Editor's Choice

Schmetterlinge im Garten

Hilfe bei der Bestimmung einiger häufiger Arten von Schmetterlingen

Tagpfauenauge - Holger Handstein
Tagpfauenauge - Holger Handstein
Sie fliegen vom Frühling bis in den Herbst, und sie machen das Leben ein bisschen bunter: Schmetterlinge. Suite101 stellt einige häufige Schmetterlingsarten vor.

Die Welt der Schmetterlinge ist vielfältig. Allein 150 bis 160 Tagfalter-Arten gibt es in Deutschland. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Aber zumindest machen viele der häufigsten Schmetterlingsarten es dem Betrachter einfach, sie zu identifizieren - weil sie so auffällig gezeichnet sein. Hier sind einige Beispiele für Schmetterlinge, die sich im Sommer mehr oder weniger häufig in unsere Gärten verirren.

Der Distelfalter (Vanessa cardui)

Der Distelfalter gehört wie einige andere besonders schöne Schmetterlinge zur Familie der Edelfalter. Die dominierende Farbe seiner Flügel ist Orange, durchsetzt mit schwarzen Flecken. An den schwarz gefärbten Spitzen der Vorderflügel befinden sich fünf weiße Punkte. Der Körper und die Flügelansätze sind eher bräunlich gefärbt und wirken leicht haarig. Die Flügel erreichen eine Spannweite von 40 bis 60 Millimetern.

Der Distelfalter fliegt auf Feldern und Wiesen, kommt aber auch in Ziergärten, etwa zu den Blüten des Schmetterlingsflieders. Und er ist - seinem Namen entsprechend - tatsächlich oft auf Distelblüten zu finden. Er ist in Deutschland recht häufig, obwohl er hier nicht überwintert und erst im Sommer aus südlicheren Ländern einfliegt.

Der Distelfalter sieht dem Admiral ähnlich und ist auf den ersten Blick leicht mit diesem zu verwechseln. Allerdings sind die Flügel des Admirals deutlich dunkler. Auch der Kleine und der Große Fuchs ähneln dem Distelfalter entfernt, sind aber durch blaue Ränder an den Flügeln leicht vom Distelfalter zu unterscheiden.

Der Kleine Fuchs (Aglais urticae, Nymphalis urticae)

Der Kleine Fuchs ist tatsächlich nicht besonders groß - seine Flügel erreichen nur eine Spannweite von 40 bis 50 Millimetern. Auf bescheidener Fläche hat Mutter Natur allerdings eine recht beeindruckende Zahl von Farben untergebracht: Orange dominiert, ist aber durchsetzt mit schwarzen, gelblichen und weißen Flecken. Hinzu kommen ein deutlich sichtbarer blauer Rand und ein bräunlicher Körper.

Wer den Kleinen Fuchs von seinem Größeren Bruder, dem Großen Fuchs, unterscheiden will, muss genau hinschauen: Auf den Vorderflügeln des Kleinen Fuchses finden sich nur drei isolierte schwarze Flecken, beim Großen Fuchs sind es vier. Außerdem sind die Farben des Kleinen Fuchses insgesamt leuchtender. Vor allem der blaue Rand ist stärker ausgeprägt. Und natürlich hat der Große Fuchs eine größere Flügelspannweite: Er bringt es auf 50 bis 60 Millimeter.

Der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae) und der Große Kohlweißling (Pieris brassicae)

Die Kohlweißlinge sind in Deutschland besonders häufig, aber nicht besonders beliebt. Schließlich ernähren ihre Raupen sich von Kohl, und von dem ernähren auch (manche) Menschen sich gerne. Und dann gleichen die Falter dieses unverschämte Fraßverhalten ihrer Raupen nicht einmal durch besondere Farbenpracht wieder aus. Es ist tatsächlich so einfach: Erst fressen die Kohlweißlingsraupen Kohl, dann werden sie zu weißen Schmetterlingen - mit ein paar schwarzen Punkten, immerhin.

Ein Kohlweißling ist leicht zu erkennen. Wie aber unterscheidet man den Kleinen vom Großen Kohlweißling? Zunächst einmal ist der Große Kohlweißling einfach größer - 50 bis 65 Millimeter beträgt seine Flügelspannweite. Der Kleine Kohlweißling bringt es gerade einmal auf 40 bis 50 Millimeter. Außerdem sind die Spitzen der Vorderflügel bei beiden Kohlweißlingsarten grau bis schwarz gefärbt - beim Großen Kohlweißling allerdings sehr viel kräftiger als beim Kleinen.

Das Tagpfauenauge (Nymphalis io, Inachis io)

Das Tagpfauenauge stellt ein ziemliches Kontrastprogramm zu den Kohlweißlingen dar. Erstens bieten schon seine Raupen keinen Grund, sie nicht zu mögen: Sie fressen Brennnesseln, nicht gerade die beliebteste Pflanze Europas. Zweitens sieht das Tagpfauenauge auch noch besonders schön aus. Die Flügel leuchten rostrot. Und sie sind von insgesamt vier ebenso leuchtend blauen Augen gezeichnet, mit denen der Falter Menschen zuzwinkern kann, die ihn beobachten. Weniger schön finden das übrigens die Fressfeinde des Tagpfauenauges - die erschrecken sich nämlich, wenn der Schmetterling plötzlich seine Flügel aufklappt und sie die großen blauen Augen sehen.

Das Tagpfauenauge ist in ganz Deutschland verbreitet. Es überwintert als ausgewachsener Schmetterling an geschützten, trockenen Orten und beginnt schon im Frühjahr wieder zu fliegen. Die Flügelspannweite des Tagpfauenauges beträgt 50 bis 60 Millimeter.

Der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)

Der Zitronenfalter zählt zur Familie der Weißlinge, obwohl zumindest die Männchen zitronengelb leuchten. Die Flügel des Weibchens dagegen sind tatsächlich eher grünlich-weiß gefärbt und erinnern an die Kohlweißlinge. Männchen und Weibchen gemeinsam wurden im Jahr 2002 zum Insekt des Jahres gewählt.

Ob das damit zu tun hat, dass die Raupen des Zitronenfalters im Gegensatz zu seinen Weißlings-Verwandten keinen Kohl fressen, bleibt unklar. Die offizielle Begründung lautete anders: "Das Kuratorium „Insekt des Jahres“ hat sich mit dem Zitronenfalter bewusst für einen noch relativ häufig vorkommenden Schmetterling entschieden, damit Spaziergänger eine gute Chance haben, das Insekt des Jahres 2002 in der freien Natur zu beobachten."

Tatsächlich ist das immer noch recht gut möglich - an Waldrändern und auf Wiesen, aber manchmal auch im heimischen Garten. Im Gegensatz zu den Kohlweißlingen sieht man aber fast nie eine größere Zahl von Zitronenfaltern auf einmal. Dass dies darauf zurückzuführen ist, dass die übrigen Zitronenfalter zu sehr damit beschäftigt sind Zitronen zu falten, ist allerdings bloß ein völlig haltloses Gerücht.