Das Jagdschloss Wildeck steht in der Stadt Zschopau auf einem Felssporn am Fluss Zschopau. Der heutige Renaissancebau aus der Mitte des 16. Jahrhunderts bildet ein unregelmäßiges Dreieck. Schmale Flügel des Schlosses begrenzen den Schlosshof mit dem Bergfried „Dicker Heinrich“ zum Fluss. Zur Stadt zu ist der Hof mit einer Mauer getrennt. Im Winkel zweier Trakte steht der Treppenturm. Er wird „Schlanke Margarete“ genannt.

Schloss Wildeck heute

Das Schloss Wildeck ist das Veranstaltungs- und Kulturzentrum der Stadt Zschopau. So beherbergt es neben mehreren Museen die Stadtbibliothek. Das einstige Gefängnis des Schlosses ist heute eine Gastwirtschaft. Dann beherbergt das Schloss mehrere Museen.

Die Motorradausstellung im Schloss Wildeck dokumentiert die Gründung des DKW-Werkes durch den Dänen Jörgen Skafte Rasmussen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die entwickelte sich zum größten Motorradwerk der Welt. Mittelpunkt der Ausstellung ist die „Sammlung Rasmussen". Mit der werden historische Motorräder, stationäre Motoren, Unikate und persönliche Gegenstände aus der Gründerzeit von DKW präsentiert. Weiter sind viele Motorräder von MZ zu sehen.

Im Erdgeschoss des Westflügels waren die Ställe des Schlosses untergebracht. Heute gibt es hier eine historische Münzwerkstatt, ein Buchdruckmuseum mit Buchbinderei und Stempelwerkstatt. In der Münzwerkstatt wird die Herstellung von Medaillen aus Zinn und Aluminium gezeigt. Faszinierend ist die vol funktionsfähige historische Druckereitechnik.

Das Erzgewölbe im früheren Regimentskeller beherbergt eine sehenswerte Mineralienschau. Diese hat Herr Lippmann aus Marienberg im gesamten Erzgebirge gesammelt. Die Sammlung umfasst vor allem Calcite, Baryte, Fluorite und Silber. So wird von der Bergbaugeschichte im Erzgebirge erinnert.

Im Schloss Wildeck gibt es noch einige Räume in der ursprünglichen Gestaltung aus der Umbauzeit in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Dies sind die Blau-weiße Stube, der Rote Saal, die Gelbe Cammer und der Grüne Saal. Diese Räume sind nach ihrer Farbigkeit benannt. Fenster, Vorhänge und das Mobiliar waren in den gleichen Farben wie die Zimmerdecken ausgeführt.

Von der einstigen Burg ist heute nur noch der mitten im Schlosshof stehende 31 Meter hohe Bergfried mit 11 Meter Durchmesser, auch „Dicker Heinrich" genannt, geblieben. 144 Stufen führen hinauf. Der Lohn der Mühe des Aufstiegs ist ein fantastischer Blick über die Stadt Zschopau.

Geschichte von Schloss Wildeck

Die Handelsstraße, die als „Alter Böhmischer Steig" von Halle nach Böhmen führte, querte hier in einer Furt die Zschopau. Daher wurde zwischen 1125 und 1180 an der Spitze eines Felssporns über dem Fluss die Burg errichtet. Diese wechselte mehrfach ihren Besitzer. 1456 fiel sie endgültig den Wettinern zu.

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Zschopau stammt von 1286. Die Burg wurde 1299 erstmals genannt. Vermutlich bestand sie ursprünglich nur aus einem rund 20 Meter hohen Wehrturm.

Die Burg wechselte mehrmals den Besitzer. 1456 wurde sie an den Kurfürsten Friedrich von Sachsen abgetreten. Unter Herzog Moritz von Sachsen wurde von 1545 bis 1547 die Burg zum Jagdschloss im Stil der Renaissance umgestaltet. Dabei entstanden auch farbenprächtige Kassettendecken und Wandmalereien. Die wurden erst 1980 bei Bauarbeiten wieder entdeckt. Weitere Umbauten und Anbauten sind inzwischen teilweise wieder entfernt. 1754 zerstörte ein Brand Obergeschoss und Dach des Westflügels. Bei Wiederaufbau erhielt der Westflügel sein barockes Mansarddach.

Vom 17. Jahrhundert bis 1911 war Schloss Wildeck der Sitz einer Oberforst - und Wildmeisterei. Ab 1821 hatte ein Amtsgericht hier seinen Sitz. Ein klassizistischer Anbau am Ostflügel nahm den Verhandlungssaal auf. Im Westflügel wurde ein Gefängnis eingerichtet.

Anschrift: Stadtverwaltung Zschopau, Schloss Wildeck, Schloss Wildeck1, D-09405 Zschopau, Fon +49 (0)3725 287-170, Mail kultur@zschopau.de

Literatur

  • Johann Döhler: Burgen und Schlösser im Erzgebirge - Unterwegs im Zschopautal. Buchverlag für die Frau Leipzig 2007, ISBN 978-3-8979-8204-8

Quellen

  1. Schloss Wildeck
  2. Stadt Zschopau