzen den Besucher von Anfang an in die Welt des Spätmittelalters. Die Tafel im Jagdsaal ist eingedeckt und zeigt die Tischkultur von damals. Im Frauenstüberl kann man ein origianl Renaissance-Himmelbett und eine Kinderwiege bestaunen. Wie in jedem echten Schloss gibt es auch auf Tratzberg einen (oder mehrere?) sagenumwobene Geheimgänge, deren Lage offenbar nur noch der Hausherr kennt.

Die Führung durch das Schloss übernimmt in origineller Weise ein Hörspiel. Durch unterhaltsame Dialoge und Erzählungen wird dem Besucher jeder Raum einzeln näher gebracht. Für die kleinen Besucher gibt es eigene Kinderführungen, die vom Schlossgeist Tratzi und der Maus Adele begleitet werden. Das Schloss kann täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr besucht werden, in den Monaten Juli und August bis 17:00 Uhr. Die gesamte geführte Tour durch das Schloss dauert etwa eine Stunde. Am Fuß des Schlossberges befindet sich ein gemütliches Tiroler Gasthaus, der Schlosswirt, bei dem man sich ab 9:00 Uhr morgens stärken kann.

Weitere Informationen: Schloss Tratzberg, Schlosswirt

Simone Siegler - Ich befasse mich gerne mit der Geschichte Europas, allem voran mit der englischen und schottischen Vergangenheit, der britischen ...

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