Kinder schnarchen nicht so häufig, aber mit dem Alter nimmt auch das Schnarchen zu, besonders bei Frauen nach den Wechseljahren. Die Lautstärke kann beträchtlich sein und die eines Presslufthammers erreichen: 90 Dezibel!
Wie entsteht Schnarchen?
Das sägende Geräusch entsteht immer durch eine Verengung der Atemwege, diese kann aber sehr verschiedene Ursache haben. Im einfachsten Falle sind die Weichteile von Mund und Rachen wie Gaumensegel und Zäpfchen stark erschlafft, wodurch sie mehr Platz einnehmen. Daher muss die Luft beim Einatmen durch einen engeren Raum strömen und es kommt zu einem Vibrieren. Es können aber auch anatomische Probleme ursächlich sein, wie zum Beispiel eine krumme Nasenscheidewand.
Schlafapnoe, eine schwerwiegende Komplikation des Schnarchens
Ein gesunder Schlaf ist wichtig. Jede Störung beeinträchtigt unser Wohlbefinden und macht uns krank. Wenn die Verengung der Atemwege so ausgeprägt ist, dass es zu kurzfristigen Atemstillständen kommt, liegt die sogenannte obstruktive Schlafapnoe vor. Je nach Schweregrad kann die Atempause ein paar Sekunden anhalten, seltener sind Fälle von minutenlanger Dauer. Normalerweise wird man in solchen Zuständen wach, wobei die Atmung wieder einsetzt. Das ist eine Art Selbstregulation des Gehirns. Allerdings besteht in allen Atempausen ja eine mangelnde Sättigung mit Sauerstoff, und so können diese Atempausen gefährlich werden. Medizinische Statistiken zeigen, dass die Schlafapnoe mit erhöhten Risiken einhergeht: für Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt.
Unausgeruht am Tage durch nächtliches Schnarchen
Doch nicht nur diese schwerwiegendsten Komplikationen sind zu fürchten. Das dauernde unbewusste Aufwachen in den Schnarchphasen bedeutet auch Unausgeruhtsein am nächsten Tag. Dieses ist verantwortlich für andere Probleme wie Konzentrationsstörungen, welche dann zum Beispiel durch den sogenannten Sekundenschlaf am Steuer zu höherer Unfallgefahr führen können. Starkes Schnarchen ist also nicht nur ein soziales Problem, man sollte es ernst nehmen und sich untersuchen lassen. Wichtig sind zunächst Untersuchungen des Nasen-Mund- und Rachenraums, aber auch der Lunge. Schließlich kann zum Nachweis einer Schlafapnoe eine Schlafuntersuchung durchgeführt werden.
Was tun bei Schnarchen?
Da die Ursachen vielfältig sind, gibt es kein Allheilmittel. Am Anfang steht die ärztliche Untersuchung, um behandlungsbedürftige Störungen aufzudecken. Findet sich ein solche Ursache, wird der Arzt eine Therapie einleiten. Darüber hinaus aber kann man einige Tipps geben, die helfen können:
1. Alkohol entspannt, das ist bekannt. Jeder denkt da aber eher an die Entspannung vom Stress. Dabei entspannt Alkohol vor allem auch die Muskulatur des Rachenraums. Wer Schnarchprobleme hat, sollte die letzten Stunden vor dem Zubettgehen auf Alkohol verzichten.
2. Übergewicht verstärkt das Schnarchen auf vielfältige Weise. Manchmal reicht wirklich konsequentes Abnehmen als Therapie.
3. Leistungssport kurz vor dem Schlafen führt ebenfalls zu Muskelerschlaffung. Etwas früher Sport treiben ist besser.
4. In Rückenlage wird das Schnarchen begünstigt, weil sich in der Entspannung auch Zunge und Unterkiefer nach hinten verlagern. Wechsel der Schlafposition auf die Seitenlage, vielleicht mit Hilfe eines "Seitenschläferkissens", wirkt oft Wunder.
5. Last but not least: die spezielle Atemtechnik, die beim Didgeridoo-Spielen erforderlich ist, stärkt Atemmuskeln und verbessert nachweislich zumindest leichtere Formen der Schlafapnoe. Da es sich hier um eine unschädliche Therapie handelt, kann diese allen Leidenden empfohlen werden.
Ein Suite101-Artikel kann kompetente Ratschläge geben, niemals aber die persönliche Beratung durch einen Arzt ersetzen.
